Starkbier und Franz Eberhofer

von Redaktion

Beim traditionellen Starkbierfest in Haag stand dieses Jahr die Kommunalwahl im Mittelpunkt. In einem Singspiel und bei der Suche nach einem neuen Fastenredner wurden die Bürgermeisterkandidaten humorvoll aufs Korn genommen. Das Publikum amüsierte sich über umgedichtete Lieder und eine an die Eberhofer-Krimis angelehnte Parodie.

Haag – Ein bisschen gemein war’s dieses Jahr schon, das Haager Starkbierfest. Aber wie soll es auch anders sein in einem Jahr mit einer heiß umkämpften Kommunalwahl? Da geht’s halt auch mal etwas rauer im Grandl’s Hofcafé zu. Dafür war’s aber umso amüsanter.

Die Auswirkungen der Wahl waren dabei gleich zu Anfang zu spüren: Konnte bisheriger Fastenredner Florian Haas doch sein Amt nicht mehr antreten. Viel zu beschäftigt sei er doch mit seinem Wahlkampf um das Bürgermeisteramt, wie Eva Furch, Manuel Bauer, Alex Schmid und Fabian Neumann feststellten. Ein neuer Starkbierredner muss also her, nur wer?

Ein richtiges
Casting

Ein richtiges Casting bei ihrer „Suche nach der Starkbierrede 2026“ sollte den Vieren eigentlich helfen. Mit den drei Bewerbern Florian Furch, Christa Torres und Bernd Furch gab es dann eine starke Konkurrenz. Zumindest beim Publikum kamen die drei an, doch die „Casting-Agentur“ konnte niemand der drei so wirklich überzeugen.

Florian Furch derbleckte zwar wunderbar das Haager Leben, genauer gesagt dessen Trägheit – „Aufblühen tun in Haag nur die Cannabis-Stauden auf den Balkonen“ –, doch den Kommunalwahlkampf sparte er aus, wie von den Castern kritisch bemerkt wurde. Bernd Furch wiederum war den vier Kritikern zu politisch, ging sein köstlich-amüsantes Gedicht doch auf fast kein anderes Thema als den Wahlkampf ein. Und Christa Torres gab nach Meinung der Caster keine politische Starkbierreede, sondern eher ein feministisches Manifest – „umgerechnet acht halbe Weißbier verdienen die Frauen immer noch weniger“ –, gespickt mit zu vielen lateinischen Sprüchen zum Besten. Auch sie konnte den Platz als Festrednerin deshalb nicht gewinnen. Wenigstens konnte aber das gute Starkbier von den Brauereien Unertl und Forsting bei den vielen „Salute“-Rufen gehörig verkostet werden. Der Platz für den Festredner blieb also erst mal frei, aber, befanden die vier: Wer weiß, vielleicht kann nächsten Jahr Florian Haas wieder seinen angestammten Platz einnehmen oder Sissi Schätz den nächsten Karriereschritt machen.

Höhepunkt in diesem Jahr war allerdings das Singspiel „Hauberling-Hysterie“. Inspiriert von den berühmten Eberhofer-Krimis, deren neuester Teil für einen Tag am Haager Herbstfest gefilmt wurde, warteten die Haager Starkbierfest-Freunde und der Haager Viergesang in diesem Jahr mit einem ganz besonderen Programm auf.

Insgesamt 13 Lieder wurden umgedichtet. Zurückgegriffen hatte der Viergesang dabei auf ein buntes Repertoire aus deutschen Schlagern wie „Schickeria“ von Rainhard Fendrich, über Musical-Klassiker wie „Don’t cry for me Argentina“ aus dem Musical Evita, bis zu neueren Liedern wie „Verwandtschaftstreffen“ von RIAN. Die Mischung kam beim Publikum gut an, fröhlich wurde mitgesungen, mitgeklatscht und bei den umgetexteten Liedern so viel gelacht, dass bei den 300 Gästen kaum ein Auge trocken blieb.

Was natürlich auch an der Geschichte lag, die sich in diesem Jahr wieder als genial herausstellte. Denn in Haag hatte es einen Mordfall gegeben, zumindest vermeintlich. „Herzstillstand in Haag“, meldet ein aufgeregter Dienststellenleiter Moratschek (Bernd Furch) an Franz Eberhofer (Manuel Bauer). Dass es sich dabei nicht um einen Toten, sondern nur um ein Banner, aufgehängt von Ludwig Schletter, handelt, kann der ja auch nicht wissen.

Eberhofer ist aber doch ganz froh, dass sich der „Fall“ so schnell löst, denn eigentlich hat Florian äh Franz gar keine Zeit für Ermittlungen, steckt er doch mitten im Wahlkampf gegen die amtierende Bürgermeisterin Sissi äh Susi Gmeinwieser (Eva Furch). Die ist davon wiederum gar nicht begeistert: „Das Amt gehört zu mir“ („Er gehört zu mir“ von Marianne Rosenberg), beschließt diese. Doch Florian äh Franz ist überzeugt, dass er es besser kann, hauptsächlich was die Finanzen angeht. Denn so schwer kann es nicht sein: „Das bisschen Haushalt macht sich von allein…. Sagt Florian“ („Das bisschen Haushalt…. sagt mein Mann“ von Johanna von Koczian).

Doch erst einmal muss die Bewerbung für das Bürgermeisteramt gestellt werden. Dafür muss aber zunächst die Wahlleiterin (Doris Noller) überzeugt werden. Gut, dass Oma Eberhofer (Christiane Jahna) da ein Ass im Ärmel hat: Die guten Hauberlinge werden die Wahlleiterin sicher überzeugen, die Bewerbung anzunehmen. Blöd nur, dass die Beamtin dann verschwindet. Da bringt es auch nichts, wenn Florian äh Franz noch so oft „Pfiat Di Go, Elisabeth, Du host den Job, den I gern hätt“ („Pfüati Gott Elisabeth“, Spider Muphy Gang) singt. Erst mal muss die Wahlleiterin wiedergefunden werden, ohne sie ist die gesamte Wahl in Gefahr.

Suche nach der
Wahlleiterin

Wie es ausgeht und ob die Wahlleiterin noch pünktlich zur Kommunalwahl wieder auftaucht, das soll an dieser Stelle nicht verraten werden. So viel kann aber gesagt werden: Wie in jedem Jahr ist das Haager Starkbierfest auch heuer wieder ein Muss für alle, die gerne herzlich lachen. Und auch wenn es in diesem Jahr ein bisschen gemeiner war: Die Hauptopfer des Derbleckens, Florian Haas und Sissi Schätz, nahmen es mit Humor. Beide konnten herzlich lachend beobachtet werden.

Weitere Termine

Artikel 2 von 11