Nach Heidi Klum kommt die Komfortzone

von Redaktion

Für Gerhard V. (57) aus Bad Aibling ist das Abenteuer bei „Germany’s Next Topmodel“ beendet. Er erzählt, warum Heidi Klum mit seiner Leistung nicht zufrieden war und was ihm bei seiner Rückkehr nach Hause klar wurde.

Bad Aibling – Die aufregende Reise von Gerhard V. aus Bad Aibling durch die Model-TV-Welt ist fürs Erste beendet. In der dritten Folge von „Germany’s Next Topmodel“ kämpfte sich der 57-Jährige dieses Mal mit einem avantgardistischen Outfit über den Laufsteg. Heidi Klum und Gastjuror Sean O‘Pry überzeugte er dabei jedoch nicht ausreichend, da etwa der Fokus gefehlt habe und Gerhards Blick beim Laufen zu stark auf den Boden gerichtet gewesen sei, so die Kritik.

Gegenüber den OVB-Heimatzeitungen erklärt der „Best Ager“ nun, wie er auf sein Ausscheiden reagiert hat und was ihm das Abenteuer im Nachgang bedeutet.

„Wir waren überrascht, dass gleich so schnell eine Challenge kommt“, erinnert sich der Grafikdesigner an die Dreharbeiten in Berlin. Mit Outfits von Designer Maximilian Gedra hatten die Kandidaten direkt fürs Weiterkommen kämpfen müssen, da gleich mehrere Männer das Format bereits in dieser Folge verlassen sollten.

Und mit dem Style – er trug eine weiße Felljacke – war Gerhard mehr als zufrieden. „Ich war froh, dass ich in meinem Alter nicht nur einen Schlüpper anhatte“, schmunzelt er. Und neben seinem Look hätte auch beim Lauf alles gut geklappt. Wäre da nicht das Problem mit seinen Augen gewesen. Doch für die Kritik, wonach der Aiblinger mit seinen Blicken zu sehr auf den Boden fokussiert gewesen sei, hat der 57-Jährige eine einleuchtende Erklärung.

„Ich bin eigentlich Brillenträger und kann aufgrund einer Hornhauterkrankung keine Kontaktlinsen tragen“, sagt Gerhard. Somit habe er beim Walk wenig gesehen und sich mehr darauf konzentriert, nicht über etwaige Hindernisse zu stolpern, geschweige denn vom Laufsteg zu stürzen. „Ich wollte da ohne Blessuren durchkommen“, erinnert er sich. „Ab dem Zeitpunkt, als ich im Set war und den Runway vor mir sah, habe ich gefühlt in eine dunkle Höhle geblickt und fand keinen Punkt, auf den ich mich hätte konzentrieren können.“

Auch Lebensgefährte Maurizio fand Gerhards Lauf gut, „aber Augen können nicht lügen“. Letztendlich sei die Aufgabe für alle gleich gewesen und andere hätten es bravourös gemeistert. Sich vor Heidi und Sean zu erklären, habe der 57-Jährige aber als nicht angebracht empfunden, „weil ohnehin die Entscheidung getroffen war“. Insofern kann Gerhard auch mit dem Ausscheiden leben, wenngleich er gerne ein Foto-Shooting mitgemacht hätte. „Ich hätte gerne herausgefunden, ob mein Gefühl dabei noch genauso ist wie vor 40 Jahren.“

„Da wusste ich schnell
wieder, wo ich hingehöre“

Enttäuscht und traurig sei er vor allem deshalb gewesen, weil er die anderen Jungs nach so kurzer Zeit wieder verlassen musste. Wie in der TV-Sendung zu sehen war, kam Gerhard nach dem Einzug in die Model-WG in Berlin gut an bei den jüngeren Mitstreitern und wurde dabei liebevoll als „kleiner WG-Papa“ bezeichnet. „Ich habe mich dort gleich um das leibliche Wohl der Jungs gekümmert und versucht, für eine gute Atmosphäre zu sorgen.“ Dabei sei es nie sein Wunsch gewesen, der älteste „Best-Ager“ zu sein. „Aber nun gehe ich stolz als ältester Kandidat der Staffel in die Geschichte ein“, sagt Gerhard lachend.

Zwar wird Gerhard das „besondere Abenteuer“, die Hektik am Set, das Gewimmel zwischen Stylisten, etlichen Kameraleuten und die vielen Begegnungen vermissen. Jedoch wurde ihm nach dem TV-Ausscheiden eines schnell wieder klar: „Als ich in Rosenheim am Bahnhof ankam und Maurizio mich mit offenen Armen empfing, wusste ich schnell wieder, wo ich hingehöre.“

Und aus seiner Sicht sei es womöglich auch der genau richtige Zeitpunkt gewesen, das Format zu verlassen, denn: „Der Trost ist, dass durch mein Ausscheiden andere junge Kandidaten ihren großen Traum weiterleben können.“ Und auch wenn für ihn die GNTM-Reise nun nicht mehr weitergeht, hat Gerhard viele Sympathien gewinnen können. „Ich bin so, wie ich bin. Und ich muss auch sagen, dass ich in der Folge so auch gezeigt wurde.“

Nun ist der Bad Aiblinger längst wieder in seiner Komfortzone, fernab des Blitzlichtgewitters, angekommen. Was derzeit jedoch anhält, sei ein „großer Support“ über die sozialen Medien. „Ich erhalte hier so viel Lob und Zuspruch, besser hätte es für mich eigentlich nicht laufen können.“

Seine Fans jedenfalls können sich in Zukunft auf weitere Fotos und Posts freuen. Und wer weiß: Vielleicht ist der sympathische Bad Aiblinger ja bald mit starkem Blick auf einem Laufsteg zu sehen. „Ich nehme die Kritik von Heidi ernst und bin da natürlich offen.“

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