Bad Feilnach – Große Aufregung herrschte vor rund einer Woche im Bad Feilnbacher Ortsteil Eulenthal. Dorthin war am Dienstagmittag, 3. Februar, ein Großaufgebot an Feuerwehren, Polizei und Rettungskräften geeilt, nachdem ein Viehstall in Brand geraten war. Dabei kamen mehrere Kälber ums Leben, vier Personen erlitten zudem Rauchgasvergiftungen.
Brandursache
ist weiter unklar
Nun hat der tragische Vorfall ein Nachspiel, denn die Tierschutzorganisation PETA hat sich eingeschaltet. In einer Pressemitteilung ist gar von einer Strafanzeige die Rede, die PETA bei der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, erstattet hat. Doch worum genau geht es?
Am Dienstagmittag wurde ein Großaufgebot zahlreicher Feuerwehren, Polizei, Notärzte und Rettungswagen alarmiert, weil in einem Kälberstall Feuer ausgebrochen war. Laut Kreisbrandrat Richard Schrank handelte es sich um einen Brand, „der von innen ausgelöst wurde“. Als die Einsatzkräfte eintrafen, hatten der ansässige Bauer und die Bäuerin mit einem Nachbarn bereits erste Löschmaßnahmen ergriffen und den Brand in den Griff bekommen.
Trotz des anschließenden „Ablöschens“ durch die Feuerwehren konnten fünf Kälber aus dem brennenden Stall nicht mehr gerettet werden.
Bei den Löscharbeiten zogen sich zudem insgesamt vier Personen Rauchgasvergiftungen zu, darunter auch ein Feuerwehrmann, erklärte die Polizeiinspektion Brannenburg. Der Gesamtschaden dürfte sich laut ersten Schätzungen auf über 30.000 Euro belaufen. Wie es zu dem Brand im Kälberstall kommen konnte, dazu gibt es bislang keine Erkenntnisse.
Auf erneute Nachfrage teilte ein Sprecher der Polizeiinspektion Brannenburg mit, dass die Ermittlungen hierzu noch laufen. Allerdings seien auch noch nicht alle beteiligten Personen vernommen worden. Der Sprecher stellt jedoch klar: „Es gibt keine Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung.“
Klar ist zudem, dass etwa 20 Kälber bei dem Einsatz gerettet wurden und mit Unterstützung anliegender Landwirte in anderen Stallungen untergebracht wurden. Gegenüber dem OVB hatte eine Sprecherin des Landratsamtes Rosenheim erklärt, dass in diesem und vergleichbaren Fällen das Veterinäramt nicht eingeschaltet werde.
Indes hat sich jedoch die Tierschutzorganisation PETA mit einer Pressemitteilung zu Wort gemeldet und bezieht sich darin auf das Unglück in Bad Feilnbach. „Medienberichterstattung zufolge sind bei einem Brand in einem Stall im oberbayerischen Landkreis Rosenheim fünf Kälber qualvoll getötet worden“, heißt es. Zwar ist die Brandursache bislang unklar. Laut PETA seien dennoch unzureichende Brandschutzmaßnahmen noch immer ein häufiger Grund dafür, „dass Tiere in Ställen qualvoll ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen“. Jährlich würden auf diese Weise Zehntausende Tiere bei Stallbränden sterben, da selbst die mangelhaften gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten würden.
Um auf mögliche Verstöße gegen tierschutzrechtliche Straftatbestände hinzuweisen und das öffentliche Interesse an einer gründlichen Ermittlung zu betonen, habe PETA am 5. Februar Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, erstattet.
Dies konnte Oberstaatsanwalt Dr. Rainer Vietze gegenüber dem OVB bisher jedoch noch nicht bestätigen. „Bei dem für die Verfolgung von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz zuständigen Staatsanwalt ist die angesprochene Strafanzeige bisher nicht eingegangen“, teilte er mit.
Unzureichende
Brandschutzmaßnahmen?
Sollte die Strafanzeige jedoch im Hinblick auf mögliche Straftaten im Zusammenhang mit dem Brand gestellt worden sein, so könnte diese auch durch den Staatsanwalt bearbeitet werden, der für die Verfolgung von Branddelikten zuständig ist, erläuterte Dr. Vietze.
Da der mögliche Tatort im Landkreis Rosenheim liegt, wäre für die Verfolgung einer möglichen Brandsache dann nämlich die Zweigstelle in Rosenheim zuständig. Doch auch hier konnte eine Anzeige auf OVB-Anfrage bislang nicht bestätigt werden.