Großes Fest zum Jubiläum

von Redaktion

Schützengau Wasserburg-Haag feiert 100-jähriges Bestehen

Wasserburg – Der Schützengau Wasserburg-Haag wird heuer 100 Jahre alt. In dieser langen Zeit hat sich viel Berichtenswertes ereignet. Angefangen hat alles mit den Gründervätern. Um die 70 Schützen – damals ausschließlich Männer – versammelten sich am Samstag, 21. Februar 1926, im „Kriegersaal“ des Meyer-Bräu. Der Apotheker Melchior aus München, damals zweiter Vorsitzender des bayerischen Schützenbundes, hatte dazu geladen und den Zusammenschluss zum „Gau Wasserburg“ angeraten. Erster Schützenmeister wurde Josef Hiebl aus Wasserburg. Zum ersten Gauschießen zählte man bereits 122 Schützen. Der Jahresbeitrag wurde auf zwei Reichsmark festgelegt.

Neuanfang
und Aufschwung

Nach einigen Turbulenzen während der Kriegszeit formierten sich die Schützen im Jahr 1953 im Wasserburger Greinbräu neu. Siebzehn „Gesellschaften“ waren von der Notwendigkeit eines Versicherungsschutzes überzeugt. Erster Gauchef wurde Josef Buchner aus Wasserburg mit Stellvertreter Matthias Wimberger aus Haag. Ab sofort hieß man Schützengau Wasserburg-Haag. 1956 wurde Wimberger Gauschützenmeister. Ihm folgte fünf Jahre später Hans Kellermann, der in zwanzig Jahren für großen Aufschwung sorgte und Neuerungen organisierte wie die Königsketten, Gaufahnenweihe und Rundenwettkämpfe. Abgelöst wurde Hans Kellermann 1981 von Helmut Wagner, der 33 Jahre lang den Gau mit beachtlichem Erfolg leitete.

Schon 1956 zählte der Gau 602 Mitglieder aus 22 Vereinen. 1991 empfing Wagner das 7.000. Mitglied. Eine eigene Geschäftsstelle gab es ab 1994. Einen gesellschaftlichen und repräsentativen Höhepunkt feierte der Gau 1999 mit dem oberbayerischen Bezirksschützentag, zu dem allein 50 Fahnenabordnungen auf den Haager Marktberg pilgerten. Im Jahr 2000 waren es 65 Vereine mit 8.500 Mitgliedern.

Sportliche Vielfalt
und große Erfolge

In den 80er-Jahren brachte der Nachwuchs von überregionalen bis hin zu deutschen Meisterschaften Titel und Medaillen nach Hause. Einen ersten Gauvergleich hatte es schon 1980 mit Rosenheim und dem Prien-Chiemgau gegeben. Lange galt die Dominanz des Luftgewehrs als Folge der Änderungen durch den Zweiten Weltkrieg, hatte man zuvor meist nur mit den klassischen „Stutzen“ geschossen. 1981 griffen die Isener als Erste zum Kleinkaliber. Die Haager trauten sich an die Luftpistole als Kurzwaffendisziplin. Dann traten gar die „Exoten“ auf, als die Haager Schwarzpulverschützen mit großkalibrigen Vorderladerwaffen an den Stand gingen. Den Bogen führten die Babenshamer ein, die erst spät von der Haager Bogenabteilung Konkurrenz bekommen sollten.

Immer mehr eroberten die Damen die Männerdomäne des Schießsports. Erste große Erfolge holten Elisabeth Stein von der FSG Isen und Ruth Stoiber von Babensham. Der amtierende Gauschützenmeister Helmut Schwarzenböck kann heute mit einem breiten „Sportprogramm“ werben, auf Schüler- und Damenkader verweisen, Traditionsschützen nennen und eine ganze Liste von stattlichen Erfolgen aufzählen. Genug Anlass, einhundert Jahre gebührend zu feiern.

Der Jubiläumsauftakt findet am morgigen Samstag im Rathaussaal in Wasserburg mit Ehrengästen und Vertretern der Vereine statt. In Zellerreit wird dann zum Kameradschaftsabend die Jubiläumsscheibe geschossen. Das Jubiläum wird genau am Gründungstag vor einhundert Jahren gefeiert. Ein weiterer Höhepunkt folgt im Juli mit dem „Tag des Schießsports“. Dabei wird die Palette der sportlichen Aktivitäten vom Bogenschießen bis zur historischen Waffe präsentiert.

Schon seit einigen Jahren läuft die Organisation für das 100-jährige Bestehen des Schützengaus unter der Regie des Gauschützenmeisters Helmut Schwarzenböck. Den Festausschuss leitet Reinhold Kastl. Florian Schwarzenböck erstellt eine neue Schützenchronik mit Darstellung aller Vereine.

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