Waldhausen/Schnaitsee – Um die Erhöhung des Abschusssolls gab es im Bereich der Jagdgenossenschaft Waldhausen einige Diskussionen. Zu Beginn des Jahres wollten die Jagdgenossen eine Erhöhung des bisherigen Abschusses um 30 Prozent. Nach Einspruch der Jagdpächter wurde eine endgültige Erhöhung um 20 Prozent festgelegt. Dazu sollten einige Zusatzmaßnahmen getroffen werden. „Unser aller Ziel muss es sein, dass die Hauptbaumarten ohne Schutzmaßnahmen aufwachsen können“ begründete Jagdvorsteher Sebastian Pichler bei der Versammlung im Waldhauser Sportheim diese Erhöhung.
Laut Streckenliste wurde das Soll im Revier 1 von Sepp Freutsmiedl zu 103 Prozent erfüllt. Bei einem Soll von 64 Stück Rehwild konnte er ein Ist von 66 Stück berichten. Zudem wurden sieben Füchse, ein Marder, vier Hasen, fünf Krähen, vier Dachse und neun Enten erlegt, letztere zum großen Teil in der Kläranlage. „Die konnten da nicht mehr raus und wären qualvoll verendet.“ Im Revier 2 von Christian Lackmaier wurden bei einem Soll von 75 Stück 77 Stück Rehwild erlegt. Auch das bedeutet knapp 103 Prozent. „Hier macht das Aufkommen der Füchse, die auch Krankheiten verbreiten können, große Sorgen“ so Lackmaier. In seinem Revier wurden 47 Füchse erlegt. Weiter wurden acht Marder, zwölf Krähen, sieben Elstern, vier Dachse und zwei Graureiher geschossen. Zwei Hasen fielen dem Straßenverkehr zum Opfer. Lackmaier berichtete von mutwillig beschädigten Leitersprossen am Stand bei Axtberg. „Das kann katastrophale Folgen nach sich ziehen.“ Zudem forderte er die Genossen auf, dass sie bekannte Schäden an Jagdeinrichtungen gleich melden sollen.
Die Versammlung begann mit dem Gedenken an die verstorbenen Jagdgenossen Alois Pfenninger, Sebastian Hauser, Josef Kailer und Anton Gilg. Schriftführer Markus Schilder verlas das Protokoll der letzten Versammlung und der Vorstandssitzungen mit der Festlegung der Abschussplanung. Nach dem positiven Kassenbericht von Thomas Steckermeier und dem Prüfungsbericht durch Alban Freutsmiedl und Hubert Breitreiter wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet. Daraufhin wurde festgelegt, dass vom Reinertrag zwei Euro je Hektar an die Jagdgenossen ausbezahlt werden. Vorsteher Sebastian Pichler berichtete, dass 2025 keine Wildschäden gemeldet wurden. Drei Waldbegehungen wurden durchgeführt. Zur Besichtigung bei Schimpflingsöd konstatierte Pichler: „Im Westen kann man nicht klagen.“ Eine vielbesuchte Begehung fand mit Förster Helmut Gattinger im Schermannsöd statt. Dort in unmittelbarer Nachbarschaft sollen fünf Windkraftanlagen im Toerring-Wald entstehen. „Hier konnten bei der Diskussion mehrere aktuelle Themen mit dem Förster besprochen werden.“ Eine letzte Begehung fand im Dezember statt. Pichler dankte den Pächtern für das gesellige Rehessen am 28. November und ging zuletzt auf einige Themen aus der Versammlung der ARGE der Jagdgenossenschaften in Traunstein ein. Wie seit Jahren gehörte das Verhindern des Mähtodes für Rehkitze zum Hauptthema. Dazu erläuterte er, dass Drohnenüberflüge vor dem Mähen zur Pflicht werden könnten. Im Falle einer Anzeige nach dem Mähen eines Kitzes sollen sich Betroffene unbedingt fachlich beraten lassen. Für das Frühjahr kündigte Pichler eine weitere Waldbegehung an.