Haag – Hexen und Zauberer schwirrten vor 25 Jahren durch das Haager Pfarrheim. Die Frauen-Union hatte zum Harry-Potter-Abend geladen und sogar ein Kerkerzimmer eingebaut. Der traditionelle Lichtmessmarkt, der Anfang dieses Jahrhunderts abgeschafft wurde, lockte damals noch 25 Fieranten auf den Marktplatz.
Die Frauen-Union zählte 30 Mitglieder. Für sie forderte Vorsitzende Waltraud Sax mehr Frauenpräsenz im Haager Rathaus. Aus allen Nähten platzte der Kürzeder-Saal zur Versammlung der Milchviehhalter. Es ging um BSE, die „größte Katastrophe nach dem Krieg mit lebensbedrohenden Verlusten für die Landwirtschaft“. Am Tierwohl liege das nicht, so IGM-Chef Jakob Niedermeier: „Die Kühe liegen auf Matratzen, werden gebürstet und gepflegt wie noch nie.“
Mit dem Projekt „Lebensläufe“, zu dem sportliche Leistungen zu Fuß und auf Rädern zurückgelegt wurden, sammelten die Schüler der Volksschule für die Welthungerhilfe. Bei der „Haager Bühne“ löste Wera Schlegel den Gründer und Vorsitzenden Erwin Kohl ab, der zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Die Zehn-Jahres-Feier stand an. Kindertheater, unter anderem „Ritter Rost“, und Freilichtaufführungen bildeten die Zugpferde der Haager Laienschauspieler.
Der „Stammtischphilosoph“ Julius Rößler feierte seinen 70. Geburtstag, zu dem ihm die Stammtischkollegen ein Fest organisierten. Laudator Ludwig Meindl verglich ihn mit dem antiken Sokrates, der wie er niemals seine Heimatstadt verlassen habe.
Die Fußballer des TSV Haag wählten eine neue Vorstandschaft. Abteilungschef Walter Mittermaier unterstützten Hans Lipp, Sebastian Huber, Ingo Schober und Hermann Schwarzenböck. Thomas Sax eröffnete vor 25 Jahren das Sanitätshaus, das sich damals noch im elterlichen Schuhgeschäft an der Hauptstraße befand. Die dritte Generation des Haager Schuhhauses spezialisierte sich damit auf den Gesundheitssektor. Der Riesenganserer Gregor und ein Bramer-Gockel bildeten die Attraktionen des Taubenmarktes, den die Haager Kleintierzüchter in Hacklthal ausrichteten. Von einem „Rekordfaschingszug“ sprach Moderator Schorsch Kurzmaier, der sich für seine Kommentare am Marktberg positioniert hatte. 40 Wagen rollten an. Die geplante neue Realschule wurde als „Rambold-Schule“ benannt.
Auf dem Wagen stand: „Wird d’Realschul baut groß und rund, so fragt man sich, sind die noch gesund?“ Dabei waren neben anderen die „Mehr-Jung-Frauen“, „Bier brothers“ und die „letzten Gefangenen des Haager Gefängnisses“ an der Wasserburger Straße. Weniger Freude hatten die Anwohner des Marktplatzes, wo sich daraufhin das Faschingstreiben entlud. Die Bücherei lud zu Teelichtgedichten. Die Sportler im TSV-Heim klopften an drei Tagen einen Schafkopf mit Turnierpreisen. Die Geschichte von „Haager Häusern und Bürgern“ lässt Ludwig Meindl im ersten Teil dieser Vortragsreihe mit Bildern, Anekdoten und historischen Fakten am Samstag, 7. März, im Salettl des Haager Freibads aufleben. Er beginnt um 19.30 Uhr. Unter anderem sind dabei das Wachthäusl, der „Zeller“, die „Haager Lichtspiele“, der Haager Brand und die „Hörmann-Bank“. Weitere Vortragstermine sind Samstag, 21. März (zweiter Teil), Samstag, 25. April (dritter Teil), und Samstag, 7. November (vierter Teil).xy