Zum Artikel „Bus-Chaos in Kling“ im Lokalteil:
Die Einstellung der Buslinie 9413 trifft uns im ländlichen Raum in vielen Bereichen und nicht nur in Einzelfällen, wie vom Landratsamt Rosenheim dargestellt. Betroffen sind nicht nur Schüler, auch Studierende, Auszubildende, Personen ohne Fahrzeug, ältere Menschen und Kranke, die nun keine ÖPNV-Verbindung haben. Es ist unverständlich, eine seit Jahrzehnten funktionierende Verbindung einfach abzuschaffen.
Die vom Landratsamt genannte Alternative mit Buslinie 9441 ist unzumutbar: Der nächste Zustieg für Kling liegt vier Kilometer entfernt!
Verantwortlich für Planung, Organisation und die Sicherstellung eines ausreichenden Verkehrsangebots sind die Landratsämter. Auch für eine pünktliche Beförderung der Schüler zum Unterricht.
Die Aussagen des Landratsamtes Rosenheim sind auch in folgendem Punkt falsch: Es gibt laut Aussage des Busunternehmers ausreichend Busfahrer. Diese haben durch den Wegfall jetzt sogar Standzeiten, die überbrückt werden müssen. Auch die Aussage „Schüler dürfen kulanterweise mitfahren“ hat finanzielle Gründe, da sonst die Kosten für Taxifahrten zur nächstgelegenen Bushaltestelle (über 320 Euro jährlich) zu erstatten sind.
Die Streichung der Linie verschärft soziale Ungleichheit, zwingt Familien zu zusätzlichen Autofahrten und führt zu höherer Umweltbelastung und höheren Ausgaben von Steuermitteln, weil nun die Schülerbeförderung durch mindestens drei statt einer Fahrt erfolgt. Ganz zu schweigen davon, dass die Kinder zum Teil wesentlich längere Fahrtszeiten haben, unsichere Umstiege (Querung einer Bundesstraße, verpasste Anschlüsse) und dadurch zu spät in die Schule kommen.
Öffentlicher Nahverkehr ist eine Pflichtaufgabe und darf nicht allein nach Rentabilität beurteilt werden.
Marion Mitter
Babensham