Krisenvorsorge auf der Agenda

von Redaktion

Gemeinderat Reichertsheim will Notfallplan überarbeiten

Reichertsheim – Läuft es anderswo besser als zuletzt beim mehrtägigen Stromausfall in Berlin? Der Reichertsheimer Gemeinderat sprach in seiner Sitzung über die Krisenvorsorge in der Gemeinde und im Landkreis.

Dafür gebe es, so erklärte Bürgermeister Franz Stein (Einigkeit Ramsau) auf Nachfrage, in Zusammenarbeit mit dem THW einen Plan, um Krisen dieser Art zu bewältigen. Grundlage dafür sei eine Initiative des „Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe“, das eine entsprechende Broschüre bereitstelle. Die werde an die Haushalte verteilt und ist auf der Internetseite der Gemeinde unter „Leben & Wohnen“ und „Notfallvorsorge“ verfügbar. Darin stehen Tipps unter anderem zu „Ohne Strom kochen“ bis hin zum „Schutz vor Explosionen“. Zu den Bedrohung zählt das Ministerium nicht nur Desinformation und Sabotagen, sondern auch Luftangriffe: „Selbst ein Krieg scheint nicht mehr ausgeschlossen zu sein“, heißt es darin. Daher erfolge der Rat, im Ernstfall das Innere eines Hauses zu bevorzugen und die Regel der „Zwei Wände“ zwischen Bewohner und Außenseite zu beherzigen. Auch die Gemeinde selbst verfüge über einen Krisenplan, der nun zu überarbeiten sei. Wichtig seien dabei etwa Orte für einen Krisenstab und eine Anlaufstelle für Bürger. Dafür böten sich Rathaus und Schule an, aber auch das Reichertsheimer Feuerwehrhaus. Das sei noch zu klären, denn es habe den Vorteil, dass damit die Nahwärmeversorgung für 20 Haushalte weiter funktioniere. Möglich sei darüber hinaus auch eine Anschaffung von Notstromgeneratoren.

Der Zweckverband Schlichtgruppe könne die Wasserversorgung über mindestens 72 Stunden aufrechterhalten. Zu klären sei auch der Bezug etwa von Diesel, unter Umständen könnten Landwirte aushelfen. Festgehalten wurde, dass die Behinderteneinrichtung Ecksberg bereits über eigene Notfallpläne verfüge. Für weitere pflegebedürftige Personen der Gemeinde sei letztlich der Krisenstab zuständig. Herauszufinden sei, inwieweit die Kläranlagen mit Notstrom betrieben werden könnten und das Telefonnetz auf Landkreisebene weiter in Betrieb bleibe.

Als Nächstes steht im Februar ein Treffen mit den Feuerwehrkommandanten und Gemeinderäten und eventuell weiteren Vertretern von Einrichtungen an. Zu diesem Thema sei für den 26. Oktober bereits eine landkreisweite Übung angesetzt. kg

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