Gars – Wenig Diskussionsbedarf gab es in der jüngsten Garser Gemeinderatssitzung bei der Verabschiedung des Haushaltsjahresabschlusses 2025 angesichts der vom Kämmerer Andreas Sattler vorgelegten sehr erfreulichen Zahlen. Ein deutlicher Anstieg der Gewerbesteuereinnahmen um mehr als ein Drittel auf gut 3,4 Millionen Euro und Mehreinnahmen bei den Schlüsselzuweisungen ermöglichten eine Zuführung von über 1,8 Millionen Euro zur allgemeinen Rücklage, sodass sich der Rücklagenbestand zum Jahresende auf 4,35 Millionen Euro erhöht hat, bei einer Verschuldung von knapp acht Millionen Euro. Ein solches Ergebnis führte nur zu der Frage, ob es voraussichtlich so weitergehen werde, wobei Kämmerer und Gremium letztlich nüchtern feststellen mussten, dass es viele Faktoren und Unwägbarkeiten gibt, die durchaus auch wieder zur Verringerung der Einnahmen führen können, mit ziemlicher Sicherheit schon durch die Erhöhung der Kreisumlage und eine Verringerung der Schlüsselzuweisungen. Für das abgelaufene Jahr war das Ergebnis jedoch eindeutig und dementsprechend die einstimmige Verabschiedung des Haushalts und die Weiterleitung zur Prüfung reine Formsache. Auch die nachträgliche Genehmigung überschau- und nachvollziehbarer außerplanmäßiger Ausgaben für die Sicherheitsausstattung des Klosterbads und die Straßenbeleuchtung war da kein Thema.
Ebenso einig, aber im umgekehrten Sinne, war sich das Gremium bei der ablehnenden Stellungnahme zu einer Bauvoranfrage hinsichtlich der Errichtung einer Batteriespeicheranlage einschließlich Nebenanlagen in Mittergars. Da die Netzdienlichkeit vom Antragsteller nicht nachgewiesen wurde, entfällt eine Privilegierung der Maßnahme im Außenbereich. Daher müsste gegebenenfalls ein anderer Weg beschritten werden, so zum Beispiel über eine Änderung des Flächennutzungsplans. Dieser sieht aber in rund 50 Meter Entfernung in Richtung Süden bereits Flächen für ein allgemeines Wohngebiet vor, und die bestehende Wohnbebauung im Bereich Steinau befände sich nur 30 Meter von der geplanten Anlage entfernt. Das erschien dem Gremium nach einem genaueren Blick auf die Lagekarte insbesondere im Hinblick auf mögliche Brummgeräusche eindeutig zu wenig. Den Antragsunterlagen war zudem zu entnehmen, dass bei der Planung keine Nachbarschaftsbeteiligung durchgeführt worden war.
Auch die Frage des Bürgermeisters, ob man sich näher für eines der inzwischen recht zahlreichen Angebote für eine Gemeindeapp interessieren sollte, fand angesichts der nicht gerade geringen Einrichtungs- und Dauerkosten im Gemeinderat wenig Gegenliebe. Hildegard Brader verwies auf die durchaus aktuellen und umfangreichen Informationen zur Gemeinde Gars auf Instagram und auch die Homepage, so sahen es mehrere, müsse sich nicht verstecken. Das Informationsblatt der Gemeinde könne man zum Beispiel dort problemlos finden, dafür brauche man nicht zusätzlich noch eine App. Der QR-Code für den Instagram-Zugang soll aber noch mehr publik gemacht werden. Nur ein Gemeinderat meinte am Ende, man müsse hier mit der Zeit gehen und sich auch eine App zulegen.
Dass man die Erschließung des Baugebiets „Klosterfeld“ in Au am Inn nach erfolgter neuerlicher öffentlicher Auslegung nunmehr gezielt vorantreiben möchte, zeigte der nächste Tagesordnungspunkt. Die von der Oberen Naturschutzbehörde geforderten „Maßnahmen zur dauerhaften Sicherung der ökologischen Funktion“ wie die Schaffung von Amphibienbecken (bereits umgesetzt), die Errichtung von Heckenstrukturen und die Anlage einer Streuobstwiese sollen, so war man sich einig, bereits jetzt im Frühjahr angegangen werden, da sie Voraussetzung für spätere Baumaßnahmen sind. Allerdings ist zuvor ein Abgleich mit den Planungen für die noch zu legende Wasserleitung und eine Festlegung der Höhenlagen vorzunehmen, damit Teile der Bepflanzung nicht später wieder Schaden nehmen oder beseitigt werden müssen.
Bei den Bekanntmachungen gab es Erfreuliches zum Spielplatz in Mittergars zu berichten: Eine entsprechende Vereinbarung mit der Kirchenstiftung hinsichtlich des Grundstücks konnte inzwischen geschlossen werden.