Mittergars lacht über Mittelgars und sich selbst

von Redaktion

Bruder Barnabas und Mama Bavaria derblecken das Dorf beim zwölften Starkbierfest

Gars – Sichtlich erfreut konnte Franz Warmedinger, Schützenmeister der Räuberschützen, die zahlreichen Gäste im heuer sehr gut gefüllten Dorfsaal zum immerhin zwölften Mittergarser Starkbierfest begrüßen, darunter auch Bürgermeister Robert Otter und Zweite Bürgermeisterin Hildegard Brader aus Gars. Nach einer „Aufwärmphase“, begleitet von der Salettl-Musi, kam er dann, der große Auftritt von Mama Bavaria und Bruder Barnabas alias Irmgard Hinmüller und Harald „Harry“ Bauernschmid.

Vor allem am Anfang gab es ein naheliegendes Thema: die bevorstehende Kommunalwahl und der zugehörige Wahlkampf. Dann folgte der von vielen im Saal mit Spannung erwartete humorvolle Rückblick auf das vergangene Jahr. So manches kleine oder auch etwas größere Missgeschick wurde satirisch aufgespießt, wobei man nicht genau wissen konnte, wie da der doppelte sprachliche Missgriff vom Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer einzuordnen ist. Er soll bei einer Ansprache zum Jubiläum des Mittergarser Dorfladens doch tatsächlich gleich zweimal „Mittelgars“ gesagt haben.

Auch in familiärer Solidarität gleich an zwei Fahrzeugen falsch montierte Winterreifen sorgten für Lacher, wobei deutlich wurde: Man trägt in einer guten Dorfgemeinschaft alles gemeinsam mit Humor und kann auch einmal herzlich über sich selbst lachen. Nicht zuletzt Bruder Barnabas persönlich, der durchaus einiges von seinem Alter Ego Harry zu berichten wusste und sich dabei immer wieder selbst auf den Arm nahm.

Und auch dieses Jahr trat er erneut mit vollem Körpereinsatz an, denn seine Tonsur stammte keineswegs von einer Maskenbildnerin. Aber „diese Lichtung wird schon wieder zuwachsen“, versicherte Georg Lanzinger, Schützenmeister der Inntalschützen, der die beiden auf einmal unterbrach und seinerseits das vergangene Jahr in wohlgesetzten Reimen Revue passieren ließ. Er verschwieg auch nicht das 4:1 von den Inntalern verlorene Eisstockschießen gegen die „Middagascha“, das noch merklich schmerzte. Aber 2026 werden sich ohne Zweifel Gelegenheiten bieten, beim seit Jahrzehnten gepflegten Wettkampf der beiden Vereine mit Luftgewehr oder Eisstock Revanche zu nehmen. Dass Lanzinger mit seiner launigen Beschreibung davon, wie Bruder Barnabas und Mama Bavaria über das Jahr hinweg mit geradezu kriminalistischen Methoden systematisch das Mittergarser Dorfleben mit all seinen Facetten erfassen, um dann beim Starkbierfest ihre Mitbürger genüsslich durch den Kakao ziehen zu können, durchaus richtig lag, konnte man beim zweiten Teil des Auftritts der beiden in aller Ausführlichkeit erleben.

Wobei es aber nicht nur darum ging, Lokalpolitiker und andere Dorfprominenz und gerne auch einmal den Nachbarn zu „derblecken“: Schon im ersten Teil hatte man sich bei Hildegard Brader bedankt, der es gelungen war, nach zwölf Jahren wieder einen Maibaum auf den Garser Marktplatz zu bekommen, der bekanntermaßen vorher einen kleinen Umweg über eine Mittergarser Tenne genommen hatte. Aber auch für die gelungene Ausflugsfahrt des Gartenbauvereins und anderes gab es Lob und großen Applaus.

Fazit: Wenig vom Mittergarser Dorfleben bleibt den beiden „Profiderbleckern“ verborgen, aber so herzlich und durchaus auch selbstironisch, wie es dann von der Bühne kommt, kann man es nicht nur gut nehmen, sondern hat gemeinsam eine Riesengaudi – typisch Mittergars eben.

Dass Mama Bavaria und Barnabas in Rente gehen könnten, wie von ihnen vorsichtig angedeutet, dürfte angesichts des Abends wohl auch eher ein kleiner Scherz gewesen sein.

Auf jeden Fall erhielten die beiden anlässlich ihrer zehnten Fastenpredigt am Ende nicht nur einen großen Dank und Applaus, sondern auch diverse Geschenke.

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