Theaterdach wird für 380.000 Euro saniert

von Redaktion

Schlechter baulicher Zustand – Auch PV-Anlage wird installiert – Einstimmiger Stadtratsbeschluss

Wasserburg – Als „unangenehme Sache“ betitelte Zweiter Bürgermeister Werner Gartner in der jüngsten Sitzung des Stadtrats die geplante Dachsanierung in der Salzburger Straße 15. Er übernahm kurzerhand die Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Michael Kölbl.

Rund 380.000 Euro
Sanierungskosten

Konkret geht es um das Flachdach des Theaters Belacqua, das bereits in der Vergangenheit saniert wurde. Im Zuge dieser Arbeiten biete es sich an, eine PV-Anlage auf dem Dach zu montieren.

Das Gebäude aus dem Jahr 1995 ist deutlich in die Jahre gekommen und weist nicht zuletzt wegen wiederholter Wassereinträge erhebliche Schäden am Dach auf, darunter Rissbildungen in der Abdichtung, Blasenbildung sowie eine örtliche Durchfeuchtung der Dämmung. Damals war es die Norm, Flachdächer zu bauen, denen eine Lebensdauer von etwa 25 Jahren prognostiziert wurde. Mit der Sanierung im oberen Bereich ist davon auszugehen, dass die nächsten 30 bis 35 Jahre wieder Ruhe am Theatergebäude einkehren sollte. Kostenpunkt: 380.635 Euro für die Gesamtmaßnahme am Kulturforum, davon circa 290.000 Euro für die Sanierung des Flachdachs und circa 91.000 Euro für die Installation der PV-Anlage mit einer Gesamtleistung von 30,2 Kilowattpeak (kWp). Geplant ist die Montage von insgesamt 67 Modulen mit einer Leistung von jeweils 450 Wattpeak (Wp), einer Neigung von 20 Grad, Südausrichtung und einem Reihenabstand von 1,2 Metern. Der Jahresertrag von etwa 35 Megawattstunden (MWh) ergibt einen rechnerischen Eigenverbrauchsanteil von 67,3 Prozent. Somit lassen sich 16 Tonnen CO2 pro Jahr vermeiden.

Die Anlage wird über die Dachbegrünung des Flachdachs mit Folieneindeckung ballastiert. Ballast ist bei einer Photovoltaikanlage notwendig, um die auf dem Dach montierten Solarmodule durch ein höheres Gewicht besser zu fixieren. Bis September 2026 sollen die Bauarbeiten inklusive Sanierung abgeschlossen sein. Der Stadtrat segnete die Maßnahme einstimmig ab.

Alternative Dachformen
in Erwägung ziehen

Wolfgang Schmid (CSU) nahm diesen Tagesordnungspunkt zum Anlass, anzuregen, bei Neubauten statt Flachdächern vielmehr alternative Dachformen in Erwägung zu ziehen – in Anbetracht dessen, was der Stadt Flachdächer und deren Instandhaltung kosten. Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann konnte beruhigen, dies habe man auf dem Schirm: Weder bei der Feuerwehr noch beim Bauhof seien Flachdächer geplant.

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