Karin Lipp sorgt für gute Laune

von Redaktion

Eine Frau als Oberkasperl bei den Haager Schäfflern – Heute Start in die Saison

Haag – Wenn heute Sepp Herzog seinen ersten Reif geschwungen hat, die Schäffler ihre Buchsbögen im Tanzschritt formiert haben und die Musik verhallt, richten sich alle Blicke auf eine Person auf dem Fass: den Oberkasperl Karin Lipp. Welche Verserl dichtet sie zur neuen Saison?

Erstmals in der 110-jährigen Geschichte der Haager Schäffler bekam die Truppe vor sieben Jahren einen weiblichen Oberkasperl: Karin Lipp. Sie hatte schon 1991 als Marketenderin begonnen und ist nun in führender Position auch von der Männerwelt „voll akzeptiert“.

Eine Männerdomäne
für Jahrzehnte

Jahrzehnte galten die Schäffler nicht nur in Haag als absolute Männerdomäne. So forderte es schon 1998 Diskussionen, als eine Frau, Karin Lipp, den Kasperl machen wollte. Der damalige Schäfflermeister Heini Posch unterstützte das. Begonnen hatte sie 1991, als sie unter den Schäfflern ihren Mann Albert kennenlernte. Der munterte sie auf: „Geh als Marketenderin mit.“ So geschah es, obwohl sie damals schon lieber Kasperl gewesen wäre: „Ich war immer lustig unterwegs.“

Karin Lipp gründete eine Familie mit zwei Kindern. Alle sieben Jahre stand sie aber für ihre „Herzensangelegenheit“, das Brauchtum der Schäffler, parat. Dann ging die ganze Familie mit, sie als Oberkasperl, Mann Albert als Schäffler, Sohn Valentin als Wagerbub, als Kasperl, heute als Tänzer und Tochter Lea als Marketenderin. „Ohne Unterstützung der Familie ginge das nicht“, so Karin Lipp.

Beruflich im
Faschingsgeschäft

Beruflich ist sie seit Jahrzehnten mit ihrer Firma, ehemals „Handschuh Fischer“, im Faschingsgeschäft engagiert und liefert Handschuhe sowie Spitzenhosen. 1989 tanzte sie bei den Haager „Carambas“ mit, die sie später trainierte: „Fasching war immer schon meins.“ Der Einstieg in die einstige Männerdomäne verlangt ihr auch so manche Härte ab. Der Oberkasperl steigt auf das Fass, schwingt den Reifen, sagt seinen Spruch und trinkt ein Stamperl. Davor will sich Karin Lipp nicht drücken, doch: „Ab und zu wechsle ich vom Hochprozentigen zum Prosecco.“ Das sei eine Gratwanderung, räumt sie ein. Das Tagesziel heißt, dass sie auch problemlos auf das letzte Fass steigt. Unterstützt wird sie von einem tüchtigen Kasperlteam, vor allem mit Michael Göschl. Sich in der Öffentlichkeit hinzustellen und zu reden, dazu gehöre schon Mut. Über den Erfolg freut sich Karin Lipp. Oft klopfte man ihr vergangene Saison auf die Schulter mit dem Kommentar: „Gut machst es.“ So erreichen die „Hooga Schaffler“ nach Oberkasperl Karin Lipp auch ihr historisch vorgegebenes Ziel.

Mut
gehört dazu

Die Schäffler lockten einst die Menschen nach der Pest aus den Häusern und verbreiteten Freude. Das gelinge heute wie damals: „Die warten schon auf uns, die freuen sich.“

Terminplan der Haager Schäffler

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