Haag – Seit 25 Jahren hat Haag kein Prinzenpaar mehr im Fasching. Die einst so beliebten Bälle beschränken sich heute auf den Galaball der FaGeHa. Trotzdem halten die Haager den Fasching noch hoch. Größter Beliebtheit erfreut sich nach wie vor der Kinderfasching.
Vor 25 Jahren überreichte Bürgermeister Hermann Dumbs Christian und Tanja Zeilinger die Rathausschlüssel. „Ihre Tollitäten“ hießen „Tanja I. von der scharfen Feile“ und „Christian I. vom rußigen Besen“. Sie sollten das letzte Prinzenpaar bis heute bleiben.
Hofmarschall 1999 war Gabi Weig. Andrea und Ludwig Schletter waren als Prinzenpaar vorangegangen. Ihnen wiederum voraus gingen Andrea und André Petersen. 1992 hatten Herbert und Gerti Zeilinger den Haager Prinzenthron bestiegen.
Zuschauer
von weitum
Schon in den 50er- und 60er-Jahren stellten sich zu Haager Faschingszügen Zuschauer von weitum ein. Die großen Bälle, so bei der Inthronisation des Faschingsprinzen Ingo Schober, fanden im Altdorfer Konstantinsaal statt. Das erste Haager Prinzenpaar des neuen Faschings 1983 stellten Irina Suchland und Erhard (Fisch) Thunn. Es folgten unter anderen Max Anzenberger, Elisabeth Irrgang, Albert Oberloher, Günter und Lydia Goetzke.
Die Garde hatte sich unter Leitung von Brigitte Wosnitzka aus einer Mädchenturngruppe des TSV Haag im Jahre 1982 zur Showtanzgruppe „Carambas“ formiert und nach einigen Jahren schon große Erfolge eingefahren. Sie blieb bis 1996 eine Unterabteilung des TSV 1864 Haag. Dann erfolgte der Schritt in die Selbstständigkeit und die Gründung der FaGeHa 1997, natürlich zum traditionellen Termin am 11.11. Die „Teenies“ der „Carambas“ tanzten 1998 zum ersten Mal, die „Kids“ traten seit 2005 in das Rampenlicht.
Das Markenzeichen der „Carambas“ hieß: Training und Veranstaltungen werden ausschließlich durch Vereinsmitglieder organisiert. Bis heute gilt, dass sich die Trainerinnen aus ehemaligen Aktiven rekrutieren, die Choreografie, die Kostümgestaltung und Musikauswahl aus den eigenen Reihen zusammengestellt werden.
Den Fasching der Neuzeit brachte die HaRoFaGi, die Haag-Rosenberger-Faschings-Gilde, so richtig zum Leben. Dahinter standen elf Herren mit weißem Hemd, schwarzer Hose und einer Narrenkappe, die ein Schlossturmmodell krönte. So zogen sie 1983 auf die Bühne des Konstantinsaals in Altdorf, um der Lumpenprinzessin Manuela, die vor einem Traktormodell saß, zu applaudieren.
Über zehn Jahre sollte die HaRoFaGi nicht nur Zugpferd für die närrische Saison sein, sondern auch eine politische Funktion erfüllen, nämlich die Rosenberger und Haager zusammenzuführen. Wenn zum „Rosenberger Ball“ geladen wurde, war der Saal zu Altdorf stets brechend voll. Die Gemeinde Rosenberg, damals noch existent, finanzierte für die Damen der Neubürger ein Stück Kuchen als Empfangsgeschenk.
1983 wurde ein „kleiner Faschingszug“ mit Start am Lagerhaus probiert. 1988 kam der Prunkwagen, den der mit Holzpferden geschmückte Bulldog zog. 10.000 Zuschauer zählte man zum Faschingszug, wenn man sich nicht verzählte. So eine Zahl wurde nie mehr erreicht.
Kunstmaler Gustav Kutzer und ZDF-Kulissenchef Ludwig Hartl gestalteten den neuen Bürgersaal für die Bälle, die damals noch mit zwei Kapellen vor vollem Haus abgehalten wurden. Ihren Einbruch erlebte die HaRoFaGi 1993, als die Besucherzahlen im Bürgersaal schrumpften. Neuen Schwung brachte Faschingspräsident Herbert Zeilinger für die FaGeHa. Heute dirigieren die närrische Saison neben anderen Faschingspräsident Tom Saydam, Lea Jezildjic, Sophia Obermaier und Gloria Glasl. xy