Haag – Halbzeit heißt es für die „Hooga Schaffla“. Sieben Tage sind gemeistert, neun stehen noch bevor. Markenzeichen ist und bleibt nach Schäfflermeister Sepp Herzog der Zusammenhalt und die reibungslose Organisation.
170 Tänze absolvieren die Schäffler diese Saison. Allein an diesem „strammen Wochenende“ leisten sie 33 Auftritte an drei Tagen. „Das ist ganz schön stressig“, kommentiert Schäfflermeister Sepp Herzog. Doch der Aufwand lohne sich: „Die Leute freut es, wenn wir kommen, und sie sehen, dass es auch uns Freude macht.“
Organisation beginnt
lange vor Saisonstart
Die Organisation hatte lange vor Saisonstart begonnen. Plakate wurden erstellt und verteilt, Termine „eingesagt“ und notiert, Buchs geholt und die Bögen gebunden. Minutiös kalkulierten die „Haager Binder“ Logistik und Terminplan. Trotzdem war man zum Startschuss etwas nervös. „Ich hab auf dem Fassl auch mal was zu sagen vergessen. Dann aber hat es super funktioniert“, so Sepp Herzog. Disziplin heißt das Zauberwort für den reibungslosen Ablauf. Alle halten sich an die neue „Fünf-Minuten-Regel“, nach der die Aufbrüche angekündigt werden. Dann setzt sich der gesamte Tross von 50 Leuten mit Schäfflern, Musikern, Kasperl, Marketenderinnen und Begleitern in Bewegung. Die Bilanz bisher: „Wir sind alle sehr diszipliniert. Alle ziehen am gleichen Strang.“ Zu den Begleitern gehört auch Andrea Herzog, die Frau des Schäfflermeisters. Sie war anfangs gar nicht begeistert vom neuen Ehrenamt ihres Mannes. Jetzt beteiligt sie sich mit Freude an der Organisation.
Zur Disziplin gehört der pünktliche Antritt am Treffpunkt Bauernmarkt. Da gilt auch nach ausgiebigen „Garagenabenden“ keine Ausrede. „Am Morgen ist noch keiner zu spät gekommen“, berichtet der Schäfflermeister. Ein dickes Lob hat er für Oberkasperl Karin Lipp, weiß er doch als ehemaliger Oberkasperl genau, was es da zu leisten gilt, wenn man vom Fass aus lustige Verse anzubringen hat: „Die macht ihre Sache sehr gut.“
Mit vollem Eifer dabei ist Marketenderin Elisabeth Spindler: „Es ist einfach schön zu sehen, wie sich die Leute freuen, wenn wir zu ihnen kommen. Das freut uns auch.“ Kasperl Seppe Herzog, vor 14 Jahren schon dabei, vor sieben Jahren Wagerlbub, berichtet von einem „eingespielten Team“.
Hauptaufgabe der Kasperl ist, auf das „Wagerl“ mit dem Fass aufzupassen. Daneben wirken sie lustig, schminken Erwachsene und schenken den Kindern Bonbons. „Ich bin stolz auf unsern ganzn Haufa“, so Seppe Herzog. Erstmals wurden zum Auftritt Anstecker verkauft. 500 sind schon fort, es muss nachbestellt werden. Auch die Fotos finden gute Abnahme.
Zu einer günstigen ersten Halbzeit trug auch das Wetter bei: kein Wind, wenig Schnee, kein Regen, doch die rechten Temperaturen, dass der Reim stimmt: „Aba hei dos koid.“ So sind die „Haager Binder“ für den Endspurt bestens gerüstet. Die Auftritte vom unsinnigen Donnerstag bis zum Faschingssonntag fordern nochmals einen besonderen Kraftakt.
Das Leben kommt
wieder in Schwung
Schäfflermeister Sepp Herzog recherchierte bislang so einiges zur Schäfflertradition. So fand er heraus, dass sich das Schnapstrinken deshalb etablierte, weil man auf das Wohl der Leute nach einer schlechten Zeit getrunken hatte.
Der Reifenschwung des Schäfflermeisters soll dabei symbolisieren, dass das Leben wieder in Schwung kommt. Der Rhythmus von sieben Jahren ist angeblich mit der magischen Zahl Sieben verbunden, so wie die sieben Brücken, über die man gehen muss.