Ein Verein will das Kino Utopia retten

von Redaktion

Das Kino Utopia kämpft mit finanziellen Problemen. Ein Verein soll es vor dem Aus bewahren. Warum auch die Kinoliebhaber um Hilfe gebeten werden und was das für die Besucher bedeutet.

Wasserburg – Es ist eine Wasserburger Kult-Stätte: Das Kino Utopia in der Herrengasse. Aus der Stadt ist es eigentlich nicht mehr wegzudenken, und trotzdem stand es bis vor wenigen Wochen kurz vor dem Aus. Nun soll das Kino ein Verein übernehmen.

Kinobetrieb hat
finanzielle Probleme

Die Gründe dafür: „Eigentlich ganz simpel“, wie Rainer Gottwald auf Anfrage erklärt. „Finanziell geht es einfach nicht mehr.“ Seit über 31 Jahren betreibt er das Kino, doch noch immer hat er mit den Folgen von Corona zu kämpfen. „Die Besucherzahlen haben sich seit der Pandemie nicht mehr so erholt wie zuvor“, sagt Gottwald. Statt Kino seien Streaming-Dienste angesagt.

Seit einigen Jahren mache das Utopia also Verluste. Bislang habe er diese immer wieder über die Einnahmen durch das Freiluftkino am Stoa ausgleichen können, so Gottwald. Doch auch diese Veranstaltung lief im vergangenen Jahr nicht so, wie gewünscht. „Wahrscheinlich hätte ich schon letztes Jahr aufhören sollen“, meint Gottwald im Nachhinein.

Wasserburg ohne Kino, das wollen sich aber Benjamin Krumpholz, Lisa Stürmlinger und Konrad Doser nicht vorstellen. Gemeinsam haben sie den Verein „Kino Utopia“ gegründet. Zum Jahreswechsel wird dieser die Einrichtung übernehmen, um das Kino zu retten und ihm neue Perspektiven zu geben. „Für das Mittelzentrum Wasserburg wäre es ein enormer und nicht wiedergutzumachender Verlust, das Utopia als Kino und Treffpunkt für treue Cineasten zu verlieren“, sind die drei überzeugt.

Klar ist für sie aber auch: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind schwieriger denn je. „Steigende Kosten, verändertes Freizeitverhalten und die Konkurrenz durch Streaming setzen viele Häuser unter Druck“, sagen sie. Zunächst soll die Übernahme deshalb eine Testphase sein. Für die Besucher wird sich in dieser Zeit auch kaum etwas verändern. „Rainer Gottwald wird uns als Kurator für die Filmauswahl weiterhin unterstützen“, sagt Stürmlinger. Auch die Vorstellungszeiten sollen erst einmal so erhalten bleiben wie sie bisher waren. Die Kinowerkstatt und das Freiluftkino am Stoa bleiben wie gehabt in der Hand von Gottwald.

Allerdings steht fest: Der Verein und das Kino werden in Zukunft auf Unterstützung angewiesen sein. „Glücklicherweise haben wir einen großen Rückhalt in der Stadt“, sagt Stürmlinger. Auch seitens der unterschiedlichen Stadtratsfraktionen habe es großes Interesse am Erhalt des Kinos gegeben.

Die Wasserburger müssen wiederkommen

Trotzdem sagt Stürmlinger: „Wenn die Wasserburger das Kino erhalten wollen, müssen die Besucher wieder mehr kommen.“ Im Idealfall würden auch viele zum Verein hinzugehen und das Kino mit Mitgliedsbeiträgen oder Spenden unterstützen. Auch Ehrenamtliche würden noch gesucht, die sich vorstellen könnten, im Kino als Vorführer zu arbeiten und so den Spielbetrieb praktisch zu ermöglichen.

Verein lädt ein

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