Haag – Die Umstellung der Wasserzähler auf digitale Auslese war Thema im Gemeinderat Haag. Hierzu begrüßte Bürgermeisterin Schätz den Wassermeister Felix Fuchs.
Die circa 2000 Wasser-Hausanschlüsse des Marktes sind derzeit mit mechanischen Zählern ausgestattet. Vor dem Jahreswechsel werden die Grundstückseigentümer aufgerufen, den Zählerstand abzulesen und der Verwaltung mitzuteilen.
Erheblicher Aufwand
und Fehlerquelle
Doch genau das stellt oft einen erheblichen Aufwand dar und bei der Meldung komme es immer wieder zu Fehlern beim Ablesen, wie zum Beispiel Zahlendrehern.
Hinzu kommt, dass die mechanischen Wasserzähler eine Eichdauer von sechs Jahren haben und danach vom Personal der Wasserversorgung ausgetauscht werden müssen. Die Verwaltung empfiehlt daher die Umstellung auf funkauslesbare Zähler.
Bis Ende 2023 war der Einsatz dieser funkauslesbaren Wasserzähler durch das sogenannte begründungslose Widerspruchsrecht aus Artikel 24, Absatz vier Gemeindeordnung Bayern eingeschränkt. Dieses Widerspruchsrecht besteht seit Anfang 2024 aber nicht mehr, was einer flächendeckenden Einführung von funkauslesbaren Wasserzählern den Weg ebnet.
Fuchs zählte in der Sitzung die Vorteile auf: Die Mitarbeiter des Haager Wasserwerks können die Zähler von der Straße aus per Funk auslesen. Eine eigene Ablesung oder Nachholtermine sind somit nicht mehr notwendig. Auch Zahlendreher können durch die genauere Erfassung vermieden werden, die Abrechnungen sind exakter und Lecks können frühzeitig erkannt werden. Das hilft den Grundstückseigentümern, Kosten zu sparen. Auf die Frage, ob die Zähler Strom verbrauchen, erklärte der Wassermeister, dass diese mit Batterie laufen, welche bis zu 14 Jahre lang hält.
Die funkauslesbaren Wasserzähler können zudem in der Regel zwölf Jahre durch Stichproben-Fehlertoleranz genutzt werden, bis sie ersetzt werden müssen. Das bedeutet, dass nicht nach sechs Jahren alle Zähler getauscht werden müssen, es wird nur nach bestimmter Zeit ein Teil geprüft. Kommt es zu keinen Mängeln, besteht vor Ablauf der zwölf Jahre kein weiterer Handlungsbedarf.
Hans Urban (CSU) erkundigte sich, ob die Zähler auch von der Straße abgelesen werden können, wenn sie sich im Keller befinden, hinter einer Wand aus dickem Stahlbeton. Hier ging Fuchs auf Erfahrungswerte aus Waldkraiburg ein. Von 4.000 Zählern gebe es nur bei drei Probleme durch die Abschirmung. Die Umstellung auf funkauslesbare Wasserzähler würde in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren erfolgen. Hierzu wollte Hans Urban wissen, ob es sich nicht empfehlen würde, vorerst nur ein paar solcher Zähler als Test zu installieren. Doch das würde sich preislich bei den Anschaffungskosten nicht rentieren, betonte Fuchs.
Klaus Breitreiner (CSU) erkundigte sich, ob die Zähler vom Wasserwerk ausgetauscht werden oder ob die Verwaltung Angebote einer externen Firma einholen sollte.
Hierzu antwortete der Wassermeister, dass die Mitarbeiter des Wasserwerks dafür zuständig sein sollten, um den Überblick zu behalten. Zum Beispiel auch, wenn es mal in Haushalten zu einem ungewöhnlich hohen Wasserverbrauch aufgrund von Leckagen komme.
Ebenso kam im Gremium die Frage auf, ob sich durch die neuen Zähler die Grundgebühr ändert. Geschäftsführer Manfred Mörwald erklärte, dass die Gebühr von der Größe des Wasserzählers abhängt und auch dementsprechend von verschiedenen Kostenfaktoren, wie zum Beispiel der Wartung.
Erst zu einem
späteren Zeitpunkt
Inwiefern sich die Umstellung aber letztlich auf die Grundgebühr auswirkt, kann erst zu einem späteren Zeitpunkt kalkuliert werden.
Der Marktgemeinderat beschloss mit einer Gegenstimme, die mechanischen Zähler auf funkauslesbare Wasserzähler umzustellen. Fuchs hatte bereits zwei Angebote für Zähler dabei. Die sollen laut Bürgermeisterin Sissi Schätz in einem nächsten Schritt besprochen werden.