Haag – Ein Haager Original hatte Jubiläum: Sebastian Huber feierte im Kreise seiner Freunde und Verwandten rüstig und wohlauf seinen 90. Geburtstag. Als besonderes Geschenk warteten die Haager Schäffler mit einem Ehrentanz auf.
Der „Schwammerl-Wast“, wie ihn von früher her viele kennen, ist heute noch bei etlichen Vereinen Mitglied. Für die Schäffler war er Tänzer, Klopfer, Oberkasperl und Schäfflermeister. Dafür bekam er zum 90. Geburtstag einen Ehrentanz. Geboren wurde er mitten in Haag im Drax-Haus am Marktplatz.
Sein Vater, Lokführer in München, war nach Haag gezogen und hatte hier in der Hofgartenstraße ein Haus gebaut. Nicht weit hatte der Huber Wast damals zur Schule, die im Grafenstock und im alten Rathaus war. Seine Lehre absolvierte er in der Schreinerei beim Strassmeier in Maitenbeth. „Da bin ich jeden Tag mit dem Radl hingefahren“, erinnert er sich. Später machte er sich als Fußbodenleger selbstständig. Noch als Bub schloss er sich dem TSV an, um auf dem Platz hinter der BayWa unter anderem mit den „Rößler-Buam“ Fußball zu spielen. Dem TSV Haag hielt er ein Leben lang die Treue, war Abteilungsleiter und engagierter Fußballer. Ob sich sein Geburtstagswunsch erfüllt? Er sähe es gern, dass „mit dem Haager Fußball wieder was zammgeht“. Den Huber Wast schätzte man beim Skiclub auch als Langläufer und Skispringer von der hauseigenen Schanze am Königssee. In der nordischen Kombination brachte er es bis zur bayerischen und deutschen Meisterschaft: „Wir waren eine gute Mannschaft.“ Dann zog es ihn ins Gebirge. Mit dem bekannten Bergführer Heinz Schauer erklomm er alle Viertausender vom Mont Blanc bis zum Matterhorn. Einige Male war er in Nepal und Südamerika beim Bergsteigen.
Später packte ihn die Leidenschaft fürs Reisen, die ihn unter anderem bis nach Hawaii, Japan und Amerika führten. Mit seiner Lebensgefährtin legte er kürzere Strecken zurück, vor allem mit dem Rad: „Wir sind alle Flüsse Deutschlands von der Quelle bis zur Mündung gefahren.“ Da hatte er noch Zeit, in Eigenleistung sein Haus an der Daimlerstraße zu bauen.
Ein geselliger Gast war er stets im Haager Gesellschaftsleben, das früher noch die Palette von über 20 Wirtshäusern aufwies. Zu Hause war der Wast an den Stammtischen vom „Freundl“ und „Hofgarten“. Heute besucht er regelmäßig den „Stammtisch der alten Haager“ beim Unertl Weißbräu. Er gehört zur Generation, die noch „mit Überzeugung Haager“ ist. Ein weiteres Markenzeichen des rüstigen und humorvollen Jubilars ist seine Regsamkeit: „Rente gibt’s bei mir nicht. Ich hab immer was zu tun, im Haus, im Garten.“ Einen Ehrentanz vor seinem Haus auf der Daimlerstraße widmeten die Haager Schäffler Wast Huber. Den Anlass dazu gab sein Einsatz für den Schäfflertanz. Er war fünfmal aktiv, 1956 und 1963 als Tänzer, 1970 als Schäfflermeister, 1977 als Klopfer und 1984 als Oberkasperl. Schäfflermeister Sepp Herzog hob im Namen der gesamten Truppe sein Glas auf Wast Huber, der ausgerechnet an diesem Tag auch seinen 90. Geburtstag feierte. Oberkasperl Karin Lipp reimte: „Heid sama beim oidn Moasta, Huber Wast, so hoaßt a. Der Wast wird heid 90 Jahr. Dass mia Schäffler do kemman, des is klar.“ xy