Komplett war die Runde nicht

von Redaktion

Nur ein Teil der Haager Spitzenkandidaten findet Zeit für Podiumsdiskussion – Rund 200 Besucher im Bürgersaal

Haag – Komplett war die Runde nicht, die zwei Wochen vor der Kommunalwahl zu einer politischen Informationsveranstaltung im Bürgersaal zusammengekommen war.

Die Spitzenkandidaten der Grünen, der PWG, der FWG und der CSU sowie der von allen vier Gruppierungen gemeinsam unterstützte Bürgermeisterkandidat Florian Haas stellten sich vor.

Zum Bedauern der Veranstalter fehlte Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD), die ebenfalls eingeladen war, sowie Herbert Zeilinger von der Liste „Wir für Haag“. Trotz der Absagen gelang vor rund 200 Besuchern eine interessante, faktenreiche Präsentation, die von Manuel Hinmüller moderiert wurde. Stefan Högenauer (CSU), Zweiter Bürgermeister, beklagte die stark gestiegenen Baulandpreise: „Da müssen wir zusätzliches Angebot schaffen.“ Er sprach sich für weitere Investitionen in der Ortsmitte aus und, ganz allgemein, für mehr Pragmatismus in der Entwicklung der Gemeinde.

Zehentstadel
sinnvoll nutzen

Christine Sax (Grüne) machte sich für ein „gutes Wachstum“ in Haag und eine „gute Lebensgrundlage“ der Bevölkerung stark. „Ganz wichtig ist die Nahwärmeversorgung, die man zuletzt stiefmütterlich behandelt hat“, sagte sie. Zudem wolle sie dafür sorgen, den Zehentstadel sinnvoll zu nutzen, und betonte die Notwendigkeit, den Ortskern zu sanieren. Egon Barlag (FWG) will die Verantwortung für Projekte dem Bürgermeister und dem Gemeinderat überlassen und „nicht den Gutachtern und Planungsinstituten“ geben. Vorausschauendes Investieren werde sich für die Gemeinde auf jeden Fall lohnen, „dafür werden wir uns einsetzen“. Es gehe darum, neue Betriebe anzusiedeln. Hermann Jäger (PWG) wies insbesondere auf die Sachorientierung seiner im Rat vertretenen Gruppierung hin. „Wir sehen uns als Brückenbauer.“

Mit rund einem Dutzend durchweg sachlichen Wortmeldungen aus dem Publikum beschäftigte sich anschließend Florian Haas, Bürgermeisterkandidat und Dritter Bürgermeister. Ein Bürger etwa monierte die Schlaglöcher in der Hauptstraße. Hier plädierte Haas für eine unkomplizierte Asphaltierung – „eine schnelle Lösung, die nicht die Welt kostet“.

Weitere Beiträge gab es zu einem möglichen Museum, zur kommunalen Wärmeplanung, zur Ausweisung von Gewerbeflächen, zum Wohnungsneubau, zum Glasfaserausbau. Auch Themen wie Kläranlage, Barrierefreiheit und Öffentlichkeitsarbeit wurden angesprochen.

Mit überraschenden Vorstößen hielt sich Haas zurück, doch eine Stelle für einen Wirtschaftsförderer zu schaffen, das wäre ihm schon wichtig. win

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