Wasserburg – Begrünte Flachdächer, eine schöne Idee, möchte man meinen, doch in Wasserburg sorgen sie eher für Frust. Denn schon wieder ist eines der Dächer kaputt. Erst im Dezember hatte sich der Stadtrat mit dem Flachdach des Theaters beschäftigen müssen. Nach wiederholten Wassereinträgen muss dieses für circa 290.000 Euro saniert werden. Hinzu kommen circa 91.000 Euro für die Installation der PV-Anlage.
Keine zwei Monate später stand in der jüngsten Bauausschusssitzung nun das nächste Flachdach auf dem Plan. Denn auch die Decke des Foyers der Mittelschule – erbaut im Jahr 2015 – ist kaputt und undicht. Wie Roy Tinter, Bautechniker der Stadt, erklärte, war der Wassereintritt zum ersten Mal im Januar 2025 aufgefallen. Daraufhin seien umgehend Sofortmaßnahmen im Sinne einer Lecksuche und Notabdichtung durchgeführt worden. Gekostet habe das bislang etwa 46.000 Euro.
Inzwischen sei festgestellt worden, dass auch die Dämmung des Dachs durchfeuchtet wurde. Diese müsse getrocknet werden, um die Statik, den Gebäudeschutz und die energetischen Standards sicherzustellen. Angedacht sei, zunächst das Wasser aus dem Dämmmaterial herauszuziehen und dann mit heißer Luft zu trocknen. Die geplanten Kosten würden sich auf etwa 35.000 Euro belaufen. Insgesamt soll für die Instandsetzung des Dachs also etwa 81.000 Euro ausgegeben werden. Geld, für das die Stadt selbst aufkommen muss, denn wie im Bauausschuss deutlich wurde, ist die Gewährleistung für das Dach trotz des noch jungen Alters von knapp zehn Jahren abgelaufen. Auch die Elementarversicherung greife in diesem Fall nicht.
Die Krux ist allerdings eine andere, denn ob die Maßnahme erfolgreich sein wird, ist noch unklar. „Die Firma hat damit bereits Erfahrung, aber es handelt sich um einen Versuch“, betonte Tinter. Eine Gewährleistung, dass die Dämmung danach tatsächlich trocken und weiterverwendet werden könne, gebe es nicht. Doch im Grunde sei der Versuch alternativlos. „Ansonsten müssen wir das gesamte Dach erneuern“, so Tinter.
Ein Ärgernis, auch für die Bauausschuss-Mitglieder. „Eines garantiere ich: Sollte ich noch einmal in diesen Stadtrat gewählt werden, werde ich nie wieder einem Flachdach zustimmen“, polterte Wolfgang Schmid (CSU). Stadtbaumeisterin Mechthild Herrmann versicherte, dass zeitnah keine Flachdächer mehr geplant seien. Einstimmig beschloss der Bauausschuss daraufhin, dem Sanierungsversuch stattzugeben.