„Da wird kriminelle Energie frei“

von Redaktion

Erneut beschäftigt Vandalismus im öffentlichen Raum die Wasserburger Polizei

Wasserburg – Schon wieder musste die Polizei Wasserburg wegen Vandalismus ausrücken. Dieses Mal im Visier der Randalierer: die Herrentoilette im Parkhaus Überfuhrstraße, in der ein Fenster eingeschlagen wurde. Außerdem rissen die unbekannten Täter ein Waschbecken zu Boden, sodass es zu einem erheblichen Wasseraustritt kam.

Eine „sehr unerfreuliche Sache“ für den Dienststellenleiter der Wasserburger Inspektion: „Wir sind mit der Meldung über den Wasserschaden im Parkhaus an die Öffentlichkeit gegangen, weil wir uns Hinweise aus der Bevölkerung in Bezug auf den oder die Täter erhoffen. Bei einem Sachschaden in Höhe von rund 2.000 Euro reden wir nicht mehr von einem Kavaliersdelikt.“

Inklusive
Wasseraustritt

Bei solchen Beschädigungen, insbesondere wenn sie sich häufen, entstehe Steinmaßl zufolge ein gewaltiger Schaden – vor allem in dem aktuellen Fall in der Überfuhrstraße inklusive Wasseraustritt. „Das sind keine fahrlässigen oder zufälligen Schäden, weil jemand beispielsweise mit dem Skateboard etwas umgefahren hat. So ein Waschbecken geht nicht von allein kaputt. Da wird kriminelle Energie frei und das muss einfach nicht sein.“

Es sei schließlich nicht das erste Mal, dass Gewaltexzesse in den Wasserburger Parkhäusern und den öffentlichen Toiletten stattfinden, sodass man durchaus von einer Serie sprechen könne, unterstreicht der Polizeichef den Ernst der Lage.

„Vandalismus“, fährt Steinmaßl fort, „muss nicht nur von einer Person ausgehen, es können auch Personengruppen dahinterstecken. Zudem müssen wir davon ausgehen, dass es sich nicht immer um den- oder dieselben Täter handelt. Es können natürlich auch verschiedene Leute sein, die in den Toilettenanlagen wüten.“

Die Vermutung, dass jugendliche Randalierer dahinterstecken könnten, möchte Steinmaßl weder bestätigen noch dementieren: „Man kann jetzt nicht pauschal davon ausgehen, dass es sich um Jugendliche handelt, weil bei denen Vandalismus naheliegt. Wir vermuten die Täter zwar schon eher in diesem Bereich, möchten uns aus heutiger Sicht aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Dafür fehlen Beweise.“

Grundsätzlich betont Steinmaßl, sei ein Parkhaus primär zum Parken da: „Das heißt, es gibt keinen Grund, sich dort aufzuhalten, ohne dass man sein Auto parkt, bewegt oder wegfährt. Wer sich dennoch in diesem Bereich länger und auffälliger aufhält, hat womöglich finsterere Beweggründe.“

Daher könne er nur an die Bürger appellieren, ein bisserl mehr Aufmerksamkeit an den Tag zu legen: „Legt jemand ein ungewöhnliches Verhalten an den Tag oder betreibt Unsinn in Form von gezielter Sachbeschädigung, lieber einmal mehr die 110 rufen.“

Wachsendes
Problem

Auch für die Stadtverwaltung stellen die zunehmenden Vandalismus-Fälle einen Verdruss dar, wie Andreas Hiebl einräumt: „Sachbeschädigung ist immer unangenehm und wir werden es nie ganz verhindern können. Es handelt sich leider um ein in der Bevölkerung wachsendes, gesellschaftliches Problem, mit dem wir uns in Zukunft sicherlich wieder auseinandersetzen müssen.“

Der Vandalismus-Schaden von Ende Januar aber stelle keine Mehrbelastung für die derzeit laufenden Sanierungsarbeiten am Parkhaus Überfuhrstraße dar. Für 2,8 Millionen Euro wird das Parkhaus aktuell instand gesetzt – ohnehin mehr Geld als ursprünglich kalkuliert. Dass nun für 2.000 Euro Sachschäden an den WC-Anlagen repariert werden müssen schröpft den Stadtsäckel dennoch zusätzlich.

Nutzungsgebühren für
WCs einzige Lösung?

Eine Möglichkeit, Vandalismus und Randalen einzudämmen, ist ein eingeschränkter Zugang zu den WCs. Darüber wurde zuletzt in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt bereits diskutiert.

Einerseits war man sich einig, die Toiletten im Stadtgebiet öffentlich und für jeden – egal, welchen Geschlechts – erreichbar zu gestalten. Andererseits ist ein erschwerter Zugang durch Gebühren der einzige Weg, Beschädigungen durch Gewaltausbrüche zu verhindern.

„Uns geht es nicht um den Mehrverdienst von ein paar Cent Nutzungsgebühr“, wiederholt Hiebl die Quintessenz aus der Januar-Sitzung. „Unterm Strich bleibt da wenig übrig, wenn Installation und Wartung für Drehkreuze oder Kartenzahlgeräte abgezogen werden. Vandalismus-Aktionen aber könnten so wohl deutlich eingeschränkt werden.“

Wie genau es mit dem unschönen Thema Vandalismus in Parkhäusern und den öffentlichen Toiletten im Stadtgebiet weitergehen wird, wird in einer der nächsten Sitzungen behandelt.

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