Stolz auf die Haager Messe

von Redaktion

Von Rudi Pflaum komponiert – Uraufführung fand große Resonanz in der Bevölkerung

Haag – Es ist immer weniger bekannt, dass die Haager ihre eigene „Haager Messe“ haben. Rudi Pflaum hat sie im Jahr 1976 komponiert. Vor einem Vierteljahrhundert wurde sie vom Kirchenchor in der Pfarrkirche im Rahmen des Jubiläumsjahres zuletzt aufgeführt.

Die Kultur in Haag wird meist von auswärts „eingekauft“. Es gibt nur noch wenig Originelles. Dazu gehört heute der über die Region hinaus bekannte „Haager Viergesang“. Über Jahrzehnte gehörte dazu auch die „Haager Messe“ von Rudi Pflaum, der nicht nur diese, sondern insgesamt drei Messen komponiert hatte.

Die Uraufführung vor knapp 50 Jahren fand hohe Resonanz. „Das Echo der dreistimmigen lateinischen Messe war riesig“, hieß es in der Presse. Großes Lob galt den „lieblichen Melodien und der rhythmischen Note, die auch in der Instrumental- und Orgelbegleitung zum Ausdruck kommen“. Rudi Pflaum wurde bald für die weitere Umgebung ein „kirchenmusikalischer Begriff“. Als Nächstes komponierte er die „Haager Kindermesse“. Sie wurde zum Schulabschluss jeweils feierlich aufgeführt.

Rudi Pflaum spielte im Altarraum Klavier, an seiner Seite Schwester Angelika, die sich ebenfalls für das Haager Musikleben höchst verdient gemacht hat und Generationen von Haager Kindern Gesang und Instrumente unterrichtete.

Die damalige Chorregentin Marie Therese Klein kommentierte zur Aufführung im Jubiläumsjahr 2000, die Messe habe ein „beschwingtes Tempo“ und beinhalte nicht allzu große Ansprüche an die Sänger, „abgesehen, dass sie oft hoch hinauf müssen“. Grundsätzlich aber betonte sie: „Die Haager sind stolz darauf, dass sie, so wie das Haager Bier, auch eine Haager Messe haben.“ Rudi Pflaum, kaum 20 Jahre alt und Gerichtsassistent, leitete bereits einen Chor und spielte Theater. Im Jahr 1948 meldete der „Haager Bote“: „Den musikalischen Teil bestritt die Tanzkapelle Rudi Pflaum mit frohen Weisen.“ Des Weiteren leitete er den Männerchor der „Sängerriege“ des TSV. Für den Fasching stellte er ein „Sing-Sang-Quartett“ zusammen. Für das Theater übernahm er die Aufführungsleitung zum „Holledauer Fidel“. Das Lob, das ihm später als „Komponisten und Justizamtsrat in Rente“ erteilt wurde, lautete: „Der seit frühester Jugend begeisterte Musikfreund ist seit Jahrzehnten mit dem Haager Chor- und Musikleben verbunden.“

Oft begleitete Rudi Pflaum den damals noch gerne gepflegten Wirtshausgesang am Klavier, ob im „Freundl“, „Silbernagel“ oder „Hofgarten“. Zu den beliebten Sängern gehörte das Trio Sepp Scheidegger, Leni Arnold und Schorsch Thaler. In seinem Nachruf, als er im Jahr 1987 mit 78 Jahren gestorben war, stand, er habe das kulturelle Leben Haags geprägt und dem gesellschaftlichen Leben mit Chorgesang und Wirtshausgstanzl seinen Stempel aufgedrückt.

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