Altenhohenau b. Griesstätt – Die Sitzplätze in den Bänken der ehemaligen Klosterkirche in Altenhohenau reichten für die zahlreichen Besucher, die teilweise eine weite Anfahrt auf sich nahmen, nicht aus. Daher mussten beim Alpenländischen Weihnachts- und Dreikönigssingen zusätzliche Stühle aufgestellt werden. Eingeladen hatte dazu der Freundeskreis Klosterkirche Altenhohenau. Stellvertretend für den erkrankten Vorsitzenden Konrad Irtel hieß Vorstandsmitglied Georg Arnold die zahlreichen Musikliebhaber sowie Pfarrer Andreas Kolb und die mitwirkenden Musik- und Gesangsgruppen willkommen.
Die vier „Grenzlandbläser“ aus Nußdorf am Inn, Erl und vom Samerberg eröffneten den Abend mit Bläserweisen auf ihren Blechblasinstrumenten, bevor Pfarrer Andreas Kolb die vielen Besucher und Mitwirkenden mit einem herzlichen Grüß Gott begrüßte und den Organisatoren sowie Helfern dankte.
Im Programm wechselten sich die Griesstätter Sängerinnen Julia Loibl und Johanna Fischbacher mit passenden Volksmusikliedern ab. Weiterhin traten die Grenzlandbläser auf, die Freundschaftsmusi mit Ziach-, Hackbrett- und Gitarrenmusik, begleitet von den Griesstätter Sängerinnen und Barbara Asamer aus Aschau, sowie die Boarische Almmusi mit dem Ehepaar Simone und Albert Lahner (Zither und Kontragitarre) aus Hochberg bei Siegsdorf und der Zitherspieler Manfred Wörnle aus Mittenwald.
Stille kehrte in der Klosterkirche ein, als Pfarrer Kolb zwischen den Gesangs- und Musikstücken Texte zur Weihnachtszeit sprach. In seinem ersten Text sprach er die Bitte aus: „Lieber Engel aus Betlehem, sag deine Botschaft auch heute, rufe sie aus, alle Jahre wieder. Wir wollen sie hören, solange wir leben und unsere Kinder sollen sie hören, unsere Kindeskinder und alle, die nach uns kommen.“ Sein zweiter Beitrag handelte von einem Buben, der sich wünschte, einmal Gott zu begegnen. Der Bub erkannte Gott jedoch nicht, als ihn ein Freund um Hilfe bei den Hausaufgaben, eine alte Nachbarin um eine Kleinigkeit und ein Schulfreund um etwas zum Essen bat. Im Traum erschien ihm der liebe Gott und sprach: „Dreimal habe ich bei dir angeklopft, und dreimal hast du mich weggeschickt.“
In einem weiteren Beitrag erinnerte der Geistliche an die Geburt Jesu in der Krippe in Betlehem, wie sie im Lukas-Evangelium beschrieben wird.
Für seinen vierten Text hatte Pfarrer Kolb eine Erzählung aus Mexiko gewählt. Ein junger Hirte hatte einen Strohhalm aus der Krippe mitgenommen, den er stets fest in seiner Hand hielt. Die anderen Hirten baten den Jungen, den Strohhalm wegzuwerfen, da er für sie nur wertloses Zeug war. Für den jungen Hirten war er jedoch wertvoll. Er dachte: „Worauf hätte das kleine Jesuskind denn sonst liegen sollen, so arm wie es ist? Mir zeigt es, dass Gott das Kleine braucht, das Wertlose.“
Zum Nachdenken regte auch die Geschichte vom vierten König an, der das Jesuskind in der Krippe anbeten und ihm drei wertvolle Edelsteine schenken wollte. Weil sein Reittier jedoch lahmte, kam er nicht rechtzeitig zum vereinbarten Treffpunkt. Trotzdem machte er sich auf den Weg, doch er kam zu spät. Eine arme Mutter erzählte ihm vom furchtbaren Kindermord in Betlehem, dem auch ihr Söhnchen zum Opfer gefallen war. Voller Mitleid schenkte er ihr einen Edelstein, den er eigentlich dem Königskind schenken wollte. Nach langen Monaten erreichte er Ägypten, fand dort jedoch das Jesuskind und seine Eltern nicht mehr. Am Rande einer großen Stadt, als er bereits Jahre unterwegs war und überall fragte und suchte, traf er einen Aussätzigen, der schon fast verhungert war. Ihm schenkte er den zweiten Edelstein, damit dieser ihm in Zukunft helfen konnte. In den 30 Jahren seines Suchens hatte die Sehnsucht, den König der Welt zu finden, immer noch zugenommen. Er fühlte jedoch, dass sein altes Herz die anstrengende Reise um die halbe Welt nicht mehr lange aushalten würde. Einem nackten und frierenden Kind schenkte er den letzten Edelstein. In Todesangst sagte eine Stimme zu ihm: „Was du den Menschen, die in Not waren, getan hast, das hast du mir getan.“ Daraufhin gab der vierte König dem Weltenkönig am Kreuz gerne sein Leben zurück, denn nun hatte er ihn doch gefunden.
Zum Abschluss dankte Pfarrer Kolb allen Gästen und Mitwirkenden und lud zum gemeinsamen Singen des Andachtsjodlers ein, den die Grenzlandbläser und die Griesstätter Sängerinnen anstimmten. ala