Mühldorf – Mit einem symbolischen Knopfdruck nahm Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am vergangenen Freitag beim Mühldorfer Steckerspezialisten ODU das neue Logistikzentrum offiziell in Betrieb. ODU ist nicht nur Mühldorfs größter Arbeitgeber, er ist auch ein Weltmarktführer, unter anderem in einem Bereich, der Söder für Wachstum und Wohlstand besonders wichtig ist: die Raumfahrt.
Die Produkte von ODU kämen da zum Einsatz, „wo es wirklich darauf ankommt“, unter anderem in der Medizintechnik, in der Sicherheits- und Verteidigungstechnik sowie in der Raumfahrt, erklärte Dr. Henner Spelsberg, Sprecher der Geschäftsführung. „Das ist unsere Leidenschaft. Mit dieser Leidenschaft haben wir uns zum Weltmarktführer entwickeln können.“
Auch wenn das Unternehmen heute mit 317 Millionen Euro Umsatz und 2.800 Mitarbeitern weltweit tätig sei, „das Herz schlägt immer noch in Mühldorf“, betonte Spelsberg. Hier arbeiten rund 1.500 Mitarbeiter, hier entwickeln über 250 Ingenieure neue Produkte, lernen 130 Azubis und duale Studenten einen Beruf.
110 Millionen Euro habe ODU in den vergangenen Jahren in Mühldorf investiert, sagte Spelsberg. 20 Millionen Euro davon in das neue Logistikzentrum; ohne Fördermittel, wofür sich Söder ausdrücklich bedankte.
In weniger als zwei Jahren sei das „superkomplexe Projekt“ realisiert worden, erläuterte Geschäftsführer Robert Klemisch und dankte allen Mitarbeitern. Das neue Logistikzentrum biete auf fünf Ebenen ein Lager mit 40.000 Plätzen, das schon jetzt für weiteres Wachstum vorbereitet sei. „Wir bedienen unsere Kunden von hier aus weltweit mit höchster Präzision.“
„Sie sind eines der Unternehmen, die perfekt zu Bayern und zur alten Stärke Deutschlands passen“, lobte Ministerpräsident Söder. Gemessen an der Wirtschaftsleistung pro Kopf und Fläche liege Bayern vor Großbritannien, Japan oder Frankreich. Das sei „im Wesentlichen dem industriellen Mittelstand“ wie ODU zu verdanken. „Das ist hier ein megageiles Unternehmen mit höchster Kompetenz, mit höchster Wertschöpfung. Wir sind stolz darauf, dass es solche Unternehmen gibt.“
Söder betonte die Bedeutung von Hightech, Forschung und Entwicklung. „Wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen, dann geht das nur über intelligente Technologie. Wir müssen ständig daran arbeiten, effizienter, schneller zu werden, und zwar über Innovationen.“ Bei ODU scheine das zu funktionieren.
Die Politik arbeite daran. Söder warb für ein wettbewerbsfähiges Steuersystem, „eher weniger Steuerbelastung für Unternehmen als mehr“, wettbewerbsfähige Energiepreise und weniger Bürokratie. Das müsse man mit Vernunft angehen, „um nicht am Ende die Wirtschaft und damit auch die Demokratie zu ruinieren.“
Sein Besuch sei Ausdruck seiner Wertschätzung für die Leistung von ODU, schloss Söder. „Wir sehen nicht nur BMW, Wacker oder Siemens, sondern auch Unternehmen wie das Ihre.“
Der Landtagsabgeordnete Sascha Schnürer, der nach seinen Worten Söder eingeladen hatte, würdigte ODU als einen Leuchtturm und warb für die Ostumfahrung von Mühldorf: Es sei nicht „zukunftsfähig“, wenn Mitarbeiter in der Rushhour bis zu 45 Minuten benötigten, um zur Autobahn zu kommen. Schnürer warb auch für Entwicklungsmöglichkeiten entlang der A 94.
Zum Abschluss überreichte ODU-Chef Spelsberg Ministerpräsident Söder ein Foto vom Mars-Rover. Bei der Mars-Mission waren auch ODU-Stecker an Bord. Sie stellten sicher, dass die Videosignale einwandfrei übertragen wurden. „Ohne diese Bilder wäre er nie gelandet“, sagte Spelsberg. „Nehmen Sie es als Zeichen der Ermutigung, weitere Technologieinitiativen wie Bavaria One und andere voranzutreiben.“