Mehr als ein Festival

von Redaktion

Verein Movinn Forward organisiert neben „Bums on Wheels“ weitere Aktionen in Wasserburg

Wasserburg – Die Geschichte von „Bums on Wheels“ hat ihren Ursprung im Jahr 2023. Damals steckte das Festival noch in den Kinderschuhen und startete als vages Pilotprojekt auf dem Gelände hinter dem Fitnessstudio „Sykfit“. Das Konzept schlug ein: Das Skate-Festival wurde mit jedem Jahr größer und beliebter.

„Subkultur schließt
eine Lücke“

Ihr Netzwerk haben die Vereinsmitglieder von „Movinn Forward“ um Vorstand Bene Soukup in den vergangenen Jahren ordentlich ausgebaut. „Wir sind im Kulturleben Wasserburgs fest etabliert und strecken unsere Fühler natürlich weiter aus. Diese Subkultur schließt eine Lücke in der Stadt. Dass die Leute inzwischen auf uns zugehen und wir für unsere Arbeit einen derartigen Zuspruch erfahren – diesen Erfolg hätten wir uns vor drei Jahren nie erträumt“, freut sich Soukup.

Einmal im Monat treffen sich die Verantwortlichen. 15 bis 20 Leute sind unterm Jahr mit den unterschiedlichsten Aufgaben betreut. Beim Festival selbst helfen über 70 Leute auf verschiedenste Art und Weise. Mehr als die Hälfte der helfenden Hände stammt aus dem sozialen Bereich.

Skatepark fester
Veranstaltungsort

„Wir sind ein bunter Haufen, das Ganze bereitet uns sauviel Spaß“, bringt es Bene Soukup auf den Punkt und ergänzt in dem Zusammenhang, dass sich jeder, der gerne Teil der Gemeinschaft werden und am Festival mitwirken möchte, jederzeit melden darf.

Seit letztem Jahr ist der Skatepark hinter dem Badria fester Veranstaltungsort des Festivals. Inzwischen arbeitet der Verein nicht nur mit dem Jugendtreff „iNNSEKT“ zusammen, sondern auch mit dem Tourismusverein Wasserburg – kurz „TouWas“.

Unterstützung erhalten die ehrenamtlichen Wasserburger unter anderem von der Stiftung Attl, dem „Lions Club“, dem Wasserburger Kulturkreis sowie dem Verein „Wasserburg leuchtet“.

Eine Finanzspritze gab es mitunter schon vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.

Heuer organisiert der Verein gleich mehrere Kultur-Events in der Innstadt: Der Startschuss der Veranstaltungsreihe fällt im März in der Kinowerkstatt: In der Location in der Altstadt sind zwei Konzerte mit DJ geplant. Am 25. April findet am Skateplatz ein Skate-Contest mit Konzert bei freiem Eintritt statt.

Weiter geht’s am 6. Juni mit einem Punkfest hinter dem Skatepark am Badria, wo sechs Wochen später auch das dreitägige Festival „Bums on Wheels“ von 17. bis 19. Juli stattfinden wird. Am Nationenfest wird „Movinn Forward“ erstmals mit einem eigenen Stand vertreten sein. Laufend neue Infos über die Aktivitäten des Vereins gibt’s auf Instagram.

Der Wasserburger Haupt- und Finanzausschuss begrüßte die anstehenden Veranstaltungen in diesem Jahr und überlässt dem Verein die Wiese vor dem Badria am Skatepark kostenfrei zur Durchführung einschließlich der notwendigen Auf- und Abbauzeiten. Im Rahmen des Konzerts im Juni soll auch das erstellte Lärmschutzkonzept überprüft werden.

Besonderen Wert legen die Veranstalter im Rahmen dieser Festivitäten auf gelebte Inklusion und einen behindertengerechten Zugang, wie „Movinn Forward“-Schatzmeister David Böhm ergänzt: „Der Veranstaltungsort ist im Zeichen der Inklusion unglaublich gut aufgestellt und für die Szene top.

Rollstuhltribüne
auch in diesem Jahr

Der leichte Zugang ermöglicht es allen Personengruppen, am Festival teilzunehmen. Dadurch wird ‚Bums on Wheels‘ ein richtiger ‚Place to be‘. Die Resonanzen sind mehr als positiv.“

Die Rollstuhl-Tribüne wurde 2025 gut angenommen und soll auch dieses Jahr wieder aufgebaut werden. Ergänzend zum „Awareness Team“ planen die Verantwortlichen auch ein „Body-Konzept“, um Menschen mit Beeinträchtigungen zu begleiten und auf dem Festivalgelände zu unterstützen.

Am Herzen liegt dem Verein darüber hinaus ein funktionierendes Müllkonzept, das bereits die letzten Jahre aufgegangen ist. „Letztes Jahr ist während eines Konzerts mitten unterm Moshpit eine Flasche zu Bruch gegangen“, erinnert sich Bene Soukup an ein positives Beispiel. „In Sekundenschnelle hat sich ein Kreis gebildet, die Scherben wurden eingesammelt und ehe man sich versah, war der Moshpit schon wieder in vollem Gange.“

Gastronomisches
Angebot ergänzen

Kulinarisch wollen „Movinn Forward“ heuer einen eigenen Stand gestalten und das bestehende gastronomische Angebot der vergangenen Jahre ergänzen. Konkrete Pläne gibt es noch nicht. Fest steht jedoch, dass die Getränkeausgabe komplett ohne Pfand gestaltet wird. „Bier, Weinschorle, Spezi – wir arbeiten nur mit Flaschen. Das bietet uns Vorteile und erleichtert den Aufwand“, unterstreicht Soukup.

Musikalisch gibt’s freilich wieder spezielle und außergewöhnliche Sounds auf die Ohren: Der 32-Jährige kümmert sich federführend um das komplette Line-Up – und steckt eine gehörige Portion Leidenschaft in die Planung. Dabei orientiert er sich am „Raut Oak Fest“ in Riegsee im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Bums on Wheels“ wird auch heuer wieder neben einzelnen regionalen Bands wie „Bikini Atoll Yacht Club“ oder dem Attler „ABM-Orchester“ sehr national und international aufgestellt sein, verrät er.

So wird neben den Spaniern „Yo Diablo“, den Italienern „Bee Bee Sea“ oder der österreichischen Progressive-Rock-Band „Mother‘s Cake“ auch der Musiker „Egg Idiot“ aus Ostdeutschland ordentlich einheizen.

Gut vernetzte
Ehrenamtliche

„Er war 2025 das absolute Highlight, das war irre. Jeder hatte leuchtende Augen“, erinnert sich Bene Soukup an den skurrilen Auftritt des als „Ei“ verkleideten Künstlers.

Besonders freut sich Soukup, dass sie für „Bums on Wheels“ zum ersten Mal die niederländische Post-Punk-Band „Tramhaus“ gewinnen konnten. Am Sonntag, 19. Juli, ist die Stadtverwaltung zum Frühschoppen mit „Max Hurricane & the eSKAlators“ eingeladen.

Die Intention des Vereins umschreibt Soukup mit simplen Worten: „Wenn wir’s hinkriegen, dass wir’s wieder hinkriegen, haben wir unser Ziel erreicht. Wir machen das alles ehrenamtlich und sind gut vernetzt: Dass alle gemeinsam anpacken und das Zusammengehörigkeitsgefühl sind uns Verdienst genug.“

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