Wasserburg – Am 8. Januar mussten die Bewerber gemeldet sein, am 7. Januar hat die Linke Liste, wie sie in einer Pressemitteilung vom 9. Januar erklärt, eine Aufstellungsversammlung anberaumt, um einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten zu nominieren: Milan Matijevic. Er ist laut Linker Liste 24 Jahre alt, von Beruf Fachinformatiker.
Eine Überraschung, denn in Wasserburg ist er noch relativ unbekannt. Er nimmt den Wahlkampf auf gegen drei sehr bekannte Kandidaten: Bastian Wernthaler (SPD, CSU, Grüne, Bürgerforum), Georg Gäch (Wasserburger Block), Josef Baumann (Freie Wähler Reitmehring-Wasserburg). Gäch und Baumann sind Lokalpolitik-„Profis“, Wernthaler ist als ehemaliger TSV-Vorsitzender ebenfalls sehr bekannt in der Stadt.
Linke Liste will
zurück in den Stadtrat
Doch die Linke Liste hat sich für den Wahlkampf viel vorgenommen: Sie will zurück in den Stadtrat. 2020 hatte Christian Peiker für sie einen Sitz ergattern können. Er hatte die Partei 2021 jedoch verlassen und war zur SPD gewechselt. Wofür es auch Kritik gab, denn die Linken hatten damit ihren Platz verloren.
2026 wollen sie zurück in den Stadtrat. Die Nominierung eines eigenen Bürgermeister-Kandidaten bringt die notwendige Aufmerksamkeit, doch die Linken begründen ihre Kandidatur vor allem mit Folgendem: „Uns war es sehr wichtig, den Wählern eine Alternative zu bieten“, so Matijevic auf Anfrage.
Bereits im September 2024 hatte die Linke Liste Wasserburg kritisiert, dass durch Bastian Wernthaler als gemeinsamen Kandidaten von SPD, Grüne, Bürgerforum und CSU ein „Einheitsbrei“ in der Kommunalpolitik entstehen würde. Vor allem dies gibt Matijevic als Grund für die Kandidatur an. „Es war bislang ein ungewöhnlicher Wahlkampf, dem möchten wir etwas entgegensetzen“, erklärt Matijevic.
Eigener Kandidat auch
für die Linke „Neuland“
Die knappe Kandidatur so kurz vor Ende der Frist zum Einreichen möglicher Wahlvorschläge erklärt Matijevic damit, dass es sich auch für die Linke Liste um „Neuland“ handle.
In der Vergangenheit hatte die Partei nie selbst einen Bürgermeisterkandidaten gestellt. „Aber für uns gibt es keinen richtigeren Zeitpunkt als jetzt.“
Geboren in Baden-Baden lebt Matijevic nach eigenen Angaben seit seinen Jugendtagen in der Region. Er engagiere sich seit mehreren Jahren bei den Wasserburger Linken und sei deshalb für die Kandidatur „auserkoren worden“, wie er selbst sagt. Sein Ziel: „Frischen Wind in die Wasserburger Kommunalpolitik bringen.“
Getreu den Grundsätzen der Linken Liste wolle er sich vor allem für mehr soziale Gerechtigkeit in der Stadt einsetzen. Darunter falle, dafür zu sorgen, dass der Wohnungsbau in öffentlicher Hand bleibe, ein Thema, das die Linken bereits beim Verkauf der ehemaligen Essigfabrik umtrieb. Außerdem wolle er sich für eine Verbesserung beim öffentlichen Nahverkehr einsetzen und eine transparente und bürgernahe Stadtpolitik fördern.
„Viele Menschen wünschen sich eine echte Alternative zur bisherigen Stadtpolitik. Ich kandidiere, um eine soziale, solidarische und gerechte Perspektive in das Bürgermeisteramt einzubringen und Wasserburg für alle lebenswert zu gestalten“, so Milan Matijevic.