Griesstätt — Oft liegen Leben und Tod nahe beianander. Am Tag vor Heiligen Abend wurde in Griesstätt Willi Albersinger zu Grabe getragen. Er starb im 80. Lebensjahr nach längerer, schwerer Krankheit.
Beim Seelengottesdienst in der Griesstätter Pfarrkirche blickte Pfarrer Andreas Kolb auf das Leben des „Lenzen-Willi“, wie er von vielen genannt wurde, zurück. Geboren wurde er am 21. Januar 1945 in Edenberg bei Griesstätt. Hier, auf dem „Lenzen-Anwesen“, spielte sich auch sein Leben ab, wuchs dort auf mit dem seinem Zwillingsbruder Max und den anderen vier Geschwistern, Rita, Resi, Alfons und Richard. Nach der Volksschule in Griesstätt besuchte er die Landwirtschaftsschule Wasserburg.
Seit Arbeitsleben begann mit 18 Jahren bei der Firma Georg Lindauer in Obermühl. Er war dort als Lkw-Fahrer tätig, engagierte sich aber in allen Bereichen des Betriebes. Seine zweite große Tätigkeit war der Hof zu Hause. Als 1965 der Vater starb, unterstützte er seine Mutter und führte er den elterlichen Hof weiter. Zwei Jahre später lernte er seine Marlene bei einem Landjugendtreffen kennen. Im Jahr 1971 heirateten sie. Mit zwei Kindern, Gerhard und Roswitha, wurde ihre Ehe gesegnet. Aber mindestens ebenso große Freude hatten sie über die sechs Enkelkinder und zwei Urenkel.
1994 wurde der Hof an Sohn Gerhard übergeben. Neben der Arbeit bei der Firma Lindauer und der Arbeit zu Hause auf dem Hof arbeitete der Verstorbene sehr gerne mit Holz. Auch filigrane Arbeiten gingen ihm leicht von der Hand. So bastelte er gerne Strohsterne oder goss Wachsfiguren. Er war ein leidenschaftlicher Imker, half gerne bei der Stallarbeit mit und versorgte die Hühner. Gerne unterstützte er auch seine Frau Marlene bei der Vorbereitung für den Rotter Bauernmarkt.
Willi Albersinger war ein gläubiger Mensch. Er betete gerne den Rosenkranz, montags immer in der Filialkirche in Berg. Die Männerkongregation war ihm immer wichtig. Solange es ihm möglich war, nahm er an den Sonntagsgottesdiensten.
Gerade in den letzten Monaten haben ihm Familienangehörige regelmäßig die heilige Kommunion mitgebracht, sodass er auch zu Hause die Verbindung zum Sonntagsgottesdienst aufrecht halten konnte. Nach einem Herzinfarkt vor sechs Jahren wurden die gesundheitlichen Probleme mehr. Immer wieder waren Krankenhausaufenthalte notwendig. Seit August war er dann auf Pflege angewiesen. Geduldig ertrug er seine Situation. Aber die Kraft ließ doch immer mehr nach. Zuerst war der Hacklstecken sein Begleiter, bald schon kam der Rollator hinzu. Die Kraft nahm immer mehr ab und ging schließlich zu Neige. Am Samstag vor Weihnachten verstarb er. „Wir müssen uns von einem ruhigen, geselligen und gutmütigen Mann verabschieden, dem das Miteinander und der familiäre Zusammenhalt sehr wichtig war“, so Pfarrer Kolb vor der sehr großen Trauergemeinde.
Am offenen Grab verneigten sich bei der Beerdigung die Fahnenabordnungen des Griesstätter Trachtenvereins und der Feuerwehr. Beim Trachtenverein war er seit Gründung Mitglied, nahm an vielen Festzügen teil und hat bei Vereinsfesten viele Jahre gegrillt. Bei der Feuerwehr war er einige Jahre Maschinist. Der „Lobkreis-Chor“ aus Altenhohenau gestaltete die Messfeier musikalisch. Die Beerdigung umrahmten Bläser von der Griesstätter Musikkapelle. ala