Stadtbus-Haltestellen werden digital

von Redaktion

Freistaat Bayern hat Gelder frei – Wasserburg kann bei Förderprojekt nachrücken

Wasserburg – Recht spontan fand dieser Tagesordnungspunkt einen Platz auf der Tagungsliste des Haupt- und Finanzausschusses: Die Umsetzung einer digitalen Fahrgastinformation – kurz DFI – an mehreren Haltestellen des Stadtbusses.

Zunächst sei die Innstadt Andreas Hiebl zufolge gar nicht für eine Umrüstung vorgesehen gewesen. Nun scheint es aber so, dass der Freistaat Bayern Geld übrig habe und Wasserburg als Teilhabensträger am Förderprojekt nachrücken könne. Hiebl ist in der Verwaltung unter anderem für Verkehrs- und ÖPNV-Angelegenheiten zuständig und weiß, dass die Einrichtung dynamischer Fahrgastinformationstafeln zu 80 Prozent gefördert wird.

Eigenanteil der Stadt
bei 23.300 Euro

Der verbleibende Eigenanteil der Stadt an den Investitionskosten läge damit nach Abzug der Förderung nur noch bei 23.300 Euro. Jährliche Wartungs- und Instandhaltungskosten beliefen sich auf circa 5300 Euro ab dem dritten Betriebsjahr, wobei Reinigung und Versicherung nicht inkludiert sind.

Sollte das Förderprogramm des Freistaats fortgeführt werden, strebt die Verwaltung an, möglichst alle Haltestellen im Stadtgebiet mit DFI-Anzeigen auszustatten. Je nach Bedeutung und Größe der Haltestelle kann zwischen drei verschiedenen Arten von elektronischen Anzeigetafeln gewählt werden. Zunächst sind im Genehmigungsantrag des MVV folgende Plätze zur Aufrüstung vorgesehen:

Die modernen Anzeigetafeln informieren über Fahrplan- und minutengenaue Echtzeitdaten sowie Störungen und Verspätungen. Der Aufwand für Aushänge in Papierform, insbesondere Baustelleninformationen, könnte laut Hiebls Einschätzung reduziert werden. Über eine gelbe Taste werden die Informationen für Personen mit Leseeinschränkungen auch akustisch wiedergegeben. Die kleineren Fahrplankästen in der Größe eines DIN-A4-Blattes seien sehr stromsparend: Statt eines eigenen Stromanschlusses werden sie mit einem Solarpanel betrieben.

Grundsätzlich kamen die Vorteile der digitalen Aufrüstung bei den Ausschussmitgliedern überzeugend an, es schlichen sich allerdings auch Bedenken in die Überlegungen ein.

So warf Georg Machl (CSU) die Gefahr von Vandalismus in den Raum und blies damit ins selbe Horn wie seine SPD-Kollegen Wolfgang Janeczka und Werner Gartner. Schließlich würden gerade die kleinen Kästen ein etwas „windiges“ Bild“ abgeben und Randalierer durchaus „dazu einladen“, mit Aufklebern oder Eddings zu hantieren und die Anzeige so unleserlich zu machen.

Hiebl gab zu, dass das Ganze durchaus ein bisserl ein Wagnis sei, auf das sich die Stadt einlassen müsse. Schließlich sei Vandalismus ein „Riesenthema“ in Wasserburg. So werden unter anderem die öffentlichen WC-Anlagen immer wieder Opfer von Randalierern, aktuell sind die Toiletten im Parkhaus am Kellerberg wegen Vandalismus gesperrt. „Aber dann dürfte man gar nichts Neues mehr einführen, denn die Gefahr, dass etwas zerstört wird, besteht immer.“

Er fuhr fort, die Kästen gebe es seit circa drei Jahren im MVV-Gebiet. Bislang wisse er nichts von einer konkreten Einschätzung in Bezug auf Verschandelungen.

Versicherung
gegen Vandalismus

Es bestehe jedoch die Möglichkeit, sich mit einer entsprechenden Versicherung gegen Vandalismus zu rüsten. Den Vorschlag Janeczkas, den Kasten auf eine Stele zu bugsieren, stufte er als eher nichtzielführend ein, da es fraglich sei, ob die Info dann noch auf einer für jedermann erreichbaren Höhe hinge.

Am Ende segneten die Ausschussmitglieder die Umrüstung an den aufgeführten Haltestellen im Jahr 2026 einstimmig ab. Gartner brachte es auf den Punkt: „Eine tolle Sache. Es ist schließlich ein Unterschied zwischen Warten mit und ohne Information. Ersteres ist dann doch wesentlich angenehmer.“

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