Keine Einigung beim Honorar

von Redaktion

Gedenkfeier für Weltstar Maria Schell in Wasserburg scheitert an Gage und Organisation

Wasserburg – Wasserburg hat ihr eine Straße gewidmet, Tochter Marie Theres Relin der Mama zum 100. ein Buch geschrieben. Außerdem gibt es zu Ehren des Weltstars, der es in den 50er- und 60er-Jahren bis nach Hollywood schaffte, viele Veranstaltungen in Deutschland und Österreich: Lesungen, Filmvorführungen, Konzerte, Ausstellungen. Den Auftakt machte eine Lesung auf Gut Immling.

Tour mit
neuem Buch

Maria Schell, die am 15. Januar 100 Jahre alt geworden wäre und mit 79 nach schwerer Krankheit verstarb, ist auch medial stark vertreten. Tochter Marie Theres Relin tourt mit ihrem neuen Buch „Yes, we Schell“ durch die Konzertsäle und Fernsehstudios, unter anderem gab es mehrere Auftritte (Lesung mit Musik und Gesang) bei der Münchener Lach- und Schießgesellschaft. Zuletzt saß Relin, ebenfalls Schauspielerin, Wasserburgerin, außerdem Bestseller-Autorin, auf dem Talk-Sofa im NDR: Das Studio in Hamburg hatte im Hintergrund extra für sie sogar eine Wasserburg-Kulisse aufgebaut.

Gegenseitige
Vorwürfe

Auch in Wasserburg, wo Maria Schell lange lebte und sich noch viele ältere Bürger an sie und ihr charmantes Lächeln erinnern, sollte es eine Veranstaltung mit Relin geben. Doch bisher: Fehlanzeige. Was ist passiert? Edith Stürmlinger, Kulturreferentin, spricht von einer „traurigen Angelegenheit“. „Ich bedauere sehr, dass eine würdigende Veranstaltung nicht geklappt hat. Wir hätten es gerne gemacht, aber zu unserem großen Bedauern hat Marie Theres Relin uns abgesagt.“ Grund seien Bedingungen, die der Kulturkreis als Veranstalter nicht hätte akzeptieren können, so Stürmlinger. Relin gibt die Schuldfrage zurück: In der Tat, man habe sich nicht einigen können, doch für sie seien die Bedingungen, die in Wasserburg angeboten worden wären, nicht tragbar gewesen. Das beziehe sich auf die Gage und auf die in ihren Augen nicht professionell genug gestaltete Organisation.

Stadt wollte „würdige
Feier“ organisieren

Die Stadt habe eine würdige 100-Jahr-Feier zu Ehren von Maria Schell organisieren wollen, betont Stürmlinger. Viele hätten sich bereit erklärt, die Feierlichkeit ehrenamtlich mitzugestalten. Die Kommune habe ein Extra-Budget und das Theater Wasserburg die Räume und Personal für die Technik zur Verfügung stellen wollen. Der Kulturkreis Wasserburg wäre als Veranstalter aufgetreten. Der Verein hätte auch die Hotelübernachtung für den Musiker sowie die Kosten für den Umtrunk im Theater nach der Lesung sowie die Gema-Gebühren übernommen. Relin habe jedoch eine Fix-Gage gefordert, die der Verein nicht habe tragen können. Relin spricht von der Notwendigkeit, dass die auftretenden Künstler ein „angemessenes Honorar“ erhalten würden, auch ihr musikalischer Bühnenpartner Michael Halberstadt, der aus Kaiserslautern anreisen müsse. Dies habe unter anderem die Stadt Miesbach getan: Sie habe sogar eine Maria-Schell-Ausstellung organisiert und eine Veranstaltung für Senioren bei freiem Eintritt organisiert.

150 Besucher an
einem Nachmittag

Jeder Besucher habe eine Tafel der Maria-Schell-Schokolade gratis erhalten. Es seien 150 Besucher an einem Donnerstag um 14 Uhr gekommen, unterstreicht sie den Erfolg. „Es wurde ein angemessenes Honorar an Michael Halberstadt und mich bezahlt, dazu An- und Abreise, zwei Tage Hotel für uns beide. Weiter hat das Kulturzentrum Waitzinger Keller 100 Bücher, 100 CDs und 200 Schokoladen gekauft.“

Wasserburg hat in den Augen von Relin eine einmalige Chance auf positive Außenwerbung versäumt. Stürmlinger findet, die Stadt habe ordentlich zahlen wollen für „einen Abend, der letztlich auch der Werbung für Marie Theres Relins Buch gedient hätte“.

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