Kirchdorf – Josef Wimmer, auch bekannt als der „Further-Sepp“, ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Er wurde als ältestes von drei Kindern in Furth geboren und ist mit zwei Schwestern aufgewachsen. In Kirchdorf hat er die Volksschule besucht. Später absolvierte er die Landwirtschaftliche Berufsschule in Haag und in Wasserburg. Seine Kindheit und Jugend waren vom Krieg und von der Nachkriegszeit geprägt. Sein leiblicher Vater kam nicht mehr aus russischer Gefangenschaft zurück. Er starb dort 1945. Ein überlebender Mitgefangener, der vor Weihnachten 1945 nach Hause kam, überbrachte der Familie diese traurige Nachricht erst im Januar 1946.
1971 gründete Josef Wimmer eine Familie nach der Heirat seiner Frau Maria. Sohn Wolfgang kam 1973 zur Welt, Sohn Christian 1976 und ein dritter Sohn wurde 1978 tot geboren. Seine Familie und die vier Enkelkinder waren Josef Wimmer immer sehr wichtig.
Pfarrer Pawel Idkowiak verglich im Trauergottesdienst den Verstorbenen mit einem Baum, der auch auf dem Sterbebild zu sehen war: „Ein jeder Baum erzählt uns eine Geschichte von Wachstum, Standhaftigkeit und dem ewigen Kreislauf des Lebens. Ein Baum ist nur so stark wie seine Wurzeln. Bei Sepp waren es die Wurzeln der Familie, der Heimat und des Glaubens, die ihm Halt gaben. Diese Wurzeln haben Sepp auch in stürmischen Zeiten getragen und genährt.“ Wimmer sei auch ein sehr naturverbundener Mensch gewesen, so Pfarrer Pawel Idkowiak. So sei er regelmäßig zu Privatleuten im Haager Raum gefahren, um sich um den Pflegeschnitt der Obstbäume zu kümmern. Ferner sei er als Pflanzenschutzwart tätig gewesen und habe Felder und Äcker der umliegenden Landwirte gegen Unkraut behandelt. Wegen seines umfangreichen Wissens über Natur und Pflanzen kamen manche Landwirte zu ihm, um sich Rat zu holen. Wimmer betrieb eine eigene Landwirtschaft bis zum Renteneintritt. 2014 verstarb seine Ehefrau Maria.
Tatkräftig unterstützte Josef Wimmer seinen Sohn, der eine eigene kleine Zimmerei gegründet hatte. Auch im Gartenbauverein engagierte er sich seit 1975 und konnte somit auf über 50 Jahre Mitgliedschaft zurückblicken. Er half zudem bei der Feuerwehr Ramsau. Ebenso war er seit 1981 Mitglied bei der Marianischen Männerkongregation (MC). Für die Filialkirche in Limburg trug er das Sodalenblatt aus.
Der Kirche war der Verstorbene immer sehr verbunden, der Besuch der Messe war ihm eine Selbstverständlichkeit. Über viele Jahre hinweg hat er zudem das Kreuz bei Beerdigungen getragen. Darüber hinaus verteilte er den Pfarrbrief und wirkte für zwei Perioden als Mitglied im Pfarrgemeinderat mit. Beim Bibelabend war er viele Jahre regelmäßig zu Gast. Pfarrer Pawel Idkowiak würdigte den Verstorbenen: „Diejenigen, die ihn kannten, wissen, dass er ein fleißiger, geselliger Mensch war. Für sein großartiges Engagement sagen wir ihm heute Danke.“ xy