Von 2021 bis 2025 sind die blauen Tonnen für Altpapier im Landkreis um 1.331 gestiegen. Im gleichen Zeitraum ist das Gewicht um 14,6 Prozent gesunken. Klinger
Mühldorf – Der alljährliche Blick auf die Abfall- und Wertstoffmengen stand in der jüngsten Kreistagssitzung an. Demnach ist im Jahr 2025 die im Landkreis eingesammelte Menge an Restmüll gegenüber 2024 um rund 0,4 Prozent gesunken, von 17.604 auf 17.525 Tonnen. Pro Kopf der 122.131 Landkreisbürger waren das 143 Kilogramm Hausmüll.
Im Vergleich steht der Landkreis ausgezeichnet da: Pro Kopf sind im vergangenen Jahr in Oberbayern 164 Kilo, im Freistaat Bayern 193 und bundesweit 187 Kilogramm Restmüll angefallen.
Sperrmüll geht
leicht zurück
Nach den Entrümpelungshochs der Corona-Jahre ist auch 2025 die Menge an Sperrmüll wieder leicht zurückgegangen. Geholt und gebracht wurden 2025 rund 428 Tonnen Sperrmüll, 2021 waren es 629 Tonnen. Zur Entsorgung des Sperrmülls bietet der Landkreis seinen Bürgern gleich drei verschiedene Möglichkeiten an: die Anlieferung von bis zu 300 Kilogramm Sperrmüll an der Umladestation mit Sperrmüllscheck im Bringsystem; im Holsystem pro Sperrmüllscheck die Abholung von bis zu drei Kubikmetern Sperrmüll durch den vom Landkreis beauftragten Entsorger; die Anlieferung an der Umladestation ohne Sperrmüllscheck.
Erlöse aus
Altpapier fehlen
Obwohl sich 2025 die Zahl der blauen Tonnen in den Haushalten im Vergleich zum Vorjahr um 56 auf 40.557 leicht erhöht hat, ist die Menge an gesammelter Pappe, Papier und Kartonagen weiter zurückgegangen – von 7.072 im Jahr 2024 auf 6.811 Tonnen. Noch markanter ist der Unterschied zu 2021: Damals kam in nur 39.226 blauen Tonnen die Menge von 7.971 Tonnen zusammen. Dieser Gewichtsverlust tut dem Landkreis weh, denn die Erlöse aus Altpapier sind eine feste Einnahmequelle.
Patrick Schumann, Leiter des Geschäftsbereichs Kommunale Abfallwirtschaft im Landratsamt, erklärte den Altpapierrückgang mit der fortschreitenden Digitalisierung: „Im Gegensatz zu den Vorjahren werden immer weniger Zeitungen, Zeitschriften und Kataloge konsumiert. Dagegen fallen wegen zunehmender Online-Bestellungen mehr voluminöse, aber gewichtsmäßig leichtere Verpackungen wie Kartonagen an.“
Die Sammlung von Leichtverpackungen (LVP) – Verpackungen aus Folien, Kunststoff, Aluminium, Styropor, Weißblech und Verbundmaterialien – erfolgt über den Gelben Sack und die gelbe Tonne. Im Jahr 2025 ist das Aufkommen hier gegenüber 2024 leicht gesunken, von 3.577 Tonnen auf 3.504.
Fast 100 Tonnen weniger Altglas wurden auf den Wertstoffhöfen und an den Wertstoffinseln entsorgt, 2.163 statt 2.268 Tonnen. Auch Altholz, Elektroschrott, Altmetall, Hartkunststoff und Bioabfall fielen im vergangenen Jahr weniger an.
Beim Grüngut brachten die Bürger 2025 mit 12.803 Tonnen über 2.000 Tonnen weniger an die Wertstoffhöfe als im Vorjahr. Denn: „2024 war ein sehr regenreiches Jahr“, stellte Schumann fest. Da musste öfter gemäht werden und es kam mehr Grünschnitt zusammen – 14.854 Tonnen. Was die Grüngutsammelstelle am Wertstoffhof in Mühldorf angeht, hat das Landratsamt eine gute Nachricht: Sie wird deutlich vergrößert. Wann genau, steht bislang nicht fest. Aber noch in diesem Frühjahr soll sie an anderer Stelle auf dem SMR-Areal mit ungefähr doppelter Fläche zur Anlieferung zur Verfügung stehen.
Das soll auch dazu dienen, den Strom der Fahrzeuge auf dem Wertstoffhof zu entzerren und besser lenken zu können. Sie werde immer wieder auf die Entsorgung von Bauschutt angesprochen, merkte Kreisrätin Hildegard Brader (WGW) an. Landrat Max Heimerl (CSU) wies darauf hin, dass der Landkreis Bauschutt aufgrund strengerer gesetzlicher Vorgaben wegen des möglicherweise enthaltenen Asbests nicht mehr annehmen könne: „Die Kontrolle von Bauschutt auf Asbest ist auf den Wertstoffhöfen nicht durchführbar.“ Brader regte an, im Sinne der Bürger „kleinere Container für Haushaltsschutt, wie Geschirr, Blumentöpfe und Terrakotta“, aufzustellen.