Zum Bericht „Radwege, Skatepark und Campus“, Lokalteil:
Verständlich, dass ein amtierender Bürgermeister, der am 8. März wieder gewählt werden will, Aussagen vermeidet, die vor diesem Termin über ihn in der Presse stehen. Darum hat Herr Hetzl bis zum Wahltermin Stadtrats- und Ausschuss-Sitzungen vertagt.
Bei der Bürgerversammlung hat er gut vorbereitet seinen Vortrag gehalten, auf der Großleinwand im Stadtsaal seine Darstellung in eineinhalb Stunden von der Entwicklung in Mühldorf präsentiert. Bei allen Themen hat er die Stadt nur auf einem guten Weg in die Zukunft gezeigt. Zu den Fragen der Bürger wurde nicht wie üblich ein Saal-Mikrofon herumgereicht, sondern vorne vor dem Bürgermeister ein Mikrofon aufgestellt. Deswegen gab es – wie zu erwarten – nur wenige Wortmeldungen. Es ist normal, dass erst einmal gesagt werden muss, um was es eigentlich geht, ehe man dazu eine Frage formuliert. Hier hat der Bürgermeister, bevor ich zum Ende meiner Ausführungen kam, dies geschickt unterbrochen und auf seine persönliche Bürgersprechstunde bei ihm im Rathaus verwiesen.
Meine Fragen wären gewesen: 1. Muss Mühldorf noch bis 2045 warten, bis über einen Campus-Standort entschieden wird, weil so lange noch der aktuelle Mietvertrag läuft? 2. Wo sehen Sie den idealen Standort einer Campus-Ansiedlung zur Belebung unserer Innenstadt? Mit seiner Unterbrechung konnte er verhindern, dass er darauf antworten musste. Man kann davon ausgehen, dass viele dieses Manöver durchschaut haben und gespannt sind, ob das seine Chancen, noch ein zweites Mal gewählt zu werden, erhöht. Hier kann man berechtigte Zweifel haben.
Walter Kolb
Mühldorf