Fangquoten, Besatz und Finanzen

von Redaktion

Jahresversammlung des Kreisfischereivereins für Gewässer- und Artenschutz

Ehrung für 40 Jahre Mitgliedschaft: Armin Sinzinger (Mitte) erhielt die Urkunde von Franz Göpfert (links) und Roland Edl. Fotos Rieger

Wasserburg – Gut 250 Fischer begrüßte der Vorsitzende des „Kreisfischereivereins für Gewässer- und Artenschutz Wasserburg“, Franz Göpfert, zur Jahresversammlung in Staudham. Traditionell erfuhren die Anwesenden dabei, wie es um Fangquoten, Besatz und Finanzen steht, aber auch, wo derzeit der Schuh im Bereich der vom Verein betreuten Gewässer drückt.

In seinem Rechenschaftsbericht verwies Göpfert auf die erfolgreichen Beteiligungen des Vereins, wie auf den „Lernort Natur, Natur erleben und begreifen“ in Kerschdorf zusammen mit den Wasserburger Jägern. Ziel sei es hier vor allem gewesen, den Kindern den Naturschutzgedanken sowie das richtige Verhalten in der Natur nahezubringen.

Massive Probleme mit
zwei Schwarzfischern

Dazu dient laut Göpfert nun auch die neu aufgestellte Infotafel am Inndamm nahe der Realschule. Hier erfahre jedermann unter anderem, warum der Verein Laichplatz-Renaturierung betreibe, aber auch, warum das in diversen Kiesbetten eingebrachte Totholz für die Aufzucht eines natürlichen Fischbestandes nötig sei.

Massive Probleme habe es im Sommer mit zwei hartnäckigen Schwarzfischern gegeben, die mit einem ihnen gar nicht zustehenden Jahresfischerschein im Bereich Staudham aufgefallen seien. Göpfert ermahnte seine Fischer deshalb, auch künftig aufmerksam auf unerlaubte Entnahmen zu achten und verdächtige Beobachtungen der Vorstandschaft zu melden.

Nach der ersatzlosen Abschaffung des Jugendfischereischeins dürften nun Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in verantwortlicher Begleitung eines volljährigen Fischereischeininhabers mit eigenem Gerät fischen, ohne dass ein Antrag nötig sei oder Kosten bei einer Behörde anfallen würden, betonte Göpfert. Nötig sei nur noch ein Erlaubnisschein des Vereins. Auch das Schnupperangeln für Kinder ab sieben Jahren unter entsprechender Aufsicht sei weiter möglich. Abschließend wünschte sich der Vorsitzende eine noch regere Beteiligung der Mitglieder am traditionellen Königsfischen.

Der Zweite Vorsitzende Roland Edl ergänzte diese Ausführungen durch einige Berichte über aktuelle Sorgen der Vorstandschaft. So gebe es jetzt am Friedlsee und am Penzinger See mit den barrierefreien Fischplätzen, die bezüglich der Wege und Parkmöglichkeiten rollstuhltauglich sein sollten, noch bürokratische Verzögerungen. Trotz Einreichung aller geforderten Unterlagen im Bereich Friedlsee habe man bisher noch keine einzige behördliche Stellungnahme erhalten, bedauerte Edl, stattdessen verhindere nun eine neue Beschilderung die Zufahrt.

Zur Penzinger Hütte und dem Quersteg an der Bootsanlegerstelle für das leichtere Einsteigen ins Boot sei nun ein Plan eingereicht worden, der hoffentlich genehmigt werde.

Frage nach richtigem
Naturschutz

Vor allem aber sei der Fischotter derzeit ein großes Problem, so Edl. Durch ein intensives Monitoring in den Bereichen Inn, Attl, Ache, Murn und der kleinen Murn am Friedlsee habe sich gezeigt, dass der Fischotter vor Ort schon zu gut etabliert sei.

Um die Zukunft des Fischbestandes sehe es deshalb besonders an den kleinen Fließgewässern nicht besonders rosig aus. Die Frage des richtigen Naturschutzes stehe im Raum. Man müsse diesbezüglich mehr miteinander reden als übereinander. Dies habe die vergangene gemeinsame Veranstaltung mit dem Bund Naturschutz auch schon gezeigt.

Kassenwart Robert Brandl junior berichtete über das vergangene Rechnungsjahr, das ohne große Überraschungen geblieben sei. Allerdings zeigte er sich über die seit vergangenem Jahr geltende E-Rechnungspflicht via DATEV wenig begeistert. Bei der Entbürokratisierung seien die Vereine offensichtlich vergessen worden, bemängelte er.

Schriftführer Helmut Schmid gab wie gewohnt eine genaue Übersicht über die Fänge. Dabei zeigte es sich, dass sich im Vergleich zum Vorjahr wenig verändert hatte. Gewässerwart Hans Ellmer informierte seinerseits ausführlich über den Besatz und die Arbeiten rund um die Gewässer im Zuständigkeitsbereich des Vereins. Eine hohe Artenvielfalt sei festzustellen, ebenso eine bemerkenswerte Bestandsdichte, freute er sich.

Wartungsarbeiten und
Nachwuchsförderung

Hütten- und Gerätewart Herbert Obergehrer gab einen ausführlichen Überblick über die zahlreichen Arbeiten in Bezug auf Reparaturen, Wartungsarbeiten, Pflege von Zufahrten, Stegen und Booten, die vergangenes Jahr 844-mal genutzt worden waren. Zudem machte er darauf aufmerksam, dass ab 1. Februar die Hüttenvergabe unter einer neuen Telefonnummer erfolge. Die Preise blieben allerdings gleich.

Jugendleiter Martin Gansl- maier ergänzte schließlich die Berichte über Aktivitäten des Vereins mit denen der Jungfischer. Einen Tipp hatte er für den Nachwuchs aber auch bereit: Wenn das Handy in der Hosentasche bliebe, sei der Fang wohl erfolgreicher, merkte er schmunzelnd an.

Ausgezeichnet für langjährige Mitgliedschaft:

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