Unterreit/Oberreith – „Wir kommen nicht umhin, unser Konzept um neue Angebote stetig auszubauen und in die Zukunft zu investieren. Stillstand bedeutet Rückschritt. Das wird an den Resonanzen ersichtlich: Wird nichts gebaut oder erweitert, fällt die Besucherzahl. Wissen die Leute aber, dass bald interessante Attraktionen entstehen, finden wieder mehr Besucher den Weg zu uns“, erklärt Wildfreizeitpark-Geschäftsführer Thomas Mitermair.
Neue Attraktionen
geplant
Gerade jetzt im Winter ist die Nachfrage für die Indoor-Halle besonders groß. „Kindergeburtstage eingerechnet, sind wir Monate im Voraus ausgebucht“, betont Mittermair.
Ob geplante Ausflüge mit den Kleinen oder spontane Tagesgäste – der Geschäftsführer des Wildparks möchte allen gerecht werden. Damit die Halle nicht an ihre Grenzen stößt, ist eine Vergrößerung angedacht. Mit ihren vielseitigen Angeboten um Trampolinpark, Fußballfeld und Kletterturm boomt sie nämlich auch bei regnerischem Wetter im Sommer.
Überdies sollen Café und Gastronomie sowie Sitz- und Küchenbereich wachsen. Künftig wird es also auch im Winter mehr kulinarische Auswahl um herzhafte Hauptspeisen und süße Backwaren geben.
Unsichtbare Gefahr
lauert im Wald
Nach wie vor hoch im Kurs sind übrigens altbewährte Spielgeräte wie der Sandkasten. Weil er überdacht ist, graben die Kleinen auch bei einstelligen Temperaturen im Winter hoch motiviert im Sand, weiß Thomas Mittermair und grinst. Neben den vergleichsweise „einfachen“ Spielgeräten sind digitale Angebote begehrt. Such- oder Rechenspiele mit Touchpad treffen den Zahn der Zeit.
Einer Neuerung unterzogen hat sich zuletzt der Hochseilgarten. Dass er zu einem der größten in Bayern zählt, erfüllt Mittermair mit Stolz. Drum ist er auch dahinter, dass die Attraktion mitten in der Natur auch weiterhin dem bunten Besuchermix aus jungen und älteren Kindern gerecht wird.
Denn es droht eine unsichtbare Gefahr: „Noch ist er einige hundert Meter weit entfernt im Wald, doch die Angst, dass der Borkenkäfer auch bei uns im Gelände zuschlägt, schwingt mit. Wir behalten ihn genau im Auge. Er birgt eine riesige Gefahr. Dieser Herausforderung müssen wir uns Jahr für Jahr annehmen.“
Bedrohten Tieren
ein Zuhause bieten
Als Geschäftsführer muss er langfristig denken – auch, um seinen Mitarbeitern, zu denen mittlerweile immer mehr Festanstellungen zählen, einen sicheren Arbeitsplatz bieten zu können. So soll der Park in den nächsten 20 Jahren um sechs weitere Gebäude anwachsen.
Gesonderten Wert legt er auf die Tiergehege – von Alpakas über die Esel bis zu den Ponys: Sie entsprechen bereits den Mindestanforderungen, sollen mittelfristig allerdings vergrößert oder sogar verdoppelt werden.
„Wir müssen mit der Zeit gehen. Viele unserer Tiere sind vom Aussterben bedroht“, unterstreicht Mittermair. Der Bestand der Angler Sattelschweine, die ihren Namen dem „weißen Sattel“, der sich über Schulter und Vorderbeine hinzieht, verdankt, gehört zur Rasse der Hausschweine und ist extrem gefährdet. Es gibt nur noch ganz wenige Blutlinien. Im Wildpark Oberreith dürfen sie ihr Leben genießen – zum Wohle der Artensicherung. Den Höhepunkt im Wildpark bieten übrigens Babytiere – die Ziegen beispielsweise bekommen alle paar Wochen Nachwuchs, zur großen Freude der Besucher. Ein Projekt, das in den nächsten Wochen konkret angegangen wird: die Parkplatzsituation. „Nicht selten stehen Besucher mit ihren Autos auf der Straße. Bussen fehlt der Platz zum Wenden. Zudem soll ein befestigter Parkplatz entstehen, damit die Leute bei schlechtem Wetter nicht im Matsch stehen“, unterstreicht der 30-Jährige.
Problematik
Parken
Obwohl der Antrag bislang nicht in trockenen Tüchern ist, hofft Thomas Mittermair auf eine Genehmigung Mitte des Jahres, um im Sinne des Landratsamts eine „ordnungsgemäße Parkinfrastruktur“ zu ermöglichen.
Schließlich kommen die Gäste nicht nur aus der direkten Umgebung. „Ein Drittel der Besucher fährt aus München zu uns raus, um den ganzen Tag hier zu verbringen. Dass der Wildpark so beliebt ist, liegt nicht nur an den Mitarbeitern und ihrer guten Arbeit, sondern auch an den Gästen, die bereits in zweiter Generation zu uns kommen. Viele Besucher, die schon als Kinder da waren, kehren ein paar Jahre später mit ihren eigenen Kindern wieder“, freut sich Mittermair und nutzt diese Gelegenheit zum Dank.
„Absoluter Zugewinn“
für die Gemeinde
Lobende Worte für den Geschäftsführer findet indes Unterreits Bürgermeister Christian Seidl: „Der Wildpark Oberreith ist eine wertvolle Einrichtung und eine Bereicherung für die Gemeinde und den gesamten Landkreis. Für Familien und besonders die Kleinen wird so viel gemacht, der Fokus liegt immer auf neuen und interessanten Spielgeräten.“
Für Unterreit stelle der seit mittlerweile 24 Jahren bestehende Freizeitpark mit seiner Aufmachung einen „absoluten Zugewinn“ dar. Laut Seidl sei das Konzept stimmig, der Inhaber ein guter Arbeitgeber. Die Zusammenarbeit samt Absprachen laufen transparent und unkompliziert. Die Gemeinde sei immer in Flächennutzungsänderungen wie zuletzt die Parkplatzsituation involviert gewesen.
Auch sonst sei Mittermair stets zur Stelle, wenn im Ort Not am Mann herrsche. Vom Bürgermeister gibt es daher grünes Licht für die Zukunft des Wildfreizeitparks Oberreith.