Café-Central-Team trauert um Chef

von Redaktion

Im Juli 2024 übernahm Markus Bauer mit John Cater die Führung des Traditionslokals

Wasserburg – Markus Bauer war nicht nur als Unternehmer, Kommunalpolitiker und Sportfan im gesamten Stadtbild präsent, er war auch in der Kneipenszene aktiv. Im Juli 2024 übernahm er zusammen mit John Cater die Führung des traditionsreichen Lokals Café Central in der Herrengasse. Nun fehlt sein Gesicht in der Kultkneipe. Cater kann sich an den Moment genau erinnern, als er vom Tod seines Freundes erfuhr: „Ich war gerade draußen und konnte es im ersten Augenblick überhaupt nicht fassen. Dann kamen auch schon die Tränen“, erzählt er.

Engagiert und hilfsbereit
stets zur Stelle

Kennengelernt haben sich die beiden vor rund 25 Jahren, richtig eng wurde der Kontakt in den vergangenen 15 Jahren. Den Gedanken, das Central im Herzen der Altstadt zu übernehmen, auch in die Tat umzusetzen, war der letzte große Coup der beiden. Während Cater das zentrale Gesicht hinter dem Tresen bildete, hielt sich Bauer als stiller Teilhaber im Hintergrund. Trotzdem traf man ihn oft genug und stets gut gelaunt mit einem breiten Grinsen auf den Barhockern am Tresen an. Für den alteingesessenen Wasserburger war es eine „Herzensangelegenheit“, dass der Betrieb im Central weitergeht.

Persönlicher Einsatz
für den Erhalt

Dabei war es für ihn ganz selbstverständlich, dass er sich persönlich für den Erhalt einsetzt. „Markus war immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Er engagierte sich sehr für das Lokal. Ohne seine Unterstützung hätte ich das Central wohl nicht übernommen.“ John Cater betont: „Auch, wenn wir Geschäftspartner waren, in erster Linie habe ich einen sehr guten Freund verloren. Wir waren viel unterwegs, auf den Festen in der ganzen Stadt, auf Konzerten, beim Essen – da hängen unzählige Erinnerungen dran. Ich konnte mit ihm über alles reden. Er hatte immer ein offenes Ohr und das beruhte natürlich auf Gegenseitigkeit. Dieses Freundschaftsband ist über die Jahre stärker geworden.“

Markus Bauer fehlt nicht nur in seiner Familie bei Frau und Sohn, im Unternehmen, in Vereinen und überall, wo er sich mit Leib und Seele engagierte – auch die Mitarbeiter im Café Central trauern um ihn. Erinnerungen an spaßige Zeiten werden wach, wie der Team-Ausflug auf das Wasserburger Frühlingsfest oder die Faschingsgaudi am unsinnigen Donnerstag in der Altstadt. Groß ist auch die Anteilnahme der Gäste: „So viele Umarmungen habe ich in meinem ganzen Leben nicht erhalten“, erklärt Cater. Der plötzliche Tod von Markus Bauer mit nur 58 Jahren ist natürlich überall ein Thema. Cater fällt es schwer zu realisieren, dass er zu künftigen Bingoabenden nicht mehr mit seinem Köfferchen zu ihnen stößt und mit seinen Freunden einen geselligen Abend verbringt. „Er war bodenständig und hatte immer einen lustigen Spruch auf Lager. Man kannte ihn einfach in Wasserburg. Markus hinterlässt ein riesiges Loch – und auch ich fühle mich erschöpft und leer, so wie sicherlich alle anderen auch, die ihn als Menschen schätzten“, sagt John mit gesenktem Blick.

Obwohl er noch keinen genauen Fahrplan hat, wird das Café Central auf jeden Fall erhalten bleiben. „Markus hätte es so gewollt und es wird in seinem Sinne weitergehen“, ist Cater überzeugt. „Er war nicht nur Chef, er war einer von uns, ein fester Bestandteil des Lokals. Und das wird er immer bleiben, ein Teil des Centrals. Er wird vermisst, von uns allen. `Till we meet again, lieber Markus (Bauerpower). Das war sein Spitzname, den ich ihm gegeben hatte.“

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