„Unverzichtbarer Bestandteil der Gesellschaft“

von Redaktion

Der Schützengau Wasserburg-Haag ist mit einem Festakt ins 100. Jubiläumsjahr gestartet. Im historischen Rathaussaal würdigten Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft das vorbildlich gelebte Ehrenamt und die lange Tradition des Vereins.

Wasserburg – Mit Prominenz aus dem Schießsport, aus Gesellschaft und Politik beging der Schützengau Wasserburg-Haag den Festakt zum 100. Gründungsjubiläum. „Das hat wunderbar funktioniert“, bilanzierte Gauschützenmeister Helmut Schwarzenböck den Auftakt des Festjahres am vergangenen Wochenende. Vier Salven von 60 Böllerschützen des Gaus unter Leitung von Ludwig Bürger zündeten einen lautstarken Start.

100 Jahre Geschichte und mehr als 800 Mitglieder

Der historische Rathaussaal in Wasserburg füllte sich zu den Klängen der Stadtkapelle mit Ehrengästen und Abordnungen aus den Vereinen. Hausherr Bürgermeister Michael Kölbl trat als Erster an das Rednerpult, flankiert von den Fahnenabordnungen des Jubiläumsgaus und seines Paten aus Rosenheim. Zu diesem besonderen Anlass biete die Stadt gern den besonderen Rahmen des historischen Rathaussaals, so Kölbl. Mit 100 Jahren Geschichte und über 8.000 Mitgliedern würden die Schützen laut Kölbl vorbildlich gelebtes Ehrenamt beweisen. Fundamente dafür bildeten das Brauchtum, sportliches Messen und gesellschaftliches Miteinander.

Landesschützenmeister Christian Kühn sprach Gauschützenmeister Helmut Schwarzenböck mit einer Jubiläumsscheibe seinen Dank aus. Der Gau, „ein kräftiges Zugpferd des Sports“, dürfe ein „stolzes Jubiläum“ feiern: „Die Schützen stehen deutschlandweit gut da.“ Als lobenswert bezeichnete Kühn die sportlichen Erfolge, das Ausüben der Traditionsdisziplinen und die Jugendarbeit. Der Gau Wasserburg-Haag sei in der Gesellschaft fest verankert. Die Schützen seien ein fester Bestandteil des Gesellschaftslebens in Bayern. „Euer Schützengau hat daran gebührenden Anteil“, betonte Christian Kühn.

Die Weiterentwicklung im Schießsport sprach Bezirksschützenmeister Alfred Reiner an und bezog sich auf Auflageschießen wie Lasergewehrschießen. Der Gau Wasserburg-Haag zähle zu den mitgliederstärksten Gauen und sei ein Garant der Gesellschaft: „Das ist euer Verdienst.“ Speziell begrüßte er Ehrengauschützenmeister Helmut Wagner und überreichte Gauschützenmeister Helmut Schwarzenböck einen Erinnerungsteller.

„Eine aktive und
lebendige Organisation“

Laut stellvertretendem Bezirkstagspräsidenten Rainer Schneider seien die Schützen ein „eindrucksvolles Zeugnis für Beständigkeit“. Im Jahr 1964 sei bei ihnen mit der Anschaffung einer Schreibmaschine die Bürokratie eingezogen. Weit mehr als Sport zähle dabei, dass sie Orte der Begegnung und Verantwortung schaffen: „Hier werden Werte vermittelt.“ Die Schützen pflegten den gesellschaftlichen Zusammenhalt, der heute nicht mehr selbstverständlich sei.

Landrat Otto Lederer würdigte stellvertretend für seine Kollegen wie Landrat Max Heimerl aus Mühldorf das Sportschießen als „Millimeterarbeit auf Distanz“. Für Jung und Alt, Mann wie Frau bleibe hier Gesellschaft und auch die Pflege der Mundart lebendig: „Das ist Teil unserer Identität.“

Die Haager Bürgermeisterin Sissi Schätz nannte die Schützen einen unverzichtbaren Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens mit beachtlicher Entwicklung: „Eine aktive und lebendige Organisation.“

Mit einem humorvollen Seitenhieb auf die Politik ließ schließlich Helmut Schwarzenböck die Geschichte des Gaus Revue passieren. Die nächsten 100 Jahre gehe es den Schützen gut, wenn die Politiker all das einlösten, was sie versprechen würden, sagte er. Dann schilderte er das Schützenwesen, das in Wasserburg bereits 1543 seinen Anfang nahm, bis in die Gegenwart.

Tag des Schießsports
im Juli als Höhepunkt

Er würdigte seine Vorgänger Matthias Wimberger, Hans Kellermann, Erich Eisenberger und Helmut Wagner. Sie hätten die erfolgreiche Aufwärtsentwicklung eingeleitet. Eine Ankündigung galt dem „Tag des Schießsports“ im Juli als Höhepunkt des Jubiläumsjahres und der Herausgabe der Chronik „100 Jahre Schützengau Wasserburg-Haag“. Sein besonderer Dank galt dem Festausschuss unter Reinhold Kastl.

Eine Ehrung erfuhren die Eschbaumer Schützen mit Hubert Müller für ihre Jugendarbeit und der frisch gebackene Weltmeister im Target-Sprint Moritz Kellner.

Eng wurde es dann am Buffet im Eingangsgewölbe des Rathauses. Im Gasthaus Esterer spielte die Kapelle „Kreuz und quer“ zum Gesellschaftsabend auf und Harry Petermann moderierte mit Humor durch den Abend. Daneben knallten aus den historischen Zimmerstutzen die Schüsse auf die Jubiläumsscheibe. Festausschussleiter Reinhold Kastl resümierte zufrieden: „Ein gelungener Start für das Jubiläumsjahr.“

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