Kampf gegen schmerzhafte Spastiken

von Redaktion

Die kleine Melanie (3) aus Edling und ihre Eltern hoffen auf eine Intensivtherapie

Edling – Melanie Mlinaric sitzt in ihrer Spielecke, einem kleinen Mädchen-Traum aus Lila und Pink. Wer das Mädchen besucht, wird erst einmal eingeführt in alle Spielsachen, die sie hat. Stolz präsentiert sie ihr Peppa-Pig-Puzzle, ihre lila Tonie-Box, ihre drei rosa gekleideten Puppen. Die Dreieinhalbjährige ist ein aufgewecktes Kind. Scheu vor Fremden: absolute Fehlanzeige. Stattdessen erzählt sie vom Weihnachtsurlaub bei den Großeltern in Kroatien, dem Besuch ihres Cousins aus England, erklärt ihre Lieblingsspiele und verteilt Lollis an Besucher.

Klug und
voller Lebenswillen

Klug und voller Lebenswillen, so beschreiben ihre Eltern, Monika und Mario Mlinaric, das Mädchen. Dabei hatte Melanie keinen leichten Start ins Leben. Geboren in der 28. Schwangerschaftswoche, kam sie viel zu früh zur Welt. „Am Anfang sah noch alles verhältnismäßig gut aus“, erzählt Mutter Monika Mlinaric. Dann wurde bei Melanie eine Peri-Ventrikuläre-Leukomalazie festgestellt. Also Zysten im Gehirn, die sich vor allem bei Frühchen entwickeln können. Meist aufgrund von Sauerstoffmangel kommt es zu einer Schädigung der weißen Substanz, also Teilen des zentralen Nervensystems, im Gehirn. Die Folgen sind oft Einschränkungen in der Motorik. Auch bei Melanie.

Seit ihrer Geburt kämpft das Mädchen mit Spastiken im gesamten Körper. Sie tut sich schwer damit, Dinge zu greifen, laufen kann sie nur mit Unterstützung ihrer Eltern oder ihrer Gehhilfe. Auch aufrechtes Sitzen fällt Melanie schwer, dazu sind die Muskeln im Rumpf zu schwach und verkrampft. „Aktuell kippt sie immer nach vorne über“, erzählt Monika Mlinaric.

Doch sie und Ehemann Mario haben einen Plan: Eine Selektive-Dorsale-Rhiszotomy soll den Gesundheitszustand und damit die Lebensqualität ihrer Tochter verbessern. Bei der Operation werden die Nervenfasern im Rückenmark geöffnet mit dem Ziel, die fehlerhaften Fasern, die die Spastiken verursachen, zu entdecken und zu durchtrennen. „Wir hoffen, dass sie dadurch weniger Schmerzen hat und sich leichter bewegen kann“, erklärte Monika Mlinaric.

Damit diese Operation erfolgreich sein könne, hätten die Ärzte zunächst geraten, dass Melanie ihre Rumpf-Muskulatur aufbauen solle. Für das nächste Jahr stehen deshalb viele unterschiedliche Therapien an. Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag fahren Mutter und Tochter zu Therapeuten nach Attel, Wasserburg, Rosenheim oder München. Das hilft, doch das Ehepaar Mlinaric sagt auch: „Es sind zu wenig.“ Mehrfach im Jahr reist sie deshalb mit ihrer Tochter ins Ausland, meist nach Kroatien. Hier gebe es bessere Möglichkeiten für eine Intensiv-Therapie. Zwei Wochen werde in der Klinik mit Melanie gearbeitet. Mit verschiedenen Übungen soll die Dreijährige lernen, ihre Muskeln bewusst selbst anzusteuern. Demnächst will die Familie auch nach Slowenien zu einer neuen Intensiv-Therapie fahren.

Das Problem: Ein Großteil der Therapien werde von der Krankenkasse nicht mehr bezahlt. Auf 3.600 Euro belaufe sich der Kostenvoranschlag für die Therapie in Slowenien. Diese müssen Mlinaric und ihr Mann nach eigenen Angaben aus eigener Tasche bezahlen. „Und dann haben wir noch keine Unterkunft“, sagt Mlinaric. Die Familie hat deshalb einen Spendenaufruf bei Gofundme gestartet. 11.000 Euro sind bereits zusammen gekommen, zudem hätten sie Unterstützung der Klöpfersänger aus Rechtmehring bekommen. Dort geht Melanie in den Kindergarten.

Hoffnung auf
weitere Spenden

Dennoch hofft die Familie auf weitere Spenden aus der Bevölkerung. „Melli hat einfach einen so starken Lebenswillen und sie ist so klug. Sie spricht schon jetzt drei Sprachen. Da möchte ich ihr die bestmöglichen Voraussetzungen geben“, sagt Mlinaric.

Hinweiszu Gofundme

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