MVV-Beitritt: Was erwartet Fahrgäste?

von Redaktion

Nur noch ein Ticket notwendig –Fahrradmitnahme weiter nur auf den Strecken der SOB

Mühldorf – Es hat gedauert, bis der Beitritt des Landkreises Mühldorf zum Münchner Verkehrs- und Tarifverbund MVV in trockenen Tüchern war. Am 1. Januar ist es so weit und (fast) jeder, der im Landkreis Mühldorf mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, wird zum Fahrgast des MVV. Die OVB-Heimatzeitungen haben mit der MVV-Pressesprecherin Sonja Schneider gesprochen.

Können Tickets nur noch online oder in der App erworben werden, oder gibt es noch Fahrkarten auf Papier?

Im gesamten MVV-Gebiet werden klassische Papierfahrkarten verkauft. Dafür werden die bestehenden Automaten an den Bahnhalten umprogrammiert, damit zukünftig MVV-Tickets ausgegeben werden können. Auch die Drucker in den Bussen werden umgestellt und teilweise durch neue Geräte ersetzt. Um Streifenkarten ausgeben zu können, müssen die Fahrausweisautomaten im Landkreis Mühldorf erst mit einem zweiten Drucker ausgerüstet werden, das ist bis Mitte Juni 2026 vorgesehen. Bis dahin können Streifenkarten am Bahnhof Mühldorf im Kundencenter gekauft werden. Alte Streifenkarten können noch bis einschließlich 31. März 2026 aufgebraucht und danach unbegrenzt gegen Gebühr umgetauscht werden.

Die einfachste Möglichkeit, das richtige MVV-Ticket zu erwerben, ist MVVswipe: Nach der Registrierung checken Fahrgäste mit einem Wisch (Swipe) auf ihrem Handy vor Beginn der Fahrt ein, nach Fahrtende checken sie auf dieselbe Weise wieder aus. Dazu ist kein Wissen über Tarife oder Zonen notwendig, der maximale Preis entspricht dem Preis einer Tageskarte. Alle Tickets können auch vor Fahrtantritt in der MVV- App gelöst werden. Über die Start-Ziel-Eingabe „präsentiert“ die App die Verbindungen und die dafür benötigten Zonen und Ticketoptionen.

Wann und wo werden die neuen Fahrkartenautomaten und -entwerter aufgebaut und wann werden sie in Betrieb gehen?

Die bestehenden Fahrausweisautomaten an den Bahnhalten und die Fahrausweisdrucker in den Bussen werden umprogrammiert und später umgerüstet. Es werden keine neuen „MVV-Automaten“ aufgestellt. Die Umstellung in den Hintergrundsystemen erfolgt zum neuen Tarif zum 1. Januar – ob das schon Punkt Mitternacht oder im Laufe der Nacht sein wird, können wir nicht beantworten.

Die Aufstellung von Entwertern an den Bahnhöfen im Landkreis Mühldorf verzögert sich. Bis zur Inbetriebnahme des Entwerters müssen Streifenkarten und andere Fahrkarten vor Fahrantritt selbst entwertet werden. Dazu sind folgende Merkmale mit einem permanenten Stift, wie einem Kugelschreiber, auf dem Fahrschein einzutragen, bei einer Streifenkarte auf dem für die jeweilige Fahrt zu entwertenden Streifen: Einstiegshaltestelle, Datum und Uhrzeit.

Diese Sonderregelung gilt nur so lange, bis der Entwerter an der Haltestelle zur Verfügung steht. Aktuell steht noch kein Datum für die Inbetriebnahme fest. Die Busse im Landkreis Mühldorf werden mit Handstempeln ausgerüstet. Wir empfehlen unseren Fahrgästen gern, die Streifenkarte in der MVV-App zu lösen, damit es beim Einsteigen in den Bus schneller geht. 

Werden Fahrten auf allen Strecken im Landkreis Mühldorf ab 1. Januar günstiger oder verteuern sich auch einige?

Das lässt sich nicht für jede Strecke sagen. Der Großteil der Fahrpreise wird günstiger, aber es kann bestimmte Strecken geben, auf denen es etwas teurer ist. Auch für bestimmte Personengruppen, die heute stark vergünstigte Tickets kaufen, kann es in Einzelfällen teurer werden.

Was müssen Fahrgäste bei Fahrten zwischen den beiden Landkreisen Mühldorf und Altötting (nicht im MVV) beachten?

Auf Fahrten zwischen den beiden Landkreisen gilt weiterhin der jeweilige Unternehmertarif des Busunternehmens oder der Südostbayern Bahn SOB.

Muss sich der Fahrgast Gedanken über sein Ticket machen, wenn er mit verschiedenen Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn, Tram, U-Bahn und S-Bahn unterwegs ist?

Es wird durch den MVV-Beitritt deutlich einfacher, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Denn: Der Fahrschein gilt im gewählten Geltungsbereich in allen MVV-Verkehrsmitteln: Beim Umstieg von Bus auf Bahn oder Bahn auf U-Bahn/Tram wird kein weiteres Ticket mehr benötigt. Mit einem Ticket für die Zonen 5 bis 9 kann ein Fahrgast zum Beispiel in Waldkraiburg mit dem Ortsbus zum Bahnhof fahren, dort in die Regionalbahn nach Rosenheim umsteigen und in Rosenheim noch mit dem Stadtbus weiterfahren. Mit einem Ticket für die Zonen M bis 9 kann der Fahrgast von Mühldorf bis München fahren und dort etwa am Ostbahnhof in die S-Bahn zum Marienplatz oder die U-Bahn zum Odeonsplatz umsteigen. Wichtig ist, dass ein Ticket für alle befahrenen und durchfahrenen Zonen gelöst wird.

Gilt die kostenlose Fahrrad-Mitnahme der SOB auch im gesamten MVV-Gebiet?

Nein, die kostenlose Fahrradmitnahme gilt nur auf den Strecken der Südostbayern-Bahn im bisherigen Umfang. Das bedeutet also auch, dass die Fahrradmitnahme auf der Strecke Mühldorf-München nur bis Schwindegg kostenfrei ist.

Wo können sich Fahrgäste vorab über die für sie passenden Tarife und Strecken informieren?

Informationen über den MVV-Tarif und die Änderungen sowie Neuerungen, die sich durch den MVV-Beitritt ergeben, sind auf der Seite www.mvv-muenchen.de/servus zusammengestellt. Detaillierte Informationen sind in der Broschüre „Ois easy“ zu finden.

Gelten BahnCards und das Deutschlandticket in allen MVV-Verkehrsmitteln?

Das Deutschlandticket erlaubt Fahrten in der zweiten Klasse in nahezu allen Nahverkehrsmitteln (Regionalzug, S-Bahn, U-Bahn, Bus und Tram, teils grenzüberschreitend). Die BahnCard 100 gilt weiterhin in den S-Bahnen und Regionalzügen im MVV. Für alle weiteren Verbundverkehrsmittel (U-Bahn, Tram und Bus) beinhaltet die BahnCard 100 keine Fahrtberechtigung im MVV. Die BahnCard 50 und -25 werden im MVV nicht anerkannt.