Wasserburg – Der Jahrtag der Vereine, das traditionelle Fest der Stadt zu Ehren der rund 135 Vereine in und um Wasserburg, der Verbände und Institutionen sowie der 30 kirchlichen und sozialen Einrichtungen der Stadt, fand am Montagabend zum 22. Mal statt. Zu der Veranstaltung im voll besetzten Saal des Feuerwehrhauses kamen geschätzt knapp 180 Besucher, allesamt Vertreter der diversen Organisationen. Dies waren deutlich mehr als im vergangenen Jahr, was Beobachter auf die bevorstehenden Kommunalwahlen zurückführten.
Zum Wohl
der Gemeinschaft
Bürgermeister Michael Kölbl hieß die Teilnehmer herzlich willkommen und sprach zur Begrüßung von einer „sehr vereinsaktiven Stadt“. „Das ist für mich jetzt auch das letzte Vereinstreffen, weil ich zum 1. Mai in den Ruhestand gehe“, fügte er hinzu. Im Mittelpunkt der von einer Atmosphäre der Vertrautheit geprägten Veranstaltung stand wie in den Vorjahren die Würdigung von Personen, die mit viel Herzblut – so Kölbl – und hauptsächlich ehrenamtlich zum Wohle der Gemeinschaft tätig sind. Die Vorschläge dazu kamen wie üblich aus dem Rathaus oder von den Vereinen.
Zuerst geehrt wurde Ömer Sengül, geboren 1974 in Wasserburg, der mit viel Beifall des Saales bedacht wurde. Er sei derjenige gewesen, der am Donnerstag, 8. Juni, dem Tag des Großbrands am Weberzipfel, ganz früh am Morgen, „sehr, sehr schnell“ gehandelt, die Feuerwehr alarmiert und damit Schlimmeres verhindert habe. Niemand sei, betonte Kölbl, bei dem Brand zu Schaden gekommen, Sengül selbst habe allerdings an diesem Fronleichnamstag eine Rauchvergiftung erlitten.
Des Weiteren wurde Angelika Gut vom Wasserburger Kneipp-Verein für ihr außerordentliches Engagement geehrt. Sie habe 2014 die Organisation und Betreuung der Gesundheitskurse übernommen, ein wichtiges Standbein des Vereins. Sie verstehe es, mit Menschen umzugehen, sie sei immer geduldig und habe sich nicht vor neuen Aufgaben gescheut. Kölbl wies ferner darauf hin, dass sie nebenbei kommissarisch den Posten der Vorsitzenden des Kneipp-Vereins übernommen habe. Von der Stadt gewürdigt wurde auch Heinz Utschig, seit 2009 Vorstand des Reitmehringer Tennisvereins, ein laut Kölbl „großer Kommunikator, wie er im Buche steht“. Die Asphaltierung des Platzes vor der Übungswand in Reitmehring und die Gründung der eingetragenen Spielvereinigung TeG Wasserburg-Reitmehring seien auch seiner Initiative zu verdanken. 20 Jahre lang war Utschig bei den Bayerischen Staatsforsten für den Ebersberger Forst zuständig. Zu den Geehrten gehörte zudem Peter Rink, ehemaliger Vorsitzender des Heimatvereins von 2013 bis 2025 und Leiter des Luitpold-Gymnasiums, ein herausragender Historiker. Ebenfalls gewürdigt wurde Georg Untergehrer, seit 45 Jahren treues und sportlich äußerst erfolgreiches Mitglied der Schützengesellschaft Staudham und seit 2016 Ehrenschützenmeister der SG. „Er wurde im Sternzeichen des Schützen geboren“, sagte Kölbl unter dem Gelächter des Publikums.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde Andreas Hiebl von der Stadtverwaltung für die Organisation der Bürgerversammlungen.
Umschwärmte
Würstelparade
Anschließend hatten vier Organisationen Gelegenheit, ihre Aktivitäten dem Publikum vorzustellen: Der Verein „24 Stunden gegen Krebs“, der im Kampf gegen den Blutkrebs engagiert ist, der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), der Fußballverein SV Genc Wasserburg sowie die „Wasserburger Bierkultur“.
Es war ein unterhaltsamer, informativer Abend, mit vielen Gesprächen am Rande. Und abermals umschwärmt: die traditionelle „Würstelparade“.