Rechtmehring – Etwa 160 Rechtmehringer Bürger und Gemeinderatskandidaten begrüßte Thomas Winhart vom Katholischen Landvolk im vollen Pfarrheim, als sich die insgesamt 19 Kandidaten für die Gemeinderatswahl vorstellten und ihre Schwerpunkte und Ziele den Besuchern näherbrachten.
Eine Liste und eine
Bürgermeisterkandidatin
Alle kandidieren für die einzige Liste in Rechtmehring der „Wählergemeinschaft Rechtmehring“. Zuerst stellte sich die einzige Bürgermeisterkandidatin Irmgard Daumoser vor. Sie will nach zwölf Jahren im Gemeinderat und davon den vergangenen sechs Jahren als stellvertretende Bürgermeisterin nun Bürgermeisterin werden. Sebastian Linner kandidiert nach 24 Jahren im Amt nicht mehr. Im Wesentlichen will Daumoser die erfolgreiche Arbeit fortführen und trotz der insgesamt guten finanziellen Situation das Gewerbe weiter stärken, nachdem auch mit der Veränderung des Bankhauses RSA die künftigen Gewerbesteuereinnahmen mehr als unsicher sind. Sie forderte die Bürger auf, auch bei der Kreistagswahl besonnen zu wählen und keine extremen Positionen einzunehmen. Moderator Franz Manzinger stellte die Agenda vor und bat die einzelnen Kandidaten, sich persönlich vorzustellen, die jeweiligen Schwerpunkte und Ziele darzulegen. Viele Antworten der Kandidaten überschnitten sich. Dennoch zeigte sich, ob sich die einzelnen Kandidaten vorher Gedanken gemacht hatten. Für folgende vier Schwerpunkte konnten nun die einzelnen Kandidaten sich mit Wortmeldungen einbringen: Gewerbe-/Bauland-Entwicklung, Leben im Alter, Nahversorgung und dem schwierigsten Thema in Rechtmehring: Ortsentwicklung/Umgehungsstraße. Hier wurden die verschiedenen Ansichten deutlich, die da sind: Keine Umgehungsstraße, dafür etwaige andere Maßnahmen im Ort, Umgehungsstraße in der bekannten Route (nördlich des Friedhofs, zwischen Holzkram und Rechtmehring, zum Kreisverkehr führend) und nun eine neue Variante, die über Fislarn führen könnte. Jeder der Standpunkte hat seine Vor- und Nachteile.
Die Situation der Schulkinder im Ortskern bezüglich des Verkehrs kam hier ebenfalls vom Publikum zur Sprache. Das Thema Nahversorgung erhielt während der Veranstaltung zusätzliche Brisanz, denn die Familie Raab gab bekannt, dass sie ihr „nah & gut“-Geschäft nicht weiterführen wird. Einen genauen Zeitpunkt dazu werden sie zu gegebener Zeit bekannt geben.
Für die neuen Kandidaten war es schwieriger, sich bei manchen Themen einzubringen, da ihnen das Vorwissen aus dem Gemeinderat fehlte. Auch wenn manche Kandidaten sich in den öffentlichen Sitzungen informierten und sich ein Bild der zukünftigen Arbeit machten.
Zu allen Themen gab es Wortmeldungen aus dem Publikum, beispielsweise zur Umgehungsstraße. Einem Besucher fiel auf, dass keiner der Kandidaten dessen jeweiliges Bestreben nach einem „schönen“ Ortskern konkretisiert hatte und dies nach Nachfrage auch nur eingeschränkt erfolgte.
Zum Schluss hatte jeder Kandidat nach Aufforderung durch den Moderator noch die Gelegenheit kurz den Besuchern zu erläutern, warum die Bürger ihn wählen sollen und was er als Erstes machen würde.
An Meinungen und Stimmen nach der dreistündigen, aber sehr aufschlussreichen und interessanten, von der KLB organisierten Veranstaltung war aber auch einzufangen, dass es schade war, dass von den vielen Neubürgern, die im Herbst 2024 persönlich zu einer Bürgerwerkstatt eingeladen und dort auch erschienen waren, nun kaum jemand bei dieser Podiumsdiskussion erschien.
„Häufeln“ bei dieser
Wahlperiode erlaubt
Nach dem Schlussstatement von Bürgermeisterkandidatin Irmgard Daumoser erinnerte Moderator Franz Manzinger daran, dass ab dieser Wahlperiode nun auch ein „Häufeln“ der Stimmen möglich ist. Das bedeutet, der einzelne Kandidat kann nicht nur eine Stimme, sondern bis zu drei Stimmen bekommen. fxm