Wasserburg – Die ÖPNV-Linie soll langfristig verbessert werden. Darüber ist man sich einig im Rathaus. Unter Einbeziehung der inzwischen nicht mehr existierenden Rosenheimer Verkehrsgesellschaft (RoVG) fanden bereits in der Vergangenheit Gespräche statt, wie der ÖPNV ein insgesamt positiveres Bild abgeben könnte. Dabei war auch die Rede von einer möglichen Weiterentwicklung durch den Einsatz eines zusätzlichen Fahrzeugs.
Erste
konkrete Ideen
„Die Planungen kamen insbesondere durch die Auflösung der RoVG und die personellen Wechsel nur schleppend voran und schließlich zum Erliegen“, erklärte Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) den Ausschussmitgliedern in der Sitzung am 22. Januar. Dennoch wurden der Verwaltung Zwischenergebnisse des beauftragten Verkehrsplanungsbüros plan:mobil mitgeteilt, die zumindest einige konkrete Aussagen zulassen:
Die Frage nach einem
On-Demand-Verkehr
Auf Initiative des Vereins Rosenheimer Nachtexpress hat das Rosenheimer Landratsamt nun den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) mit der Erstellung einer Bedarfsverkehrsplanung beauftragt. Damit könnte Dynamik in die Sache kommen. Konkret untersucht werden sollen die Gebiete der Gemeinden Albaching, Edling, Pfaffing, Rott am Inn und Soyen sowie der Stadt Wasserburg. Mitunter im Fokus: Lücken im bestehenden Angebot sowie Taktungen. Zusammen mit einer fundierten Kostenanalyse sollen diese Kriterien eine Grundlage für eine mögliche Einführung eines On-Demand-Verkehrs bieten.
Dass die anfallenden Kosten dabei die beteiligten Kommunen selbst stemmen müssen, stieß den Ausschussmitgliedern sauer auf. Georg Machl (CSU) sprach gar von einem „Irrsinn.“ Denn das bedeute ja im Umkehrschluss: „Der Landkreis schafft an, zahlen müssen jedoch die Kommunen.“
Kölbl hielt nüchtern fest: „Wir kommen voran. Aber ich schätze, das kostet uns auch noch mal eine ganze Stange Geld.“
On-Demand-Verkehr
skeptisch beäugt
Weiter heißt es vonseiten des Planungsbüros: Ein On-Demand-Verkehr – einfacher formuliert als Rufbus – könnte die noch nicht mit dem Stadtbus erschlossenen Ortsteile an den ÖPNV anbinden. Für Attel wäre von Vorteil, dass Fahrbeziehungen nicht nur Richtung Stadt, sondern auch ins Umland möglich wären. Zudem könnte ein häufigeres und längeres Fahrangebot realisiert werden. Das Klinikum könnte nicht nur an den Stadtbus, sondern wohl auch direkt an die Umlandgemeinden angebunden werden. Zu vermeiden wäre jedoch ein Parallelverkehr zur bestehenden Stadtbuslinie.
Obwohl es dazu keinen Beschluss gab, sprachen sich die Ausschussmitglieder in einer kurzen Diskussion mehrheitlich gegen einen sogenannten Rufbus aus. „Ein Rufbus ist höchstens für die Oma, die wegen eines Arztbesuchs vom Land in die Stadt kommen müsste, sinnvoll“, formulierte es Christian Stadler (Grüne) und traf damit den Tenor der Ausschussmitglieder.
Zudem, ergänzt Werner Gartner (SPD), würden Gemeinden in der Region Rufbus-Angebote wie den On-Demand-Service Rosi im Chiemgau kontinuierlich zurückfahren. Die Gründe: zu hohe Kosten und eine zu geringe Nachfrage.
Die Ausschussmitglieder waren sich einig: Für tägliche Berufspendler und auch junge Menschen sei ein Rufbus, der zusätzlich zum 365-Euro-Ticket des MVV für Schüler und Auszubildende Kosten verursacht, irrelevant.
„In dieser Sache sind der Stadt Wasserburg zunächst die Hände gebunden, da es sich um eine politische Entscheidung handelt, die auf Landkreisebene getroffen werden muss“, schloss Andreas Hiebl, der in der Verwaltung für Verkehrsangelegenheiten zuständig ist, die Diskussion. Ergebnisse aus der Bedarfsverkehrsplanung könnten Mitte des kommenden Jahres vorgestellt werden. Erst dann könne die Stadt über das weitere Vorgehen entscheiden.