Grünes Licht im Stadtrat für Neubau

von Redaktion

Der Stadtrat Wasserburg hat den Maßnahmenplan für den Neubau des Feuerwehrhauses verabschiedet. Die Investitionssumme liegt bei rund 19,7 Millionen Euro. Der Baubeginn ist für Herbst 2026 geplant, die Fertigstellung soll im Sommer 2028 erfolgen.

Wasserburg – Im Zuschauerraum noch Platz zu finden war zu Beginn der jüngsten Mammut-Sitzung des Stadtrats Wasserburg schwierig. Grund dafür war eine ganze Truppe an Feuerwehrangehörigen, die sich auf Besucherplätzen drängte. Kein Wunder, es ging schließlich um „ihre Heimat“.

Viel geändert hat sich vom Vorentwurf allerdings nicht, wie Architekt Tobias Hübner vom Architekturbüro „Fritsch & Tschaidse“ gleich zu Beginn erläuterte. Diese Planung war im Oktober vergangenen Jahres vom Stadtrat abgesegnet worden. Grob zusammengefasst soll das neue Feuerwehrhaus über zehn Stellplätze für die Fahrzeuge verfügen.

Außerdem soll das Erdgeschoss über die Ausstattung für die tägliche Feuerwehrarbeit wie Schlauchwaschanlage und Atemschutz-Werkstatt verfügen. Im Obergeschoss sollen Büros, Aufenthaltsräume und ein Veranstaltungsraum, der auch für die allgemeine Bevölkerung zugänglich ist, untergebracht werden. In einem kleinen Nebengebäude sollen außerdem Kaltlager, ein Übungsturm und die Waschhalle verbaut werden.

Luftwärme- statt Grundwasser-Wärmepumpe

All das war dem Stadtrat bereits bekannt. Neu war allerdings, dass auf das Dach des Nebengebäudes zwei Luftwärmepumpen verbaut werden sollen. Im Oktober waren die Planungen noch in Richtung Grundwasser-Wärmepumpe gegangen, doch Probebohrungen hatten eine zu geringe Wärme ergeben, daher sei eine Neuplanung nötig geworden, so Hübner.

Neu war außerdem die Kostenrechnung. Mit Investitionen von 17,1 Millionen Euro rechnet die Stadt nun, noch im Oktober war bei der qualifizierten Kostenschätzung die Rede von 15,8 Millionen Euro. Grund für die Steigerung ist laut Hübner die Kalkulation der Atemschutz-Werkstatt, die mit 357.000 Euro zu Buche schlägt und die Planungskosten sowie Ausstattungskosten für die Küche mit circa 65.000 Euro. Hinzu komme noch die prognostizierten Risiko- und Indexkosten von sieben Prozent, also etwa 945.000 Euro.

Gemeinsam mit dem bereits getätigten und abbezahlten Grundstückskauf von 2,6 Millionen Euro liegt damit die Investitionssumme für den Neubau des Gerätehauses bei etwa 19,7 Millionen Euro. Die Folgekosten für den Unterhalt des Hauses werden sich auf etwa 80.000 Euro belaufen.

Hochwasser-Sicherheit
nicht möglich

Eine stolze Summe, wie auch seitens des Stadtrats bemerkt wurde. „Es ist eine beeindruckende Planung. Beeindruckend auch, was die Kosten angeht“, stellte Norbert Buortesch (Bürgerforum) fest. Wie schon in früheren Sitzungen erkundigte er sich zum Thema Hochwasser-Sicherheit. Der Großteil des Gerätehauses soll aus Massivholz erbaut werden, lediglich ein Abschnitt von 80 Zentimetern im Erdgeschoss soll aus Beton bestehen. Buortesch hatte schon im Oktober angefragt, ob es im Zuge der Hochwasser-Sicherung nicht klüger wäre, mehr Beton zu nehmen. Architekt Hübner erteilte dieser Idee jedoch eine Absage. Die Bedenken seien noch einmal geprüft worden, Tatsache sei allerdings: Sollte es zu einem extremen Hochwasser kommen, bei dem die Dämme des Inns nicht mehr ausreichen, würde das Feuerwehrhaus sogar bis ins erste Obergeschoss geflutet werden. Daher sei es nicht zielführend, hier mit mehr Beton zu arbeiten.

Kulturreferentin Edith Stürmlinger (Bürgerforum) monierte die Deckenhöhe im Veranstaltungsraum. Für das Raumklima wäre es schöner, die volle Höhe auszunutzen. Hübner verwies allerdings auf die Technik, die über der Decke verbaut werden müsse und ansonsten keinen Platz habe.

Fertigstellung im Sommer
2028 geplant

Ansonsten zeigte sich der Stadtrat jedoch zufrieden. Nach fünfjähriger Verzögerung sei es gut, wenn die Stadt nun endlich ins Tun komme, bemerkte Georg Machl (CSU). Das wird wohl auch so sein. Denn die Verwaltung hat sich selbst einen strikten Zeitplan auferlegt, wie im Laufe der Sitzung deutlich wurde. Schon in der nächsten Bauausschusssitzung soll die Baugenehmigung verabschiedet werden, wie Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) erklärte. Im Sommer sei geplant, die ersten Ausschreibungen zu tätigen, sodass im Herbst dieses Jahres noch der Baubeginn erfolgen könne. Mit der Fertigstellung des Hauses rechnet Kölbl laut eigenen Angaben im Sommer 2028.

Einstimmig verabschiedete der Stadtrat den Maßnahmenplan für den Neubau des Feuerwehrhauses.

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