Wasserburg – Es geht wieder los: Kaum hat das neue Jahr angefangen, buchen die Menschen ihren Urlaub. In den Reisebüros TUI und Sonnenklar in Wasserburg ist derzeit viel los. „Es ist Hauptbuchungszeit“, stellt Jutta Mauritz, Leiterin des TUI-Reisebüros am Marienplatz fest.
Viel gebucht werde dieses Jahr der Mittelmeer-Raum. Griechenland, Türkei, das seien die Klassiker. Ein wenig schleppend gehe derzeit das Geschäft mit Italien. Das sei etwas schade, schließlich gebe es gerade für Selbstreiser hier tolle Angebote von Ferienwohnungen. Wie in den letzten Jahren würden auch Kreuzfahrten sehr viel nachgefragt werden.
Weniger Familien, mehr „überlegte“ Buchungen
Allerdings stellt Mauritz fest: Die wirtschaftliche Lage macht sich auch beim Reisen bemerkbar. Gerade Familien würden weniger oder weniger weit weg reisen. „Man merkt schon, dass sich die Leute mehr überlegen müssen, ob sie sich das leisten können“, sagt Mauritz.
Dieser Trend halte aber schon seit 2023 an. „Es gab zwei Jahre in Folge starke Preiserhöhungen bei den Reiseanbietern. Das hat natürlich starke Auswirkungen auf die Kunden.“ Daher sei es nicht überraschend, dass „überlegter“ gebucht werde.
Ähnliches bestätigt auch Waltraud Wrage, Leiterin des Büros sonnenklar.tv in Wasserburg. Auch sie stelle fest, dass weniger Familien ins Reisebüro kämen. Zudem gehe der Trend weg von Pauschal-Reisen, hin zu selbst erstellten Reiseplänen. Eines der beliebtesten Reiseziele bei den Sonnenklar-Kunden: Tunesien. „Hier kann man noch sehr kostengünstig reisen“, so Wrage. Die Finger lassen die Kunden aber eher von den USA.
Galten die Vereinigten Staaten vor wenigen Jahren noch als Traumreiseziel, werden sie seit der Wahl von Donald Trump stark gemieden. Das erklären sowohl Wrage als auch Mauritz. „Die ersten drei Monate nach der Wahl gab es hier wirklich kaum Interesse“, berichtet Mauritz. Danach sei die Nachfrage wieder etwas gestiegen, allerdings nicht so, wie auf dem Niveau zuvor.
In ihren Beratungen, fließe zwar nie ihre eigene Meinung ein, doch auch für sich selbst würde sie Reisen in die USA derzeit meiden. Zwar seien es Einzelfälle, die Probleme bei der Einreise haben, doch das Risiko sei ihr persönlich zu hoch. „Letztlich muss das aber jeder selbst entscheiden“, so Mauritz.