Nachruf

von Redaktion

Hinterschleefeld – Anni Krieger wurde 1934 in Springlbach bei Forsting als siebtes von acht Kindern der Eltern Engelbert und Waldburga Friesinger geboren. Ihre Kindheit war geprägt von Geschwisterliebe, aber auch von schweren Schicksalsschlägen. Anni wuchs mit zwei Brüdern, die beide im Krieg fielen, und vier Schwestern auf. Bereits im Alter von zwei Jahren verlor sie ihren Vater und 1944 mit zehn Jahren ihre Mutter. Gemeinsam mit ihren Schwestern Mare und Fini lebte sie ab dann auf dem Hof ihrer Tante in Seeburg bei Soyen. Nach dem Schulbesuch in Rieden ging sie auf die Haushaltungsschule nach Wasserburg. Danach arbeitete Anni lange Jahre weiter auf dem Hof der Tante und auch im Gasthaus Altensee als Bedienung. Hier begegnete sie ihrem Mann Schorsch, den sie 1964 heiratete. Ein Jahr später übernahmen sie gemeinsam den elterlichen Hof von Schorsch in Schleefeld. Anni liebte die Arbeiten auf dem Feld und im Stall. Fleiß, Zusammenhalt und unermüdliche Arbeit prägten diese Jahre, in denen Anni stets zuverlässig an der Seite ihres Mannes stand.

1982 kam ihr Neffe Franz auf den Hof, den er später – 1994 gemeinsam mit seiner Frau Christine – übernahm. Mit großer Liebe und Geduld widmete sich Anni den drei Enkelkindern Franziska, Maria und Johanna. Viele schöne Stunden verbrachten sie miteinander, ob beim Fangenspielen, Puzzeln, Kartenspielen und Schaukeln, was für Anni eine große Freude war. Auch im Alter blieb sie aktiv und packte an, wo sie konnte, sowohl im Haus wie auch auf dem Hof. 2016 verstarb ihr Mann Schorsch mit 86 Jahren.

Ihr Leben lang hatte Anni eine große Leidenschaft: das Stricken. Ob Socken, Mützen, Pullover, Trachtenjacken und Puppenkleider – mit ihren geschickten Händen schuf sie unzählige Stücke, die der Familie noch lange Wärme schenken werden. 2021 wurde ihre Urenkelin Theresa geboren, 2025 folgte Urenkel Anton. Unzählige Knöpfe wurden sortiert und unzählige Spiele gespielt. Es war eine Herzensaufgabe für sie, auf die beiden aufzupassen. 2024 durfte sie ihren 90. Geburtstag beim Wirt feiern. Im September vergangenen Jahres besuchte sie mit ihrer Schwester Fini ihre Enkelin Johanna auf der Alm. Auf die jährlichen Besuche von Fini freute sie sich immer sehr. Ende Oktober stürzte Anni beim Bügeln. Nach zwei Wochen Krankenhaus kam sie nach Hause, wo sie nicht nur die Kraft, sondern schließlich auch der Lebenswille verließ. Die letzten drei Wochen begleiteten und kümmerten sich die Familie sehr um Anni, um ihr den letzten Weg so angenehm wie möglich zu gestalten, bevor sie im Kreise ihrer Familie zu Hause einschlief, so wie sie es sich gewünscht hat. Im Rechtmehringer Kirchenfriedhof fand sie unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ihre letzte Ruhe. fxm

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