Erfolgreiches Konzept der Stadtkapelle zeigt sich auf der Bühne

von Redaktion

Jugendkonzert im Wasserburger Rathaussaal – Ensemblespiel als Grundlage der musikalischen Ausbildung

Wasserburg – Schon eine lange Tradition hat das Jugendkonzert der Wasserburger Stadtkapelle. Ganze Familien bis zu Oma und Opa lassen sich diesen ersten Auftritt ihres familiären jungen Nachwuchses nicht entgehen. Oftmals ist es ja der erste Auftritt in der Öffentlichkeit. Und das dann gleich im altehrwürdigen großen Wasserburger Rathaussaal. Das Lampenfieber ist bei den beteiligten Kinder Jugendlichen nicht mehr steigerbar.

Der Vorsitzende der Stadtkapelle, Markus Obergeher, freute sich natürlich über die vielen Konzertbesucher. Unter ihnen letztmalig als Bürgermeister der Stadt Wasserburg Michael Kölbl mit seiner Ehefrau.

Wichtig in der Programmgestaltung war den Verantwortlichen der Stadtkapelle das Musizieren in kleinen Gruppen als Grundlage jeder Ausbildung am Instrument zu zeigen. Über den Einzel- und Gruppenunterricht hin zu kammermusikalischen Besetzungen, um dann über die Bläserjugend und das Jugendorchester irgendwann im großen Erwachsenenorchester, der Stadtkapelle, anzukommen. Eröffnet wurde das Musikprogramm mit den beiden Bläserklassen der Grundschule am Gries, geleitet, begleitet, und mit viel motivierendem Humor unterstützt von der musikalischen Gesamtleiterin der Stadtkapelle, Barbara T. Bschorr. Das war schon fast wie aus dem musikalischen Schulwerk von Carl Orff, was da, eingebunden in erste Erfahrungen, begeistert von den Kindern dem Publikum vorgeführt wurde.

Weiter im Programm ging es mit dem Musizieren in kleinen Gruppen. Erstmals dabei als Lehrer für das Waldhorn war Patrick Berg mit seiner Klasse. Eine alte Volksweise hatte er mit einer Schülersextett-Besetzung einstudiert, der Vortrag gelang schön und ausdruckstark. Ebenso wie bei den beiden jungen Flötistinnen, die mit ihrer Lehrerin Monika Bendner ein kleines Allegro in überzeugendem Gesamtklang spielten. „Für Paul“ hieß ein kleines Musikstück der Instrumentallehrerin Magdalena Weber, das sie eben für Paul, ihren jungen Tuba-Schüler, komponiert hatte. Denn nichts anderes als eben eine Tuba kam für ihn bei der Instrumentenwahl in Frage. Seiner Begeisterung für dieses Instrument sind wahrscheinlich keine Grenzen gesetzt. Das war im Rathaussaal zu sehen und zu hören. Beim Erwachsenenorchester saß Martin Block mit im Register der ersten Klarinette. Dass ihm die Bearbeitung von Notenliteratur sehr gut gelingt, zeigte er mit zwei Nachwuchsmusikern der Jugendkapelle bei der schwierig zu spielenden zeitgenössischen Komposition. Die Klarinette in der Gruppe stellte recht hohe Anforderungen. „Aber Mozart geht ja immer“, dachte sich wohl Klarinettenlehrer Johannes Sembdner. Mit „seinen“ drei jungen Klarinettistinnen spielte er aus einem Divertimento zwei Sätze. Liebenswert vorgetragen und mit viel Konzentration war es ein Auftritt mit feiner klassischer Barockmusik.

Den Abschluss des ersten Konzertabschnittes bot ein Blechbläserensemble mit jungen Musikern, die schon ein paar Jahre in der Ausbildung sind und teilweise bereits im Erwachsenenorchester mitwirken. Magdalena Weber und Mathias Engl stellten dafür einen Brass-Sound zusammen, bereiteten ihn musikalisch vor und präsentierten ihn gemeinsam mit selbstbewusster Begeisterung und reifem Können.

Nach der Pause kam das Anfängerorchester, die „Bläserjugend“, auf die Bühne. Geleitet von Georg Auer als Musikpädagogen, als Unterstützer und Leiter im wahrsten Sinne. Ruhig in den Gesten, verlässlich gegenüber seinen jungen Bläsern, und natürlich auch den Schlagwerkern. Mit drei einstudierten Musikstücken zeigte der Blasorchesternachwuchs, wie und warum Musik auf dieser Leistungsstufe mit rhythmisch recht anspruchsvollen Teilen und einer angenehm ausgeglichenen Besetzung Spaß machen kann.

Den Abschluss des Konzertabends übernahm wie immer beim Jugendkonzert das Jugendorchester selbst, unterstützt und motiviert von ihrem neuen musikalischen Leiter und Dirigenten Michael Morgott. Mit einem US-amerikanischen Marsch wurde der Auftritt eröffnet. Dann gab es Rock-Historie vom Feinsten. Denn die Musik von Freddie Mercury und der Gruppe „Queen“ bekam mit der „Bohemian Rhapsody“ eine hymnische musikalische Verneigung. Das konnte nur noch mit Musik zum Film Harry Potter aus der Feder von John Williams gesteigert werden.

Es war schließlich auch keine Überraschung, dass das Publikum sich mit donnerndem Applaus am Ende des Abends vom Nachwuchs der Stadtkapelle verabschiedete.

Eingeladen für einen Gastauftritt war ein Schlagwerkensemble aus dem neuen Ausbildungsprogramm der Stadtkapelle, das wieder- und neueinsteigende Erwachsene in ihrem musikalischen Hobby begleitet. Gespielt wurden zwei brasilianische Tänze. Mit Instrumenten aus dem Fundus der Stadtkapelle, die wie ein Xylofon ausschauten, von Konga-Trommeln, dem Schlagzeug und einem E-Bass unterstützt sowie vom Schlagwerklehrer Bernhard Henke vorbereitet, entstand eine spannende Interpretation, die den erwachsenen Besuchern im Publikum besonders gefiel. Die Leistungsfähigkeit der vereinseigenen Bläserschule der Stadtkapelle ist kein glücklicher Zufall, sondern das Ergebnis gezielter Förderung durch qualifizierte musikalische Fachkräfte. Die Stadt Wasserburg braucht sich nach diesem Abend keine Sorgen über die Zukunft ihrer Stadtkapelle und die Musik in der Stadt bei vielen Anlässen im Jahreskreis machen. Andreas Burlefinger

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