2.000 Unterschriften für Kreisverkehr

von Redaktion

Bürgermeister und Bürger wehren sich gegen Ampellösung für B15 bei Griesstätt

Griesstätt/Rott – Die geplante Ampel-Lösung an der B15, Abzweigung nach Griesstätt, steht seit Bekanntwerden in der Kritik. Die Kreuzung, die als höchstgefährlicher Unfallschwerpunkt gilt – allein im Zeitraum 2021 bis 2023 kam es hier zu 29 Unfällen – soll entschärft werden. Wie die Wasserburger Zeitung exklusiv berichtete, plant das Staatliche Bauamt nach einem langwierigen Variantenvergleich nun die Installation von Ampeln an der Stelle. Derzeit befindet sich die Behörde in den Grundstücksverhandlungen.

Rotts Bürgermeister
befürchtet Rückstau

Kritik an den Plänen gab es aber schon bei der Verkündung: Rotts Bürgermeister Daniel Wendrock sprach zwar von einer erwartbaren Verbesserung der Situation, befürchtet aber einen Rückstau an der B15. Er wiederholte erneut die Forderung, die die beiden Gemeinden Rott und Griesstätt schon lange stellen: den Bau eines Kreisverkehrs.

Diese Meinung vertritt auch Griesstätts Bürgermeister Robert Aßmus. Er lehnt die geplante Ampel an der Einmündung der Staatsstraße 2079 in die B15 bei Zainach grundsätzlich ab und präferiert dafür die in seinen Augen längst überfällige Kreisellösung.

Warnung vor
„Geldverbrennen“

Als ehemaliger Lastwagenfahrer mit 35-jähriger Erfahrung bei unterschiedlichsten Verkehrssituationen wundert er sich besonders darüber, dass ein Kreisverkehr an der stauträchtigen Stelle nicht möglich sein soll. „Es muss einfach ein Kreisel her“, fordert er entschieden und sieht die Griesstätter Gemeindebürger, auf deren Gemeindegebiet so mancher Stau zurückreicht, dabei voll hinter sich.

Zu manchen Tageszeiten könne ein Abbiegen sogar lebensgefährlich sein, wenn die Sonne über der B15 stark blende, stellt Aßmus fest. Ein „Versuchskaninchen“ bei einem weiteren Versuch, diesmal mit einer Ampelanlage, den Verkehrsfluss zu erhöhen oder zu sichern, wolle er nicht sein, vor allem deshalb nicht, da hier „noch einmal unnötiges Geldverbrennen leicht zur Lachnummer geraten könne“. Nur ein Kreisel könne helfen, die Anzahl der derzeit gleichzeitig zu beobachtenden Gefahrensituationen nachhaltig zu minimieren. Was auf der B15 Richtung Landshut gehe, solle an der Griesstätter Abzweigung nicht unmöglich sein, so der Bürgermeister von Griesstätt. Dass Handlungsbedarf besteht, bestätigte sich auch beim Fototermin. Spontan rief einer der abbiegenden Autofahrer dabei Aßmus zu: „Ich bin auch für einen Kreisel!“

Mittlerweile haben 2000 Unterstützer eine entsprechende Petition der Freien Wähler Rott am Inn unterschrieben. Für die Kreuzung, die seit Jahren als unübersichtlich und unfallträchtig gelte, sei eine Ampellösung nicht geeignet, argumentieren die Freien Wähler. Viele Bürger würden zurecht zusätzlichen Rückstau und mehr Stop-and-Go-Verkehr befürchten.

Sichere und
nachhaltige Alternative?

Ein Kreisverkehr werde dagegen als sichere und nachhaltige Alternative angesehen. „Die große Unterstützung zeigt klar, dass hier Handlungsbedarf besteht“, erklärt Nepomuk Poschenrieder von den Freien Wählern Rott am Inn angesichts von mittlerweile über 2.000 Unterschriften. Die Petition läuft weiter. Zusätzlich sollte nach Meinung der Freien Wähler auch die Verlegung der Zufahrt Katzbach/Zellerreit geprüft werden, um den Durchgangsverkehr aus dem Ortskern herauszunehmen.

Das Staatliche Bauamt ist um eine Stellungnahme zur Thematik angefragt worden. Weitere Berichterstattung folgt.

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