Finanzspritze für Utopia-Erhalt

von Redaktion

Stadt Wasserburg will das kleine Kellerkino nicht sterben lassen

Wasserburg – Ein Verein aus Ehrenamtlichen hat sich der Kino-Rettung in der Wasserburger Altstadt verschrieben. Zum neuen Jahr haben sie den Betrieb von Rainer Gottwald übernommen.

Nun versuchen sie, das kleine Kellerkino am Leben zu erhalten. Gemeinsam wollen sie den Aufgabegründen des ehemaligen Kino-Betreibers – wegen zunehmender Verluste durch konkurrenzbedingte Streaming-Angebote – die Stirn bieten.

Übernahme mit
leerem Geldbeutel

Dass dies kein einfacher Weg wird, liegt wohl auf der Hand. Schließlich erfolgte die Übernahme mit relativ leerem Geldbeutel und unter laufendem Kinobetrieb unter Berücksichtigung von Kosten für Strom, Personal oder Reinigung. Aus diesem Grund erreichte die Stadt kurzfristig ein entsprechender Zuschussantrag, vornehmlich um finanzielle Startschwierigkeiten zu beheben.

Die Stadt und ihre Ausschussmitglieder waren sich in der ersten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im neuen Jahr einig, dass es diese wertvolle Kultureinrichtung in der Herrengasse zu erhalten gilt. Das Kino Utopia leiste „einen wertvollen Beitrag für das vielfältige, kulturelle Angebot in Wasserburg, insbesondere durch das Kinoprogramm, das vorwiegend aus Filmen außerhalb des Mainstreams besteht“.

Um dem Verein seitens der Stadt finanziell unter die Arme greifen zu können, wurden im Rahmen der Haushaltsberatungen für den Haushaltsplan 2026 vorab verschiedene Lösungsansätze beraten. Infrage kämen laut Bürgermeister Michael Kölbl eine Mietkautionsbürgschaft, ein Investitionskostenzuschuss sowie ein einmaliger oder laufender Betriebs- oder Mietkostenzuschuss. „Damit der Verein überhaupt starten und leben kann, müssen wir ein bisserl Starthilfe geben“, brachte es der Bürgermeister auf den Punkt. Die Mietkautionsbürgschaft in Höhe von 3900 Euro stellt zunächst eine nicht kassenwirksame Maßnahme dar. Das bedeutet nach Erklärung Kölbls: Die Kommune darf Bürgschaften, die ein Einstehen für fremde Schuld oder für den Eintritt oder Nichteintritt bestimmter Umstände zum Gegenstand haben, nur zur Erfüllung ihrer Aufgaben übernehmen. Die Rechtsgeschäfte bedürfen der Genehmigung, wenn sie nicht im Rahmen der laufenden Verwaltung abgeschlossen werden.

Ein Investitionskostenzuschuss in Höhe von maximal 5000 Euro ist für die Anfangsinvestition des Vereins vorgesehen und beinhaltet die Ablöse von Inventar sowie den Kauf notwendiger Ausstattung.

Ob ein einmaliger oder laufender Betriebs- oder Mietkostenzuschuss gewährt werden kann, hänge vom Wirtschaftsplan und dem Betriebsergebnis ab.

Erst
Wirtschaftsplan

Daher zieht es der Ausschuss vor, die abschließende Entscheidung zu diesem Punkt zurückzustellen und sieht zunächst den Verein in der Pflicht, einen Wirtschafts- und Liquiditätsplan für das Jahr 2026 vorzulegen.

Die Ausschussmitglieder bliesen allesamt ins selbe Horn und lobten das große ehrenamtliche Engagement des Vereins. „Wir dürfen das Kino nicht sterben lassen“, lautete der Tenor. So wurde der Zuschussantrag für das Kino Utopia im Herzen der Wasserburger Altstadt einstimmig verabschiedet.

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