Rott – Mit Beginn der kommenden Mahdsaison sollen in der Region verstärkt Rehkitze vor dem Tod durch Mähmaschinen geschützt werden. Dafür werden in Rott engagierte Helfer und Drohnenpiloten gesucht, die sich an der Kitzrettung beteiligen. Ziel der Aktion ist es, die Wiesen vor dem Mähen systematisch abzusuchen und so den „sinnlosen Tod der Rehkitze“ zu verhindern.
Nach Angaben der Initiatoren beginnt der Einsatz früh am Morgen, wenn „der Morgentau noch auf den Wiesen glitzert und die Welt um uns herum langsam erwacht“. Während die Region noch schlafe, stünden die Beteiligten bereits am Feldrand bereit, um Leben zu retten. Die Kitzrettung sei „nichts für Langschläfer, aber alles für Genießer“ und biete eindrucksvolle Naturerlebnisse, wenn „die ersten Sonnenstrahlen den Nebel durchbrechen, während man konzentriert auf den Monitor blickt“.
Organisiert ist die Rettungsaktion als Zusammenspiel von Technik und Handarbeit. Mit modernen Wärmebilddrohnen scannen die Piloten die Wiesen systematisch ab. Sobald ein heller Punkt auf dem Display erscheint, steigt laut Mitteilung der Puls, denn dann zähle Teamarbeit: Über Funk dirigiert der Pilot die Helfer am Boden präzise zum Fundort. Mit Kescher und Handschuhen wird das Kitz vorsichtig gesichert und anschließend behutsam in einen schützenden Korb am Feldrand gebracht, wo es bleibt, bis die Mähmaschinen abgezogen sind.
Die Initiatoren beschreiben das Erlebnis, ein gerettetes Kitz in den Händen zu halten, als kaum zu übertreffenden Moment. Es sei „eine Mischung aus purer Erleichterung, Stolz und tiefer Verbundenheit mit unserer heimischen Natur“. Für die Einsätze werden sowohl technikaffine Drohnenpiloten als auch zupackende Helfer gesucht, die keine Scheu vor Gummistiefeln haben.