Leserforum

„Überbordende Bürokratie“

von Redaktion

Zum Artikel „Pilotprojekt Biogasanlagen verknüpfen“ (Lokalteil):

Es ist bezeichnend für unsere Politik, wie billig Biogas seit jeher als hochwertiger Energieträger abgespeist wird. Wenn es dem bayerischen stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger und einigen Vertreterinnen und Vertretern des Bauernverbandes nur darum ging, mit einem Artikel in den Medien genannt zu werden, ist dies gelungen.

Tatsache ist aber, dass Gemeinschaftsbiogasanlagen in Südtirol bereits vor 25 Jahren gegründet und betrieben wurden. Hier wurden die meist kleineren landwirtschaftlichen Betriebe von der Politik angehalten, ihre Gülle und Mist möglichst umweltfreundlich zu behandeln, um den Tourismus nicht zu beeinträchtigen. Zielansatz dieser Politik war, dass sich 50 bis 100 Betriebe in einer Genossenschaft zusammengeschlossen und eine gemeinsame Anlage gebaut haben. Einzelanlagen war damals schon zu teuer. Diese Erfahrungen sind ohne mit Steuergeldern unterstützte Machbarkeitsstudien abrufbar. Biogas hätte bereits mit dem EEG 2012/2014 soweit wie möglich flexibilisiert werden müssen, so wie es der Gesetzgeber jetzt mit dem aktuellen Biogaspaket ultimativ fordert.

Der Hauptvorteil von Biogas war und bleibt die einfache wirtschaftliche Speicherung der Energie in Form von Rohgas und Wärme. Biogas hat nur eine Chance wenn es endlich in Kombination mit den anderen erneuerbaren Energien Wind und PV-Anlagen gemeinsame Versorgungskonzepte anbietet. Leider glauben viele Anlagenbetreiber zwischenzeitlich selbst nicht mehr an einen Erfolg aufgrund der meist unsinnigen überbordenden Bürokratie gegenüber Biogas.

Adam Bürger

Gars

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