Ohne Motorkraft und Abgase: Isener Fasching endet mit großem Zug und hunderten Menschen

von Redaktion

Wie wohltuend ist der Isener Faschingszug: keine Motorkraft, keine Abgase, keine gigantischen Wagen, von denen die Bonbons die Köpfe der Menschen treffen. Hier ist alles Handarbeit und die Menschen bewegen sich auf Augenhöhe zu Fuß oder haben einen Handwagen und daher werden Süßigkeiten auch schon mal direkt in die Hand gegeben. Dass das sehr gut funktioniert, war bei kaltem und feuchtem Wind zu sehen. Trotz dieser Ungemütlichkeit zog das Ereignis wieder hunderte Menschen und etliche Gruppen an, die sich entweder selbst präsentierten oder auch ein Anliegen mitteilten. Angesichts des unsicheren Wetters habe man schon überlegt, ob der Zug stattfinden soll, fasste Rul (Rudolf) Keller vom Faschingskomitee zusammen. Doch angesichts der unzutreffenden Vorhersage des Vortags sollte es für ein „trockenes Zeitfenster“ langen. Der Plan ging auf. So setzte sich der Zug mit der Blaskapelle Isen vorneweg pünktlich in Bewegung. Im Bogen ging es in der Ortsmitte an begeisterten Zuschauern vorbei und an vielen Kindern, die gerne Bonbons in Empfang nahmen. Die Feuerwehr Westach wies auf ihre 150-Jahr-Feier im Sommer hin. Wieder dabei waren die musizierenden „Dorfener Faschings Deife“ im grellen Rot-Schwarz. Einen leicht kritischen Unterton brachten die viel gescholtenen „Baby-Boomer“ mit, sie gaben zu: „Wir verprassen das Erbe unserer Kinder“ und waren stolz darauf. Auf Kritik stieß offenbar ein neues „Projekt für Isen“: ein Velodrom statt Sozialwohnungen. Damit nicht genug: Selbst das Volksfest soll mit teurem Kulturangebot statt Einzug für alle neu organisiert werden. Wo das hinführt, hielt ein Plakat fest: Kindernachmittag um 9 Uhr, 18 Uhr Weißwurstfrühstück, traditionelles Rehragoutessen und Bierprobe nach dem Fest – die Volksfestwelt steht auf dem Kopf. Wieder andere sahen in Isen gar einen „Safaripark“, denn hier gebe es „Straßen, schlimmer als in Afrika!“. Der Ortsverschönerungsverein stimmte auf das Mauer-Projekt ein: „Farben sagen mehr als Worte“, um den Menschen die Klimaerwärmung näherzubringen. Sportlich war der Bowling-Club in einem gelben Geschoss unterwegs.Foto / Text Günster

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