Neue Räume für Feste und Feiern

von Redaktion

Robert Grafetstetter und Michael Hechenberger betreiben in Obing mehrere Eventformate und bauen ihr Angebot nun mit einem 450-Quadratmeter-Saal für Hochzeiten und Feiern aller Art aus. Dahinter steckt auch ein Wandel im Ausgehverhalten, der nicht an jedem Ort funktionieren würde.

Obing – Robert Grafetstetter und Michi Hechenberger sind Gastronomen und Unternehmer mit Leib und Seele. Grafetstetter stammt aus Traunstein und wohnt seit einem Jahr in der Gemeinde Obing. Hechenberger lebt in Sankt Georgen.

„Gast steht
im Mittelpunkt“

Vom Discobetrieb über Konzerte und Partys, kleine Feierlichkeiten und große Events – die Leidenschaft für Veranstaltungen treibt die beiden Chiemgauer an: „Für uns ist es absolut inspirierend und motivierend, einmalige Momente für Menschen zu schaffen.“

Ob im kleinen privaten Rahmen oder beim Live-Konzert, wie beim Auftritt der „Spider Murphy Gang“ im vergangenen Sommer im Strandbad Obing, macht für die zwei keinen Unterschied: „Der Gast steht im Mittelpunkt und soll eine tolle Zeit erleben – davon lassen wir uns anstecken und für alles Zukünftige beflügeln.“

Diese Intuition wird in Obing ausgelebt: Hier betreiben die beiden bereits seit 2022 das Strandbad inklusive der Festwoche am Obinger See sowie – auf Empfehlungen und Nachfragen der Obinger – seit 2023 die Musikbar „Laube“. Viel Zeit zum Durchschnaufen blieb nicht: Nun kommt ein neuer Eventsaal dazu – laut Grafetstetter auch auf Drängen der Obinger.

„Wir haben gar nicht mit Nachdruck nach einem Eventsaal gesucht, sondern uns auch hier von den Anstößen der Obinger treiben lassen. Die Nachfrage vor Ort nach einer Location für größere Gesellschaften wuchs. Rein durch Glück und Empfehlungen sind wir über die Location im Taubenseeweg gestolpert“, erläutert Robert Grafetstetter die Gründe, weswegen sie sich dafür entschieden haben, in der Gemeinde Obing zu expandieren.

„Der Eventsaal soll auf lange Sicht eine Event- und Kulturlocation werden“, ergänzt Michi Hechenberger. „Wir haben jede Menge Ideen, um den Saal zu beleben, und sind gespannt, wie die Obinger und natürlich auch das Umland darauf reagieren.“

Auf gut 450 Quadratmetern soll der Saal schwerpunktmäßig als Hochzeitslocation oder für Geburtstage und Firmenevents dienen: „Je nach Bedarf und Nachfrage freuen wir uns aber auch sehr auf die Zusammenarbeit mit dem ein oder anderen örtlichen Verein. In den Wintermonaten, in denen erfahrungsgemäß etwas weniger Hochzeiten stattfinden, könnten dann auch mal Konzerte oder Kabarettveranstaltungen abgehalten werden.“

Bürgermeister Josef Huber freut sich über den kulturellen Zuwachs in seiner Gemeinde: „Wir sind sehr glücklich, dass die beiden sich Obing unternehmerisch angenommen haben und blicken positiv auf die baldige dritte Location.“

Auch, wenn man immer mal wieder mit Betreiberwechseln oder Schließungen zu kämpfen habe: „Seit jeher ist Obing kulturell und gastronomisch stabil aufgestellt“, betont Huber. „Vielfalt belebt das Geschäft und wir sind froh um jeden, der auf den Zug aufspringt. Je mehr Angebote im Ort vorhanden sind, umso höher ist das Interesse der Bürger in und um Obing geweckt.“

Robert Grafetstetter und Michi Hechenberger gelten mit ihrer Firma „CBE Konzert GmbH“ schon bisserl als „alte Hasen“ in der Branche. Seit mehr als einem Jahrzehnt stehen sie mit ihrem Namen für die Planung und Durchführung professioneller Events. Und doch ist nicht alles Gold, was glänzt.

So habe sich das „Weggehverhalten“ verändert. „Die Leute wählen – so unser Gefühl – Veranstaltungen viel bewusster aus. Es wird allgemein schwieriger, Veranstaltungsräume gefüllt zu bekommen. Man benötigt auf jeden Fall viel Motivation und einen langen Atem“, räumt Hechenberger ein.

In der (Event-)Gastronomie tätig zu sein, funktioniere laut dem 32-Jährigen nur, wenn man mit Herzblut dahinterstehe und bereit sei, alles und noch mehr zu geben: „Man muss es einfach leben. Und natürlich braucht’s auch einen Ort, der all diese Ideen mitmacht. Es gibt Regionen, in denen man, speziell was Veranstaltungen angeht, rasant an eine Grenze des Tolerierbaren stößt. Obing hingegen ist ein Phänomen. Darfür sind wir unglaublich dankbar und versuchen natürlich auch, das in unserer Arbeit an die Leute zurückzugeben. Wir möchten, so gut es geht, das Dorf einbeziehen und sind jederzeit greifbar für konstruktive Kritik und Ideen.“

Klassische Discopartys? „Schwierig!“

Ein weiterer Knackpunkt in den Augen der Veranstalter: das „Wirtesterben“. Denn mit den Wirtshäusern schwinden auch die Säle, in denen größere Veranstaltungen wie Hochzeiten stattfinden können. Dieser Entwicklung möchten sie unter anderem mit ihrem neuen Eventsaal entgegenwirken.

Die beiden Veranstalter sind überzeugt: „Veranstaltungen, hinter denen man steht, funktionieren.“ Dabei gehe es Grafetstetter zufolge darum, sich nicht selbst zu verbiegen, um den schnellen Euro einzuschieben. Vielmehr sei es essenziell, die örtlichen Gegebenheiten und die Menschen einzubinden.

„Mit den Menschen um uns herum zusammenarbeiten und Gespräche in der Region führen, ist auf jeden Fall sehr hilfreich“, betont der 36-Jährige. „Aus persönlicher Erfahrung können wir abschließend aber noch sagen, dass als gewerblicher Veranstalter die klassischen Discopartys zumindest aus unserer Sicht sehr schwierig geworden sind. Konzerte machen wir gerne – man lernt so viele verschiedene Künstler und Menschen kennen und es ist jedes Jahr aufs Neue wieder ein Highlight, wenn unsere Festwoche am See im Strandbad Obing ansteht“, sagt Grafetstetter.

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